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Mehr als dieses Spiel geht nicht

Vor Handball-Nordderby Mehr als dieses Spiel geht nicht

Mehr geht nicht. Die Handball-Bundesliga läutet ihre zweite Saisonhälfte mit dem Spiel der Spiele ein. Am Mittwoch (19 Uhr) kommt es in der mit 6300 Zuschauern restlos ausverkauften Flens-Arena zum Nordderby zwischen der SG Flensburg-Handewitt und dem THW Kiel.

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Die Schlussszene des Bundesliga-Hinspiels, das der THW Kiel am 13. November 2016 in der Sparkassen-Arena nicht zuletzt dank der Leistungen von Torwart Andreas Wolff mit 24:23 gewann. Der Flensburger Anders Eggert trifft in der letzten Aktion mit seinem Siebenmeter nur den Innenpfosten.

Quelle: imago

Flensburg. Es ist die 92. Auflage des Landesderbys und wie (fast) immer steht viel auf dem Spiel. Flensburg führt die Tabelle nach 18 Spieltagen mit 33:3 Punkten an und will nach 2004 endlich die zweite Meisterschaft einfahren. Doch sowohl der Rekordmeister aus Kiel, als auch der Titelverteidiger aus Mannheim, die Rhein-Neckar Löwen, die das Trio im Meisterschaftsrennen mit jeweils 32:4 Punkten komplettieren, haben etwas dagegen.

 Der THW stellte seine Ambitionen am 13. November im Hinspiel eindrucksvoll unter Beweis. Beim 24:23 (11:14)-Sieg fügte Kiel dem ewigen Rivalen die bislang einzige Niederlage in der laufenden Saison zu. Ein wichtiger, wenn nicht der entscheidende Akteur: Andreas Wolff, der 25 Bälle abwehrte. Und der Derwisch im THW-Gehäuse war auch an der Schlussszene beteiligt, als der Flensburger Anders Eggert mit dem finalen Siebenmeter nur den Innenpfosten traf. „Rechts an mir vorbei, ausgeguckt, reicht!“ triumphierte Wolff. Vielleicht auch ein Spiel, das ihn zu Deutschlands Handballer des Jahres 2016 gemacht hat.

 Wollen die Zebras ihren Anspruch auf die 21. Meisterschaft untermauern, sollten sie zumindest nicht verlieren. Bei einem Sieg der SG läge der THW drei Punkte zurück, bei bereits jetzt deutlich besserer Tordifferenz der Flensburger (+40). „Egal wie das Spiel ausgeht, es wird keine Vorentscheidung im Rennen um die Meisterschaft sein, aber es ist ein enorm wichtiges Spiel“, stuft Dierk Schmäschke die Situation ein. Der SG-Geschäftsführer unterstreicht: „Wir wollen natürlich möglichst mit einem Sieg starten und haben vollen Fokus auf diese Partie.“

 Dies war zuletzt gar nicht einfach in Flensburg. Während der gesamten WM-Pause war der mögliche Abgang von Erfolgscoach Ljubomir Vranjes das allumfassende Thema. Vor einer Woche gab es Klarheit: Der Schwede verlässt die SG im Sommer und wird Trainer bei Ungarns Topklub Veszprém und dem Nationalteam der Magyaren. Verabschieden will er sich mit der Meisterschaft, dem einzigen Titel den er in elf Jahren als Spieler oder Trainer in Flensburg noch nicht gewonnen hat.

 Seither beschäftigt die Flensburger Handball-Seele die Frage nach dem Nachfolger. Ex-Spieler Christian Berge wird ebenso gehandelt wie der aktuelle Co-Trainer Maik Machulla. Dazu geben die Verantwortlichen „keine Wasserstandsmeldungen“ ab. Schon gar nicht vor dem Derby mit dem Erzrivalen. Zu wichtig ist diese Partie. „Ein Derby ist und bleibt ein Derby. Diese Begegnung elektrisiert immer und verliert nie ihren Reiz, da können wir auch noch so oft gegeneinander gespielt haben“, sagt Schmäschke und erinnert daran, dass es inklusive der beiden Champions-League-Partien bereits das vierte Duell in der laufenden Spielzeit ist. Der THW führt mit 2:1.

 Der THW fährt mit nahezu komplettem Kader in den Norden. Allein Steffen Weinhold fehlt nach dem Riss des vorderen Syndesmosebandes im rechten Sprunggelenk in der Partie in Magdeburg. Die SG muss auf Johan Jakobsson verzichten. Der Schwede verpasste die WM in Frankreich wegen einer Gehirnerschütterung, deren Nachwirkungen er immer noch nicht überwunden hat. Anders Eggert dagegen kann spielen. Der Däne hatte wegen Rückenbeschwerden auf das All Star Game in Leipzig verzichtet. In seinem letzten Bundesliga-Duell mit dem THW – Eggert wechselt im Sommer nach Skjern in seine dänische Heimat – will er jedoch nicht fehlen, denn auch für die Spieler gilt: Mehr als dieses Spiel geht nicht.

 Von Ruwen Möller und Jens Kunkel

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