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Kommt Aron Palmarsson, oder nicht?

THW Kiel Kommt Aron Palmarsson, oder nicht?

Das Angebot des deutschen Rekordmeisters THW Kiel liegt bei Aron Palmarsson auf dem Tisch. Ob der „verlorene Sohn“ zurück an die Förde kommen wird, lässt der Handballer noch offen.

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Kommt her, hier bin ich, ich habe Zeit: Aron Palmarsson bleibt gelassen und will spätestens im kommenden Sommer über seine Zukunft – womöglich beim THW Kiel – entscheiden.

Quelle: Sascha Klahn

Kiel. Kommt er? Oder kommt er nicht? Wenn ja: wann? Wenn nicht: warum? Es wurde in den letzten Monaten viel geredet über und nur selten mit Aron Palmarsson. Das einstige Handball-Supertalent, das von 2009 bis 2015 sechs Jahre lang mit dem THW Kiel fünf Meistertitel, drei Pokalsiege und zwei Trophäen in der Champions League errang, dann zum ungarischen Meister nach Veszprem wechselte und seither als Kiels „verlorener Sohn“ gilt, ist absoluter Wunschspieler seines Mentors, THW-Coach Alfred Gislason. Am Rande des Gruppenphasen-Duells in der Königsklasse am Balaton stellte sich der isländische Spielmacher den Fragen der Kieler Nachrichten.

 Offizielle Gespräche werde es, das stellt THW-Geschäftsführer Thorsten Storm schon vor dem Anpfiff klar, in Veszprem keine geben. Warum auch? Das Angebot des deutschen Rekordmeisters liegt bei Palmarsson auf dem Tisch. „Es gibt ein Angebot, und das macht mich sehr stolz“, sagt das Ex-Zebra. So richtig behage ihm das Thema nicht. Er sagt dann leise zu sich: „Meine Fresse! Diese Fragen!“, und sogar da spiegelt sich der Einfluss von Alfred Gislason wider, der zuweilen in einem ähnlichen Wortlaut zu fluchen pflegt. Dann lenkt Palmarsson aber doch ein, sagt, dass er sehr wohl – unter anderem auch auf den Social-Media-Kanälen der Kieler Nachrichten – verfolge, wie sich Gislason über ihn in den Medien äußere. „Wie Alfred über mich redet, macht mich stolz. Sehr stolz. Dass der beste Verein der Welt so ein Interesse an mir hat, ist unglaublich.“

Auch andere Verein buhlen

 Der beste Verein der Welt? Was gibt es denn da noch zu überlegen? Fest steht, dass Palmarsson noch bis Sommer 2018 vertraglich an Telekom Veszprem gebunden ist. Fest steht spätestens seit Sonnabend auch, dass der THW Kiel nicht der einzige Verein ist, der um die Dienste des begehrten Rückraumspielers buhlt. Sein Berater Sasa Bratic habe alle Hände voll zu tun. „Auch andere Vereine haben Interesse. Aber ich versuche, mich einfach voll auf Veszprem zu konzentrieren.“ Gerüchten zufolge soll auch Paris Saint-Germain um die Dienste Palmarssons werben, wo mit Nikola Karabatic (32) und Daniel Narcisse (36) wesentlich ältere Akteure im Kader stehen. Palmarsson stellt dazu immerhin klar: „Ich kam mit 19 Jahren nach Kiel, werde immer THW-Fan sein.“ Er sagt aber auch: „Ich habe doch Zeit, werde richtig lange und gründlich überlegen, alle Optionen prüfen und mich dann entscheiden. Wahrscheinlich erst im nächsten Sommer. Dann werde ich entweder irgendwo unterschreiben oder hier verlängern.“

 Hier, das ist für ihn auch die neue Heimat mit seinem Haus in Balatonfüred am Plattensee und seine trotz des Tanzes auf den Hochzeiten ungarische Liga, multinationale Seha-Liga und Champions League insgesamt geringere körperliche Belastung. „Die Doppelbelastung Bundesliga und Champions League ist auf jeden Fall härter. Und hier habe ich bisher keine Knieprobleme mehr.“ Er fühle sich so richtig gut in Veszprem, sagt Palmarsson. Kein Wunder, noch lange nach dem Spiel gegen den THW hallen „Palmarsson, Palmarsson“-Schlachtrufe durch die Halle, einige Fans haben sich in den isländischen Nationalfarben geschminkt, schwenken die isländische Fahne und würden wohl am liebsten das kultige „Hu!“ anstimmen, wären sie nur eine größere Gruppe. In der Vorsaison wurde der Isländer von mehr als 100000 Anhänger zum Veszprem-Spieler der Saison gekürt.

 In Kiel indes löst das Begehren nach der Rückkehr des „verlorenen Sohnes“ Gerüchten zufolge aufgrund Palmarssons Verletzungshistorie nicht bei allen Vereinsverantwortlichen gleichermaßen Begeisterung aus. Fest steht also: Noch steht nichts fest. Und sogar die Antwort auf Frage danach, ob er auf jeden Fall seinen Vertrag in Veszprem bis 2018 erfüllen werde, lässt vieles offen. Palmarsson sagt: „Wenn mich ein Verein aus meinem Vertrag herauskaufen will, bin ich bereit.“

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Veszprem
Schlechte Erinnerungen. Ilija Brozovic (links) kann Aron Palmarsson nicht aufhalten, Patrick Wiencek (hinten) und Joan Cañellas müssen tatenlos zuschauen. Am Ende setzte sich Veszprem im Halbfinale der Königsklasse nach Verlängerung durch, Palmarsson bleibt der absolute Wunschspieler von THW-Trainer Alfred Gislason.

Das fünfte Auswärtsspiel in Folge, böse Erinnerungen und eine alles überstrahlende Personalie – der Auftritt des THW Kiel am Sonnabend (17.30 Uhr) in der Handball-Champions-League beim ungarischen Mega-Klub (und Meister) Telekom Veszprem steht unter besonderen Vorzeichen.

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