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Zebras siegen souverän in Stuttgart

36:24-Sieg Zebras siegen souverän in Stuttgart

Nach zahlreichen Aussetzern zu Saisonbeginn kommt Ex-Meister THW Kiel allmählich in Schwung. Die Kieler siegten bei TVB 1898 Stuttgart leicht und locker mit 36:24 (9:16) und schoben sich damit an die Spitzengruppe der Bundesliga heran.

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Der THW Kiel flog in Stuttgart mit Leichtigkeit zum Sieg.

Quelle: imago

Stuttgart. Die Serie des THW Kiel hält. Die Zebras sind in der Handball-Bundesliga weiter im Aufwind, seit Donnerstagabend nun schon seit fünf Begegnungen ungeschlagen. Das 36:24 (16:9) beim TV Bittenfeld in Stuttgart gerät zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.

Die Verantwortlichen des TVB schauen etwas zu weit nach vorn, haben die Pressekonferenz auch mit einer Platzkarte „Viktor Szilagyi/Sportlicher Leiter THW“ ausgestattet. Das dauert noch sieben Wochen, noch ist der Österreicher nicht da, und sein künftiger Arbeitgeber denkt im Hier und Jetzt der abebbenden Krise nur ganz pragmatisch von Spiel zu Spiel. Das gegen die Wild Boys in der nicht annähernd ausverkauften Porsche Arena muss allerdings zuerst einmal kurzfristig nach hinten verlegt werden. Der Stuttgarter Hauptbahnhof ist ein einziger Krater, der Verkehr versinkt im Chaos, die Blechlawine quält sich vorbei am Zirkus Krone entlang des Cannstatter Wasen.

Die Lateintänzer des 1.TC Ludwigsburg bereiten dann endlich feurig das Feld, auf dem die Gäste zumindest phasenweise ein Feuerwerk zünden, als hätte es die Krise nie gegeben. Hätte nicht der überragende THW-Keeper Niklas Landin sein Zielwasser im Umschaltspiel kurzerhand weggelassen, der Kieler Vorsprung fiele nach 30 Minuten noch eklatanter aus als mit 16:9. Wo das Tempospiel noch hakt (Landin: „Die Pässe waren einfach schlecht von mir“), überzeugt der THW im Positionsangriff, leistet dem Harmoniezugewinn zwischen Miha Zarabec in der Mitte und Marko Vujin auf Halbrechts Vorschub (bisher bitter nötig), hat jedoch andere Protagonisten, die diesen Abend prägen. Niklas Landin (10 Paraden bis zur Pause) allen voran, den traumwandlerisch sicher einnetzenden Nikola Bilyk und Linksaußen Rune Dahmke, dem gegen Stuttgarts guten Jogi Bitter auch die schönen Dreher gelingen (9:5/19.). Nach Halbzeit eins liegt nur der Ausfall von Steffen Weinhold (Wadenzerrung) schwer im Magen.

Für Alfred Gislason jedenfalls gibt es keinen Grund, etwas zu verändern. Einzig Ole Rahmel muss nach der Pause für Weinhold auf Halb decken, Vujin bleibt auch in der Deckung auf Außen auf dem Feld, und ist irgendwann mitverantwortlich dafür, dass ein gutes Spiel ein gutes bleibt. Hinter dem starken Bilyk (7 Tore), treffen Niclas Ekberg und Rune Dahmke je sechsmal, Vujin fünfmal. Und auch wenn René Toft Hansen schließlich auf hohem Niveau klagt: „Das war nach der Pause unkonzentriert und nicht beweglich genug.“ Beim 28:18 durch Marko Vujin (48.) wird ein Klassenunterschied erkennbar. Hier der flüssig mit dem quirligen Zarabec kombinierende, druckvolle THW mit einer kompromisslosen Deckung und einem „überragenden Landin“ (Gislason), der erst in der 46. Minute für Andreas Wolff Platz macht. Da zuweilen auch konditionell einbrechende Stuttgarter, bei denen Unsicherheit mit zunehmender Spieldauer Raum greift. „Wenn der THW so ein gutes Spiel macht, haben wir keine Chance“, resümiert TVB-Trainer Markus Baur. „Mich ärgert nur, dass wir es den Kielern nicht noch schwerer gemacht haben.“

Am Ende ist’s für die Zebras auch ein Schaulaufen für Gemüt und Auge: Wolff aufs leere Tor (30:20/52.), der eingewechselte Lukas Nilsson zweimal mit Wucht (34:22/58.), der zuletzt so selten berücksichtigte Sebastian Firnhaber zum finalen 36:24 (60.). „Das war richtig gut. Die schweren Zeiten sind vorbei“, sagt ein strahlender Regisseur Miha Zarabec. „Die Brest-Reise war für die Jungs die Hölle“, so Alfred Gislason. „Gut, dass wir bald wieder zu Hause sind.“ Nach einer Nacht in Stuttgart geht es heute um 9.30 Uhr mit dem Flieger via Hamburg nach Kiel zurück.

TVB Stuttgart – THW Kiel 24:36 (9:16)

TVB Stuttgart: Bitter (1.-60. Minute/9 Paraden), Maier (bei einem 7m und ab 44./2) – Häfner, Salger 5, Weiß 3, Schagen 4/3, Schweikardt, Späth 2, Röthlisberger 1, Burmeister 1, Kretschmer 1, Orlowski 7, Pfattheicher.

THW Kiel: Landin (1.-60. Minute/12 Paraden), Wolff (bei einem 7m und ab 46./2 Paraden/1 Tor) – Toft Hansen 3, Firnhaber 1, Weinhold, Dissinger, Wiencek 3, Ekberg 6/4, Zeitz, Frend Öfors 1, Rahmel, Dahmke 6, Zarabec 1, Vujin 5, Bilyk 7, Nilsson 2.

Schiedsrichter: Hurst/Krag (Oberursel/Frankfurt) – Strafminuten: TVB 2 (Schweikardt), THW 2 (Dahmke) – Siebenmeter: TVB 3/3, THW 4/4 – Spielfilm: 1:0, 1:2, 3:3 (8.), 3:5, 4:7 (13.), 5:9, 6:10 (21.), 7:14 (28.), 8:16, 9:16 – 11:19, 13:20 (38.), 13:22, 16:25, 18:28 (48.), 20:32, 22:34, 24:36 – Zuschauer: 5521 in der Porsche Arena in Stuttgart.

 

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Ein Artikel von
Tamo Schwarz
Sportredaktion

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