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"Das fühlt sich anders an"

THW Kiel "Das fühlt sich anders an"

Nach Paris ist vor Wetzlar. Oder anders: Am Montagmittag nach dem Training war für Alfred Gislason, Trainer des Handball-Rekordmeisters THW Kiel, das 15-Millionen-Orchester von Paris SG schon wieder abgehakt. Der Isländer widmete sich dem nächsten Gegner am Donnerstag (19 Uhr), der HSG Wetzlar.

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Hier geht’s lang: Marko Vujin (rechts) und Ole Rahmel gehörten am Sonntag im Spiel gegen Paris zu den Lichtblicken im Team des THW Kiel.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Ein bisschen wirkte das 22:25 gegen PSG dann aber doch noch nach. Bei der Frage, ob Rechtsaußen Niclas Ekberg bei dem Gesichtstreffer von Uwe Gensheimer in der 13. Minute Schlimmeres davongetragen hatte (nichts, abgesehen von Nasenbluten und einem Brummschädel) beispielsweise, oder der Analyse einer aufgrund einer hohen Fehlerquote nie zu verhindernden Niederlage. Kaum auszudenken, was für die Kieler an einem fehlerärmeren Tag möglich gewesen wäre. Kein Wunder, dass bei Rechtsaußen Ole Rahmel im Widerstreit der Gefühle -  die negativen nach 60 Minuten überwogen: „Wir haben gegen die stärkste Mannschaft der Welt mit allein vier Welthandballern gespielt und hatten sie für mein Empfinden im Griff. Dann haben wir zu viele Fehler gemacht. Ich glaube, wenn wir einen Tick besser gespielt hätten und konzentrierter bei den Abschlüssen gewesen wären, hätten wir eine reelle Siegchance gehabt.“

Der 27-Jährige gehörte neben Niklas Landin und Marko Vujin am Sonntag zu den Lichtblicken im Kieler Spiel. Er, der nach guten Auftritten im Pokal, einem verworfenen Siebenmeter im Supercup sowie einem Kurzeinsatz im ersten Bundesligaspiel gegen Lübbecke bislang zum Bankdrücken verdammt war, Niederlagen gegen Hannover und Melsungen von der Seitenlinie aus über sich ergehen lassen musste und nun gegen den Königsklassen-Riesen Paris sein Champions-League- und Heimdebüt in der Sparkassen-Arena zugleich feierte. „Zu Hause zu spielen, dann auch noch relativ lange und vor dieser Kulisse in einem solchen Spiel – das ist der Grund, warum ich nach Kiel gewechselt bin“, so Rahmel, der sich mit seiner Sparkassen-Arena-Premiere „ganz zufrieden“ zeigte. Nach 24 Minuten kam der Nationalspieler für den angeknockten und abschlussschwachen Ekberg (ein Treffer aus fünf Versuchen) ins Spiel, scheiterte prompt frei vom Kreis an PSG-Keeper Rodrigo Corrales, verdiente sich dann aber ein Sonderlob seines Trainers: „Ole hat seine Sache richtig gut gemacht, er war vorne und hinten gut. Ole ist ein richtig guter, körperlich sehr robuster Außen. Und er kann auf Halb decken. Ekberg hatte keinen guten Tag. Aber er spielt trotzdem bisher eine sehr gute Saison.“

Rahmel ist seit Sonntag angekommen in der europäischen Eliteklasse. „Das fühlt sich schon anders an, auf Top-Niveau in der Champions League zu spielen: die Arena, die Mannschaft, die Gangart“, sagt der Linkshänder. Aus Erlangen nach Kiel ins Konzert der ganz Großen. Und am Donnerstag eine echte Alternative für den Bundesliga-Alltag in Wetzlar.

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