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Den 50. Triumph im Blick

THW Kiel Den 50. Triumph im Blick

Zahlen lügen nicht. Oder? Dass der VfL Gummersbach – Gegner des THW Kiel in der Handball-Bundesliga (19 Uhr) – in der Tabelle auf Platz 13 (15:27 Punkte) nur drei Punkte vor der Abstiegszone liegt, ist jedenfalls kaum zu glauben, wagt man einen Blick auf den Kader der Oberbergischen.

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Textilprobe im Hinspiel: Gummersbachs Nationalspieler Simon Ernst wird von THW-Kapitän Domagoj Duvnjak (Nr. 4) nicht ganz regelkonform am Torwurf gehindert, weder Patrick Wiencek (links) noch Torwart Andreas Wolff (hinten) brauchen einzugreifen.

Quelle: imago

Kiel/Gummersbach. Die beiden Traditionsvereine des Oberhauses treffen bereits zum 91. Mal aufeinander, und die Zebras peilen eine Rekordmarke an, wollen den 50. Ligatriumph gegen den VfL feiern.  Ein paar weitere Zahlen gefällig? 20 Kieler Meistertitel treffen auf zwölf Gummersbacher, und Nationalkeeper Carsten Lichtlein (36) absolviert heute sein 530. Bundesligaspiel. Respekt! Andreas Thiel (528) hat er damit überholt und von Platz sechs des Rankings nun Henning Fritz (557) im Blick. Die meisten Einsätze überhaupt erlebte ebenfalls ein Torhüter: Jan Holpert (643), aber auch das kann Lichtlein, dessen Vertrag bis 2020 läuft, noch schaffen. Nur diese 13 stört irgendwie, denn „der VfL ist viel zu gut für Platz 13“, weiß THW-Trainer Alfred Gislason.

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Ein Blick auf den Rückraum genügt als Bestätigung, in dem der wurfgewaltige Nationalspieler Julius Kühn auf Halblinks, Spielmacher Simon Ernst, dem die Zukunft in der Nationalmannschaft gehört, und der genesene französische Linkshänder Kevynn Nyokas (nach dem Winter-Abgang von Mark Bult der einzige VfL-Akteur ohne deutschen Pass) für Gefahr sorgen. Trotzdem verbuchten die Gummersbacher in den letzten neun Spielen seit dem 23. November nur einen einzigen Sieg. Besonders schmerzte das 27:28 am Wochenende zu Hause gegen Wetzlar. „Das tat weh, aber wir müssen jetzt nach vorne gucken und uns über eine gute Leistung in Kiel Selbstvertrauen für die kommenden Wochen holen“, sagt VfL-Trainer Emir Kurtagic, der am Saisonende Dirk Beuchler weichen muss.

THW Kiel: Diese Spieler fehlen

 Beim THW werden neben dem Langzeitverletzten Steffen Weinhold voraussichtlich die grippal angeschlagenen Christian Zeitz und Blazenko Lackovic nicht im Aufgebot stehen. Für Zeitz könnte der Kroate Ilija Brozovic in die Abwehr rücken.

 Kopfzerbrechen bereiten Alfred Gislason momentan die schwankenden Leistungen seiner beiden Linksaußen Rune Dahmke und Raul Santos. Was ist da los? „Wenn ich das wüsste...“, sagt Gislason und zeigt sich besonders in Bezug auf den 23-jährigen Dahmke ratlos: „So stark und variabel wie momentan habe ich ihn im Training noch nie gesehen. Aber im Spiel verkrampft er. Ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, bis er seine Leistung wieder auf die Platte bringt.“ Spezielle mentale Probleme jedenfalls – insbesondere bei den jüngeren Spielern – hat der Isländer nicht ausgemacht: „Gerade bei den jüngeren Spielern sind solche Schwankungen normal. Natürlich bin ich enttäuscht, dass der Meistertitel wahrscheinlich weg ist, aber das ist ja kein Zufall. Nicht umsonst hat vor der Saison von allen Trainern auch nur einer auf uns als Meister getippt. Wir müssen die Konzentration jetzt vor jedem Spiel hochhalten – wie vor dem Barcelona-Spiel.“

 Auch bei Raul Santos scheint momentan der „Wurm“ drin zu sein. Treffer und Fahrkarten, gelungene Aktionen und technische Fehler wechseln sich bei dem 24-jährigen Österreicher ab. „Keiner macht gern Fehler“, sagt Santos. „Eine gewisse Sicherheit fehlt, man muss sich langsam wieder vorarbeiten.“ Im Sommer 2016 war der Linksaußen vom VfL Gummersbach an die Förde gewechselt, sucht nun selbst nach Ursachen für die Formschwankungen: „Die Umstellung nach dem Wechsel war groß, das muss man vielleicht erst einmal verarbeiten.“ Auf das Duell mit seinen ehemaligen Teamkollegen heute Abend freue er sich sehr: „Das wird richtig lustig.“

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Ein Artikel von
Tamo Schwarz
Sportredaktion

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