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Reifeprüfung bestanden

Handball-EM Reifeprüfung bestanden

Die deutsche Handballbande rockt weiter die Europameisterschaft in Polen und hat am Mittwoch seine Reifeprüfung mit einem 25:21 (12:10) gegen Slowenien bestanden. Das Team von Bundestrainer Sigurdsson zieht in die Hauptrunde ein und trifft nun auf Ungarn (Freitag), Russland (Sonntag) und Dänemark (Mittwoch).

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Rune Dahmke fliegt beim Wurf dem slowenischen Torwart Gorad Skof entgegen.

Quelle: Sascha Klahn

Breslau. Drittes Gruppenspiel, zweiter Sieg – zwei Punkte nehmen die Deutschen mit, bleiben in Breslau. Dass dort in der Jahrhunderthalle 14 EM-Debütanten auf dem Feld stehen, ist am Mittwoch endgültig nicht mehr zu spüren. Dagur Sigurdsson stellt nur auf einer Position um: Andreas Wolff hat sich in die Start-Sieben gespielt und legt zwischen den Pfosten los wie eine Nummer eins. Trotzdem mutet der Auftritt bis zur zehnten Minute noch durchwachsen an, weil die Schiedsrichter hart durchgreifen, Christian Dissinger nach acht Minuten bereits seine zweite Zeitstrafe kassiert und die Slowenen mit einer mega-offensiven Deckung erst einmal alle Bemühungen im Positionsspiel zerstören. Auch in der Abwehr läuft es zuerst nicht rund: Slowenien macht das Spiel breit, bringt die deutsche Deckung in die Bredouille, geht mit 5:2 in Führung (10.). Erst ein 4:0-Lauf zum 6:5 (17.) lässt Gorazd Skof im slowenischen Tor wanken, die Slowenen denken jetzt nach, produzieren Fehler, und Deutschland wird immer besser in der Abwehr.

„Der Sieg gibt Selbstvertrauen. Die Jungs werden auch noch hungriger“, sagt Sigurdsson nach dem Abpfiff. Hunger, den besonders die „Bad boys“ Finn Lemke und Hendrik Pekeler im Mittelblock und nach der Pause Kapitän Steffen Weinhold an den Tag legen. Weinhold wird später zum besten Spieler der Partie gewählt, ist Ideengeber von Halbrechts, macht das Angriffsspiel unberechenbar. 2,10-Meter-Riese Lemke sprintet zurück, fängt einen Ball ab, Weinhold trifft zum 15:11 (39.). Der Schlagwurf-Treffer des Kielers zum 16:12 (41.) wird zum Sinnbild für die deutsche Überlegenheit, den Teamgeist an diesem Tag. Weinhold zieht aus unmöglichem Winkel ab, der Ball schlägt ein, der Linkshänder reckt den Arm in die Luft, einen Finger ausgestreckt.

Teamgeist, der sich gegen Slowenien mehr als zuvor Bahn bricht. Sigurdsson bringt den ungeahnt beweglichen Jannik Kohlbacher am Kreis, Martin Strobel lange Zeit im Rückraum. Tobias Reichmann (fünf Tore) und Rune Dahmke (4) zeigen sich treffsicher, Dahmkes viertes Tor zum 23:18 (56.) bringt die Vorentscheidung in einer handfesten, einer harten Begegnung, in der die Nationalmannschaft ihren Qualitätskatalog wieder erweitert. Slowenien reagiert mit Dean Bombac auf der Spielmacherposition – folgenlos, sein Trainer Veselin Vujovic zetert an der Seitenlinie wie Rumpelstilzchen.

Ein paar Hundert deutsche Fans in Breslau singen „Oh, wie ist das schön“. Und Teammanager Oliver Roggisch schwärmt von Abwehrchef Lemke: „Ich habe selten gesehen, dass sich ein Spieler so entwickelt. Alle sehen immer nur die Torschützen, mir macht es Spaß, ihm zuzusehen.“ Vorsichtig sagt Rune Dahmke: „Wenn wir so wie heute gegen diese tollen Individualisten Sloweniens die Abwehr stellen, ist noch viel möglich im Turnier.“ Vom Halbfinale will niemand sprechen. Aber das deutsche Team hat seinen Stil kultiviert. Kapitän Weinhold weiß: „Es tut weh, gegen uns zu spielen.“

Aus Breslau: Tamo Schwarz und Sascha Klahn (Fotos)

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