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„Ich hoffe, dass wir Europameister werden“

Bald-Zebra Andreas Wolff „Ich hoffe, dass wir Europameister werden“

National-Torhüter Andreas Wolff, der im Sommer zum THW Kiel wechseln wird, prescht gern vor. Immer im Rahmen des Erlaubten. Am Dienstag, einen Tag nach dem furiosen Sieg gegen Schweden, sagte der 1,98-Meter-Baum: „Ich hoffe, dass wir Europameister werden. Träumen ist erlaubt.“

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Zwei, die maßgeblichen Anteil am Sieg der Deutschen gegen Schweden hatten: Rune Dahmke (Nr. 34) herzt Andreas Wolff.

Quelle: Sascha Klahn

Breslau. Seine ersten Punkte in Flensburg hat Andreas Wolff nicht in der „Hölle Nord“ der SG Flensburg-Handewitt geholt. Der 24-Jährige von der HSG Wetzlar liebt PS-starke Autos, hat sich mit seiner Verlobten Samira einen Nissan GTR als Traumauto ausgeguckt.

Ein positiv Verrückter sei der Keeper. Wie Torhüter eben so sind. Ab und zu, weiß Rechtsaußen Tobias Reichmann, müsse sich Wolff darum „schon mal einen Spruch anhören“. Auf dem Feld ist er ein Vulkan, hat Carsten Lichtlein in den bisherigen EM-Partien in den Schatten gestellt, sorgt für den Explosionsfaktor im deutschen Team. Für die Schweden war er der böse Wolff im deutschen Tor, parierte 42 Prozent aller Bälle, wurde als bester Spieler geehrt. „Er war unser Matchwinner, hat uns noch nie enttäuscht“, sagt Bundestrainer Dagur Sigurdsson.

 Abseits des Feldes kommt das Lamm im Wolf(f)spelz zum Vorschein. Nach Abpfiff der Partie suchte Wolff als erstes seine Eltern in der Halle. Auch die Großeltern sind nach Breslau gereist. „Es ist schön, dass sie da sind.“ Seine Rituale vor einem Spiel will das Zebra in spe nicht verraten, aber eine Regel hat er: „Ich würde niemals schlecht über einen Gegner sprechen.“ Doch Wolff plappere zu viel? Zimmerkollege Jannik Kohlbacher sagt das. Der Torwartriese muss offenbar zu allem seinen Senf dazu geben. Ein Mann der Gegensätze: mag deutschen Hiphop, aber auch harte Kost wie Slipknot und Rammstein; Pfannkuchen, aber bloß kein Gemüse. Böse ist er gewiss nicht, liebt aber Thriller, entspannte nach dem Schwedenschocker mit dem Roman „Krähenmädchen“ (Erik Axl Sund).

 Adrenalin zum Runterkommen. Für den Mann, der in die Weltspitze, aber nach zwei starken Auftritten nicht in die Start-Sieben drängt. Er, der Silvio Heinevetter aus dem Kader schubste, sagt: „Never change a running system.“ Soll heißen, Wolff wolle gegen den 35-jährigen Routinier Carsten Lichtlein nicht aufbegehren. „Carsten hat mehr als 200 Länderspiele. Nur weil er in zwei Spielen von der Abwehr im Stich gelassen wurde, werde ich an seinem Status nicht rütteln.“ Dieser Wolff wartet auf seine Chance, und dann explodiert er.

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Ein Artikel von
Tamo Schwarz
Sportredaktion

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