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Niederlage in der Schlusssekunde

THW Kiel verliert in Magdeburg mit 26:27 Niederlage in der Schlusssekunde

Der THW Kiel hat sein Bundesliga-Auswärtsspiel beim SC Magdeburg mit 26:27 (25:25) verloren. Den entscheidenden Treffer erzielte Michael Damgaard mit der Schlusssirene, die für den THW wohl auch das Ende aller Titelträume anzeigte.

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Fünf Tore warf Marko Vujin - es reichte nicht.

Quelle: Uwe Paesler

Magdeburg. Von Beginn an entwickelte sich ein umkämpftes Match. In den ersten Minuten hieß es in der ausverkauften Getec-Arena dabei vielmehr MC statt SCM gegen THW – der Däne Mads Christiansen nämlich erzielte im Alleingang die ersten vier Tore der Gastgeber. Auf der anderen Seite drehte der THW den Spieß im Vergleich zur Partie gegen Silkeborg um, spielte seinerseits die Angriffe ohne hohes Tempo lange aus, suchte geduldig nach der Lücke. Kaum ein Kieler Angriff in der ersten Hälfte verging ohne passives Vorwarnzeichen der Schiedsrichter, doch es zahlte sich aus: Die Zebras setzten sich etwas ab, zunächst auf 5:3 (9.), dann auf 8:5 (15.). Beim Tor von Christian Dissinger zum ersten Drei-Tore-Vorsprung der Kieler holte SCM-Rückraumspieler Marko Bezjak den Torschützen rüde aus der Luft – Dissinger schlug mit dem Kopf auf den Hallenboden auf und musste lange behandelt werden, Bezjak sah für die Aktion völlig zu Recht die Rote Karte.

Der THW, der nach dem Ausscheiden Dissingers mit Domagoj Duvnjak auf der halblinken Abwehrposition agierte, für den Christian Zeitz die Lücke auf Halbrechts schloss, hatte den Magdeburger Rückraum nach der Anfangsphase zwar gut in den Griff bekommen, doch die Gastgeber wichen zunehmend erfolgreich nach Außen aus. Beim 11:11 (22.) war alles wieder ausgeglichen. Auch weil der THW die langen Angriffe nicht mehr so konsequent abschloss, zudem immer häufiger am starken SCM-Keeper Jannick Green scheiterte. Der Däne parierte zwei Mal Rune Dahmke, einmal Niclas Ekberg von außen, zudem Würfe von Nikola Bilyk, Lukas Nilsson – und drei Mal Duvnjak. Der Kieler Kapitän kurbelte ordentlich an, hatte mit seiner Wurfauswahl aber wenig Erfolg. So schleppte sich der THW beinahe von Treffer zu Treffer, blieb aber zunächst vorn. Kurz vor der Pause erzielte Robert Weber aus einer fast aussichtslosen Position die erste Magdeburger Führung seit dem 3:2, doch der THW hatte noch eine letzte Antwort parat: Per Kempatrick auf Vorlage von Marko Vujin traf Duvnjak zum 15:15 – Halbzeit. 

Im zweiten Durchgang feierte THW-Torhüter Niklas Landin ein überraschendes Comeback – und wie: Der Däne trotzte seiner Daumenverletzung und legte los wie die Feuerwehr, zeigte sieben Paraden in den ersten gut zehn Minuten der zweiten Halbzeit, nahm unter anderem Linksaußen Matthias Musche zwei freie Bälle ab und leitete so einen Kieler Lauf ein. Als Marko Vujin per Sprungwurf zum 19:16 traf (35.) und einen Schrei der Befreiung losließ, schien der THW auf dem richtigen Weg zu sein.

Doch Magdeburg ließ sich nicht weiter abschütteln. Mit zunehmender Spieldauer wuchs auch die Intensität dieser Partie immer weiter an. Dem THW gingen in der Offensive zunehmenden die Ideen aus, auch diverse frische Kräfte (Nilsson, Zeitz im Angriff, Bilyk, Dissinger zurück) brachten keinen echten Durchbruch. Magdeburg glich aus (20:20/41.), in den letzten gut 15 Minuten dann wogte das Spiel hin und her. Mit einem Zwischenspurt, der durch Kieler Ballverluste und erneut starke Paraden von Jannick Green begünstigt wurde, setzte sich der SCM auf 26:23 ab und schien bereits wie der sichere Sieger. Doch der THW besann sich noch einmal auf alte Stärken, schaffte 90 Sekunden vor Schluss den 26:26-Ausgleich. Der folgende Angriff wurde der letzte des Spiels, wegen einer strittigen Zeitstrafe gegen Patrick Wiencek bekam der SCM viel Zeit. Fast schien es, als könnten die Zebras wenigstens einen Punkt retten – dann stieg Michael Damgaard gegen die durch eine Zeitstrafe gegen Wiencek dezimierte Kieler Abwehr hoch und traf. Eine Sekunde später war Schluss, die Zebras ließen die Köpfe hängen. Und die Getec-Arena stand Kopf.

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Ein Artikel von
Niklas Schomburg
Sportredaktion

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