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THW Kiel: Alle Augen auf Aron Palmarsson

Veszprem THW Kiel: Alle Augen auf Aron Palmarsson

Das fünfte Auswärtsspiel in Folge, böse Erinnerungen und eine alles überstrahlende Personalie – der Auftritt des THW Kiel am Sonnabend (17.30 Uhr) in der Handball-Champions-League beim ungarischen Mega-Klub (und Meister) Telekom Veszprem steht unter besonderen Vorzeichen.

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Schlechte Erinnerungen. Ilija Brozovic (links) kann Aron Palmarsson nicht aufhalten, Patrick Wiencek (hinten) und Joan Cañellas müssen tatenlos zuschauen. Am Ende setzte sich Veszprem im Halbfinale der Königsklasse nach Verlängerung durch, Palmarsson bleibt der absolute Wunschspieler von THW-Trainer Alfred Gislason.

Quelle: Sascha Klahn

Wien/Veszprem. Atemloser Oktober: Bis die Zebras wieder einmal in ihrem „Wohnzimmer“ Sparkassen-Arena auflaufen dürfen, dauert es noch ein wenig. Am Mittwoch gastiert die TSV Hannover-Burgdorf in Kiel. Das Gruppenphasen-Duell ist auch „Bergfest“ in einem irrsinnigen Oktober. Vier Spiele liegen seit dem 1. Oktober bereits hinter den Kielern, vier weitere werden nach dem Ungarn-Trip folgen. Am Freitag ging es nach einem Tag Aufenthalt in Leverkusen (THW-Coach Alfred Gislason: „Die Bedingungen waren sehr gut“), wo der THW nach dem 31:25 gegen den Bergischen HC Quartier bezogen hatte, zunächst mit dem Flieger weiter nach Wien. Dort stieß Linksaußen Raul Santos nach überstandener Oberschenkelzerrung zur Zebraherde, die sich schließlich mit dem Bus auf den Weg zum Balaton machte.

Der Gegner: Hat massiv aufgerüstet! 27 Akteure stehen im Kader von Coach Javier Sabaté, der auch die ungarische Nationalmannschaft übernommen hat. Allein elf Neuzugänge werfen ihre Bälle jetzt am Balaton beim „Titelanwärter“ (Gislason). Als der Kroate Marko Kopljar vom FC Barcelona kam, war kein Platz mehr für den mittlerweile zum THW zurückgekehrten Christian Zeitz, dessen Anwälte sich weiterhin um ausstehende Gehaltsforderungen kümmern. „Zeitzi wird sich besonders ins Zeug legen“, vermutet Gislason. „Hoffentlich kann ich ihm auch die Gelegenheit dazu geben.“ Und wer wird beim zweitteuersten Star-Ensemble Europas heute im Aufgebot stehen? 16 aus 27 – eine Wundertüte.

Halbfinal-Stachel: Von fünf Aufeinandertreffen in dem 5000 Zuschauer fassenden Hexenkessel Veszprem Arena aus Glas, Beton und Blech hat der THW Kiel vier verloren. „Die Stimmung dort ist überragend“, sagt Alfred Gislason. Und: „Wir waren die bessere Mannschaft gegen Paris, in Barcelona, und es wäre super, wenn wir das auch in Veszprem schaffen würden.“ Spiele gegen Veszprem würden, so Gislason, „immer viel Spaß machen“, und trotzdem gehen beide Teams „fair miteinander um“. Tief sitzt indes noch der Stachel der Niederlage im Halbfinale der Königsklasse im Mai. Dieses Drama, in dem am Ende nur 94 Sekunden zum Sieg und Finaleinzug fehlten. 28:31 hieß es nach Verlängerung. „Dabei hatte der THW doch den Sieg fest in der Hand“, sagte ein fassungsloser Javier Sabaté nach furiosen 70 Minuten. Auch darum kündigt Gislason an: „Wir werden mit allem in diese Partie gehen, was wir haben.“

Personalie Palmarsson: Und immer wieder fällt der Name Aron Palmarsson. Die Karten liegen auf dem Tisch: Der 26-jährige Rückraumspieler, der bis 2018 vertraglich an Telekom Veszprem gebunden ist, ist der absolute Wunschspieler von Alfred Gislason. Der THW-Trainer sagt: „Ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich Aron zurückbekommen möchte. Dann würde mein Plan aufgehen.“ THW-Geschäftsführer Thorsten Storm hat indes bestätigt, dass der deutsche Rekordmeister dem „verlorenen Sohn“ ein Angebot unterbreitet habe.

„Mehr können wir jetzt nicht machen. Jetzt liegt die Entscheidung beim Spieler“, so Storm. Es soll sich, so ist aus dem Zebra-Umfeld zu hören, um eine lukrative Offerte für den Isländer handeln, an dem allerdings auch das finanzstarke Paris Saint-Germain vehementes Interesse bekundet haben soll. Palmarsson, der von mehr als 100000 ungarischen Fans zum Spieler der Saison gewählt wurde, hat sich zu einer möglichen Zukunft in Kiel bislang nicht geäußert, sagte am Rande des Champions-League-Final-Four in Köln: „Ich vermisse einiges in Kiel.“ Dennoch ist Gislasons Optimismus gebremst: „Ein Wechsel ist wohl unwahrscheinlich. Die meisten Stars wollen sich die Härte in der Bundesliga und die Bedingungen mit nur 14 Spielern im Kader nicht mehr antun.“

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Ein Artikel von
Tamo Schwarz
Sportredaktion

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Foto: Kommt her, hier bin ich, ich habe Zeit: Aron Palmarsson bleibt gelassen und will spätestens im kommenden Sommer über seine Zukunft – womöglich beim THW Kiel – entscheiden.

Das Angebot des deutschen Rekordmeisters THW Kiel liegt bei Aron Palmarsson auf dem Tisch. Ob der „verlorene Sohn“ zurück an die Förde kommen wird, lässt der Handballer noch offen.

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