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Klarer Auswärtssieg für den THW Kiel

HC Erlangen Klarer Auswärtssieg für den THW Kiel

Der THW Kiel hat das letzte Spiel im Oktober bei der HC Erlangen deutlich mit 33:26 (13:11) gewonnen. Der Rekordmeister ließ dem Aufsteiger dabei in der ausverkauften Nürnberger Arena zu keinem Zeitpunkt eine echte Chance.

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Der THW Kiel kämpfte in Nürnberg.

Quelle: imago

Nürnberg. Die Zebras begannen in Nürnberg mit viel Schwung und Tempo, Domagoj Duvnjak, Steffen Weinhold und Nikola Bilyk brachten im Rückraum hohe Geschwindigkeit mit und hebelten die Erlanger Deckung damit zu Beginn nach Belieben aus. Weinhold, Patrick Wiencek, Niclas Ekberg – schnell stand eine 3:1-Führung auf der Anzeigetafel, und es wirkte, als könne der THW diese Partie beim Aufsteiger direkt vom Start weg kontrollieren. Doch nach knapp zehn Minuten schlichen sich einige leichte Fehler ein, auch die 6:0-Deckung der Kieler bekam zusehends Probleme mit Nikolai Link, Nicolai Theilinger und Rechtsaußen Ole Rahmel. THW-Coach Alfred Gislason stellte nach zehn Minuten auf eine 3:2:1-Formation mit Duvnjak auf der Spitze um. So gelang es den Gästen zunächst, auf drei Tore davonzuziehen (8:5/12.). Doch weil Andreas Wolff keinen einzigen Ball parierte und auch der ab Minute 15 zwischen den Pfosten stehende Niklas Landin nicht gut ins Spiel fand, blieben die Erlanger dran. Die Zebras leisteten sich im Angriff einige unvorbereitete Würfe und Abspielfehler – der HCE glich zum 8:8 aus (16.).

Doch eine Führung gestatte der THW den Franken nicht. Bis zur Halbzeitpause verschafften sich die Zebras wieder Oberwasser, vor allem durch Domagoj Duvnjak und Raul Santos (beide je 5 Treffer), der mit Ablauf der Spielzeit seinen dritten Siebenmeter zum 13:11-Halbzeitstand verwandelte. Ein Kuriosum hatten die ersten 30 Minuten aber noch zu bieten: Nach dem passiven Vorwarnzeichen der Schiedsrichter Baumgart/Wild spielte Erlangen die sechs erlaubten Pässe unbedacht herunter, offenbar ohne mitzuzählen. Die Unparteiischen pfiffen der neuen Regel entsprechend ab – schon das eine absolute Ausnahme –, doch Isaias Guardiola warf trotzdem aufs Kieler Tor. Die Folge: Zeitstrafe gegen den Spanier und ein tobendes Publikum, das ganz offensichtlich noch nicht mit der neuen Regel vertraut ist. Die mit 8308 Fans ausverkaufte Arena zeigte sich ohnehin über die gesamte Spieldauer nicht sonderlich fachkundig, erzeugte eine sehr aggressive Grundstimmung, zu der das Spiel zwischen HCE und THW überhaupt nicht verleitete. Denn im Gegensatz zur Pokalpartie der Zebras in Magdeburg war es nicht von körperlicher Härte geprägt, sondern vielmehr von schnellen und zumeist technisch sauberem Handball.

Die zweite Halbzeit begann mit Marko Vujin im Kieler Rückraum, der Serbe rotierte mit Steffen Weinhold immer wieder zwischen Mitte und Halbrechts und fand direkt gut in die Partie, die der THW nach dem Seitenwechsel endgültig unter Kontrolle hatte. Daran konnte auch die Rückkehr von HCE-Spielmacher Michael Haaß aufs Parkett nicht ändern. Der aus Magdeburg nach Franken gewechselte Mittelmann hatte in der Anfangsphase der Partie den Ellenbogen von THW-Linksaußen Raul Santos ins Gesicht bekommen und musste daraufhin das Feld verlassen. Ab der 36. Minute wirkte der Stratege mit Pflaster auf der Stirn wieder mit, konnte aber nicht verhindern, dass es für die Erlanger nun langsam dahinging.

Denn der THW spielte in Halbzeit zwei konsequent, fand mit guten Anspielen von Vujin, Weinhold und Duvnjak zusehends auch den Kreis wieder, wo Wiencek und René Toft Hansen ihre Treffer machten. Und der Rückraum blieb weiter torgefährlich: Ein bärenstarker Duvnjak erzielte an diesem Abend insgesamt neun Tore, Vujin steuerte mit einigen schönen Schlagwürfen sechs dazu bei. Erlangen war ab Minute 40 endgültig geschlagen und konnte dem Kieler Tempo nicht mehr folgen. Die Zebras bewiesen auch in der Deckung weiter schnelle Beine, mussten lediglich einige Rückraumtore von Link und Treffer des gut aufgelegten Kreisläufers Jonas Thümmler hinnehmen, standen aber insgesamt sicher. Einzig das Kieler Weltklasse-Torhüterduo Landin/Wolff fand seinen Rhythmus bis Spielschluss nicht. Landin zeigte mit sieben Paraden noch die bessere Leistung, Andreas Wolff musste auf seine erste und einzige bis in die Schlussphase warten. Doch das spielte an diesem Abend in Nürnberg kaum eine Rolle, da der THW-Express Fahrt aufgenommen hatte und dieses Mal nicht unbedingt auf seine Keeper angewiesen war. Nach einer flüssig laufenden zweiten Halbzeit stand am Ende ein nie gefährdeter 33:26-Auswärtserfolg der Zebras auf dem Tableau, so dass die Zebras mit breiter Brust und gutem Gefühl in die Nationalmannschafts-„Pause“ gehen können.

HC Erlangen – THW Kiel 26:33 ( 11:13)

HC Erlangen : Huhnstock (39.-60. Minute und bei einem Siebenmeter/7 Paraden), Katsigiannis (1.-39./5) – Theilinger 2, Bayer n.e., Guardiola 2, Herbst n.e., Haaß 1, Bissel 1, Rahmel 6, Stranovsky 2, Horak 2, N. Link 5, Thümmler 5, Sabljic n.e.

THW Kiel : Landin (15.-50./7), Wolff (1.-15. und 50.-60./1) – Duvnjak 9, Toft Hansen 1, Sprenger, Weinhold 2, Wiencek 5, Ekberg 2, Zeitz, Brozovic, Vujin 6, Bilyk, Nilsson, Santos 8/4.

Schiedsrichter : Fabian Baumgart/Sascha Wild (Altenheim/Elgersweiher) –  Strafminuten : HCE 6 (2x Link, Guardiola), THW 8 (Duvnjak, Weinhold, Wiencek, Zeitz) –  Siebenmeter : HCE 0, THW 5/4 (Santos an den Pfosten) –  Spielfilm : 0:1, 1:3 (2.), 3:5, 5:8 (12.), 8:8 (16.),  11:1111:13 (Halbzeit),  12:1513:17 (36.),  15:2018:23 (43.),  20:2521:28 (52.),  23:30, 26:33 – Zuschauer : 8308 in der ausverkauften Arena Nürnberger Versicherungen in Nürnberg.

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Ein Artikel von
Niklas Schomburg
Sportredaktion

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