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Kühlen Kopf bewahrt

THW Kiel beim DHB-Pokal Kühlen Kopf bewahrt

Überglücklich waren die Zebras am Mittwochabend und auch am Donnerstag, am Tag nach dem hart erkämpften 22:21-Pokalerfolg über den SC Magdeburg. Denn das Spiel zeigte, dass der THW Kiel nach holprigem Saisonstart mittlerweile absolut in der Lage ist, auch gegen Widrigkeiten zu bestehen.

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Zwischenzeitlich schien THW-Coach Alfred Gislason zu verzweifeln, doch der Isländer hatte nach der intensiven Partie fast nur Lob für seine Zebras übrig.

Quelle: imago

Magdeburg. „Wir lagen fast die gesamte erste Halbzeit zurück, haben zwei Siebenmeter und etliche freie Bälle von außen verworfen – was uns da gerettet hat, waren die starke Abwehr mit Niklas Landin im Tor und Niclas Ekberg, der mehrfach aus spitzem Winkel getroffen hat“, analysierte THW-Trainer Alfred Gislason. „In der zweiten Hälfte war es besser.“ Rechtsaußen Ekberg erzielte in der ersten Hälfte fünf der zehn THW-Tore. „Ich bin sehr gut reingekommen“, befand auch der Schwede selbst. Auf der anderen Außenbahn lief es zunächst gar nicht, Raul Santos verzweifelte am starken Magdeburger Keeper Jannik Green. Doch als Ekberg und Marko Vujin jeweils per Strafwurf an Green gescheitert waren, schnappte sich der Österreicher den Ball. „Ganz schön mutig“, raunte es durch die Reihen auf der Tribüne. Santos, zuvor von seinen Teamkameraden aufgebaut, traf insgesamt dreimal vom Siebenmeterstrich und steuerte seinen Anteil zum Kieler Erfolg bei.

 Die Zebraherde ließ sich auch von der Härte im Magdeburger Spiel und den lauten, bisweilen unfairen Fans nicht vom Weg abbringen. Im Gegensatz zur Wahrnehmung der rund 6200 SCM-Anhänger waren die Schiedsrichter keine „Schieber“, die dem THW zum Sieg verhalfen, sondern taten eher den Zebras Unrecht. Christian Zeitz zum Beispiel, der erst ungestraft viel einstecken musste und in der zweiten Halbzeit eine übertriebene Zeitstrafe kassierte. Magdeburgs Kreisläufer Zeljko Musa hatte indes Glück, dass er für seinen Schlag ins Gesicht von THW-Kapitän Domagoj Duvnjak nur eine Zeitstrafe sah, die Rote Karte für Musche war mehr als berechtigt. „Von der Gangart her ist es schon komisch, dass beide Teams gleich viele Zeitstrafen bekommen haben“, sagte Gislason. Und auch THW-Geschäftsführer Thorsten Storm ging mit den aufgebrachten Magdeburgern nicht konform. „Die Schiedsrichter haben keinesfalls für uns gepfiffen“, sagte er. Insgesamt betrachtet war dieses Pokal-Achtelfinale einfach ein typisches Spiel in Magdeburg, da waren sich alle einig. „Das ist hier immer so, Mannschaft und Fans versuchen, Hektik reinzubringen“, sagte Alfred Gislason. „Wir haben verdient gewonnen.“

 Die Extraspielzeit vermied der THW, indem er kühlen Kopf bewahrte, sich von der aufkommenden Hektik nicht anstecken ließ. Ja, Magdeburg kam nochmal auf ein Tor heran – aber mehr ließen die Zebras eben nicht zu, trotz Unterzahl nach Zeitstrafe gegen Nikola Bilyk. „Wir haben insgesamt wirklich gut gespielt“, sagte ein überglücklicher Kapitän Duvnjak nach der Partie. „Es war sehr hart. Wir waren stark in der Abwehr, und unsere Keeper waren super, Landin im ganzen Spiel und Andi Wolff mit drei gehaltenen Siebenmetern – Wahnsinn!“ Lob von allen Seiten gab es für das Kieler Torhüter-Duo, das wieder einmal seine Weltklasse unter Beweis stellte. „Niklas hat von Anfang an super gehalten, der Mannschaft Sicherheit gegeben“, lobte Wolff seinen Partner. „Und dass ich mit den Siebenmetern in einer Phase helfen konnte, in der Magdeburg nochmal aufkam – das ist natürlich optimal gelaufen.“

 Er hatte also ein Happy End, für den THW, dieser „Klassiker“ (Ekberg). Damit sich die Zebras zumindest etwas erholen können, bat Alfred Gislason Donnerstag nur diejenigen zum Training, die in Magdeburg nicht so viel gespielt hatten. Nach dem Abschlusstraining am Freitag macht sich der Tross gleich wieder auf den Weg zur nächsten Auswärtspartie: Am Sonnabend (19 Uhr) wartet der HC Erlangen in der Bundesliga.

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Ein Artikel von
Niklas Schomburg
Sportredaktion

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