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Schwache zehn Minuten schon vergessen

THW nach Sieg beim BHC Schwache zehn Minuten schon vergessen

Zwischendurch war es kurios, streckenweise ein wenig attraktives Spiel aufs leere Tor, am Ende zählen für den THW Kiel nur zwei wichtige Auswärtspunkte. Da nagten auch die zehn Minuten nach der Pause gegen den Bergischen HC nicht mehr am Gemüt.

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Marko Vujin erzielte nach seiner Einwechslung wichtige Tore für den THW und half so, den Sieg in Köln unter Dach und Fach zu bringen.

Quelle: imago

Köln. „Es war wieder klar zu sehen: Du darfst dir keine Schwäche erlauben“, sagte THW-Geschäftsführer Thorsten Storm nach der Partie in Köln. Gemeint war der 6:0-Lauf des Bergischen HC bis zum 18:18. „Da waren wir nicht konsequent genug, haben viel verworfen“, sagte der siebenfache Torschütze Steffen Weinhold, und Kreisläufer René Toft Hansen ergänzte: „Das waren unglaubliche zehn Minuten, das darf nicht passieren.“ Auch das Timeout von THW-Coach Alfred Gislason (37.) durchbrach die Schwächephase nicht. „Ich weiß nicht mehr, was ich in der Auszeit gesagt habe, ich war ein bisschen aufgeregt, das muss ich zugeben“, erklärte der Isländer nach dem schlussendlich souveränen 31:25-Erfolg. Da hatte er Entspanntheit und Lachen schon lange wiedergefunden.

Den Trainer brachte auch die kleine Formdelle seiner bisher so unglaublich stark aufspielenden „Young Guns“ Nikola Bilyk und Lukas Nilsson nicht aus der Fassung. „Ich habe direkt nach dem Spiel schon zu Niko gesagt, dass ich das mit 19 genauso gemacht hätte wie er heute“, sagte Gislason lachend. „Es ist das Normalste der Welt, dass die beiden mal so ein Spiel und mal so eins abliefern.“ Weinhold ergänzte: „Zum Glück haben wir uns nach 40 Minuten gefangen und konnten die Halle wieder beruhigen.“ Die gut 5000 Zuschauer, die sich in der 19400 Menschen fassenden Lanxess-Arena verloren und nur wenig Heimspielatmosphäre aufkommen ließen, waren zuvor tatsächlich etwas lauter geworden. Doch wichtige Tore des frischen Marko Vujin – Gislason: „Er hat uns in dieser Phase sehr geholfen“ – und weitere Treffer auf das verwaiste BHC-Tor sorgten für Stille.

Kein Gefühl der Gefahr für den THW

Diese fast blindwütige Marschrichtung der Gastgeber, im Angriff durchweg mit siebtem Feldspieler zu agieren, bescherte den Kielern elf einfache Tore. „Ja, das ist viel. Aber ich denke, die Quote wäre mit Gegenstößen genau so gewesen, es spielt also keine Rolle“, sagte Altmeister Viktor Szilagyi. „Wir wussten, dass wir nur dann eine kleine Chance haben, wenn wir das mit sieben Feldspielern durchziehen“, sagte auch BHC-Coach Sebastian Hinze. „Wir hatten eine überragende Anfangsphase in der zweiten Hälfte. Aber Kiel lässt sich dadurch halt nicht aus der Ruhe bringen.“

Das Gefühl, der Gastgeber könne dem THW wirklich gefährlich werden, hatte man in der Tat nicht. Eher schon Mitleid mit Nikola Bilyk, der in Durchgang zwei Rune Dahmke auf Linksaußen vertrat und ohne Treffer blieb. „Rune so lange spielen zu lassen, war ohnehin grenzwertig“, sagte Gislason über den gerade erst ins Team Zurückgekehrten. „Niko hat das ordentlich gemacht, er war ja auch oft frei – nur getroffen hat er nicht.“

Mit guter Stimmung machte sich der THW-Tross auf den Weg nach Leverkusen, wo er den Donnerstag verbrachte. Ehe Gislason dort zum Training bat und am Freitagvormittag Flug nach Wien und Busfahrt nach Veszprem anstehen, durften die Zebras aber erst mal ausschlafen – das hatten sie sich trotz der kleinen Schwäche redlich verdient.

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Ein Artikel von
Niklas Schomburg
Sportredaktion

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Foto: Der THW Kiel war am Mittwochabend beim Auswärtsspiel in Köln zu Gast.

Deutlich mit 31:25 (18:12) hat der THW Kiel sein Bundesliga-Auswärtsspiel in Köln gegen den Bergischen HC gewonnen. In 50 komplett souveräne Minuten mischte sich im Zebraspiel aber auch eine zehn Minuten dauernde Schwächephase, in der die Kieler den BHC nach Sechs-Tore-Führung wieder aufschließen ließen.

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