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In Wetzlar herrscht der Realismus

THW Kiel In Wetzlar herrscht der Realismus

Seitdem Kai Wandschneider in Wetzlar das Sagen hat, also seit 2012, herrscht bei den Mittelhessen knallharter Realismus. Vor dem Ligaduell mit dem THW Kiel am Donnerstag (19 Uhr) sagt der Trainer der Vorsaison: „Gegen den THW sehen wir, wie weit wir sind. Wir wachsen mit den Herausforderungen.“

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Im Hinspiel der vergangenen Saison wurde der THW Kiel von der HSG Wetzlar um Nationalspieler Jannik Kohlbacher (Foto) kalt erwischt und musste sich mit 24:27 geschlagen geben.

Quelle: imago/Jan Huebner

Wetzlar. Der Etat-Zwerg, hinter dessen 3,5-Millionen-Saisonbudget in der Handball-Bundesliga nur noch die Aufsteiger Hüttenberg und Friesenheim rangieren, entwickelt Spieler – und gibt sie dann wieder ab. Platz sechs in der Vorsaison definiert Wandschneider als mittelgroßes Wunder, das sich kaum wiederholen lasse. Priorität bei der HSG hat der Klassenerhalt. Es war eine Traumsaison, in deren Anfangsphase auch ein Wetzlarer 27:24 gegen einen konsternierten THW Kiel stand. Die 34:25-Revanche im Rückspiel zeichnete ein anderes Bild. Trotzdem ist in den Köpfen der HSG-Akteure noch verankert: Da geht was! Zebra-Routinier Christian Zeitz warnt, auch angesichts der Liga-Rückschläge gegen Hannover und Melsungen: „Wir müssen jedes Spiel als Gefahr sehen, müssen mit 150 Prozent an die Sache herangehen und wissen alle noch, was in der vergangenen Saison in Wetzlar war.“ Der 36-Jährige hatte im Rückspiel gegen Wetzlar im Angriff mit sechs Toren und in der Abwehr geglänzt.

Und anders als in den Vorjahren, als Kai Wandschneider zuweilen gezwungen war, sieben, acht Spieler zu ersetzen, ist das Grundgerüst seiner Mannschaft geblieben. Wäre da nicht das in Hessen fast schon obligatorische Verletzungspech. Spielmacher Filip Mirkulovski (Muskelfaserriss) wird am Donnerstag fehlen – alle Last ruht in der Rückraum-Mitte auf den Schultern von Philipp Pöter. Außerdem fällt der Langzeitverletzte Abwehrchef Evars Klesniks (Bandscheibenvorfall) weiter aus. Hier spielt jedoch der Schwede Anton Lindskog im Innenblock an der Seite von Stefan Kneer einen starken Part. Als Backup für den norwegischen Rechtsaußen Kristian Bjørnsen wurde Anfang des Monats der Slowake Miroslav Volentics vom Zweitligisten TuS Ferndorf verpflichtet.

Mit der bisherigen Saisonausbeute von 6:4 Punkten (Platz sechs) ist Kai Wandschneider jedenfalls zufrieden, trotz der vermeidbaren Heim-Unentschieden gegen GWD Minden (24:24 nach 22:17-Führung) und Aufsteiger TV Hüttenberg (23:23) sowie einer 27:30-Niederlage in Hannover. Beide Kontrahenten einen aktuelle Probleme bei der Chancenverwertung. Und mit Kiel, Leipzig, Magdeburg und den Rhein-Neckar Löwen als Gegner in den kommenden vier Spielen stehen der HSG die dicken Herbstbrocken erst noch bevor. „Irgendwie müssen wir versuchen, in diesen Spielen ein paar Pünktchen zu holen“, so Wandschneider, der sich zugleich schon jetzt mit der Zukunft der HSG befassen muss: Im kommenden Sommer werden schließlich National-Kreisläufer Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen) und Torwart Benjamin Buric (SG Flensburg-Handewitt) den Klub verlassen.

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