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Wird Alfred Gislason neuer Bundestrainer?

THW Kiel Wird Alfred Gislason neuer Bundestrainer?

Nach dem 35:24 gegen Portugal wartet am Sonnabend in der EM-Quali mit der Schweiz die nächste Aufgabe auf die deutsche Handball-Nationalmannschaft. Völlig offen ist indes die Zukunft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson. Ein Kandidat für die Nachfolge ist THW-Coach Alfred Gislason.

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Kommt Alfred Gislason (links), wenn Bundestrainer Dagur Sigurdsson (rechts) den DHB 2017 verlässt?

Quelle: imago

Kiel/Zürich. Die Zeichen stehen auf Abschied nach der Weltmeisterschaft im Januar in Frankreich, und so ist es kein Wunder, dass bereits einige Kandidaten für die Nachfolge hartnäckig gehandelt werden. Einer davon ist Alfred Gislason (57), Trainer des deutschen Rekordmeisters THW Kiel. Doch Bob Hanning, Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB), betonte im Gespräch mit KN-online: „Es hat noch keine Gespräche gegeben. Wir warten jetzt erst einmal die kommenden drei Wochen ab. Und ich habe mich auch noch nicht damit abgefunden, dass Dagur uns verlässt.“

Alfred Gislason selbst hatte dem DHB im Sommer 2014 bereits einmal abgesagt, ehe sein 14 Jahre jüngerer Landsmann, der Deutschland in den kommenden zwei Jahren zum Europameister-Titel und Olympia-Bronze führen sollte, inthronisiert wurde. Der Kieler Coach wollte die Spekulationen über ein mögliches Engagement beim DHB am Freitag nicht kommentieren. „Ich habe momentan andere Sorgen“, sagte der Isländer, der noch bis 2019 vertraglich an die Zebras gebunden ist. „Sorgen“, damit meint Gislason vermutlich den personellen Umbruch, dem seine Mannschaft bis zu diesem Sommer unterzogen wurde.

Schwer vorstellbar, dass der Erfolgstrainer (sieben Meistertitel, drei Champions-League-Siege, fünfmal Trainer des Jahres), der derzeit im Prozess steckt, mit Rohdiamanten wie Lukas Nilsson oder Nikola Bilyk eine neue Erfolgsära zu begründen, vorzeitig hinwirft. Vieles wird davon abhängen, ob es Gislason und THW-Geschäftsführer Thorsten Storm gelingen wird, das Gerüst der Mannschaft auch langfristig gegen lukrative Angebote aus dem europäischen Ausland zu schützen und um weitere Wunschkandidaten wie Aron Palmarsson (Telekom Veszprem) oder Kreisläufer Hendrik Pekeler (Rhein-Neckar Löwen) zu ergänzen.

Gislason, Vranjes und Biegler auf Wunschliste

Wenn sich nun also Dagur Sigurdsson für einen Ausstieg per Option aus seinem bis 2020 datierten Vertrag mit dem DHB und einen Wechsel zum französischen Topklub Paris St. Germain entscheidet, wo er Gerüchten zufolge rund 600000 Euro jährlich verdienen könnte (mehr als doppelt so viel wie aktuell beim DHB), oder dem Werben von Telekom Veszprem folgt oder doch seinem Herzen und bis zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio die japanische Handball-Nationalmannschaft übernimmt, will sich DHB-Vize Hanning schnellstmöglich mit Uwe Schwenker (Präsident der Handball-Bundesliga) und Wolfgang Sommerfeld (DHB-Sportdirektor) zusammensetzen, um zunächst eine Long- und danach eine Shortlist mit Kandidaten zu erstellen.

Auf der dürften dann neben Gislason auch der Flensburger Ljubomir Vranjes (wollte sich am Freitag zu dem Thema nicht äußern), Frauen-Nationaltrainer Michael Biegler oder Markus Baur (TVB Stuttgart) kaum fehlen. Geeignet für das Amt wäre zudem der ehemalige Hamburger Erfolgscoach Martin Schwalb. Einzig eine Doppelrolle wie im ersten Amtsjahr Sigurdssons, als dieser von 2014 bis 2015 parallel Trainer der Füchse Berlin war, schließt Hanning aus. „Nicht mit mir“, sagt er. „Das ist für Verband und Verein nicht tragbar, wird unserem Anspruch, eine gute WM im eigenen Land 2019 zu spielen und Olympiasieger 2020 zu werden, nicht gerecht.“

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Ein Artikel von
Tamo Schwarz
Sportredaktion

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Auf dem Weg zur EM 2018 hat Titelverteidiger Deutschland im Hexenkessel von Zürich nur mit Mühe eine böse Überraschung abgewendet. Der Europameister feierte am Sonnabend in einem Handball-Krimi gegen die Schweiz einen knappen 23:22 (12:11)-Sieg und hat in der Gruppe 5 nun 4:0 Punkte auf seinem Konto.

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