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Deutschland trifft auf Ungarn

Handball-EM Deutschland trifft auf Ungarn

Die Belohnung der deutschen Handballer für den Einzug in die Hauptrunde der Europameisterschaft in Polen fiel imposant aus: Fleischberge und Tiramisu zum Nachtisch beim Italiener „La Scala Piccola Italia“ in der Altstadt von Breslau. Am Freitag trifft die deutsche Nationalmannschaft auf Ungarn.

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Die Fans in Breslau stehen hinter der deutschen Mannschaft. Nach drei Spielen in der Vorrunde geht es jetzt in die Verlängerung. Auch in der Hauptrunde bleibt Deutschland in der schönen Jahrhunderthalle.

Quelle: Sascha Klahn

Breslau. Am nächsten Morgen waren die Spieler von Bundestrainer Dagur Sigurdsson, die in Polen den Ruf der jungen, mutigen, unbekümmertem „No Names“ genießen, schnell wieder im Arbeitsmodus. Nächster Schritt Hauptrunde, nächster Gegner Ungarn (Freitag, 18.15 Uhr/ZDF). Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

 Russland (Sonntag, 18.15 Uhr/ARD) und Dänemark (Mittwoch, 18.15 Uhr/ARD) heißen die weiteren Gegner, mit denen sich Sigurdsson am Donnerstag allerdings nicht beschäftigen will: „Wir spielen am Freitag gegen Ungarn. Alles andere ist mir Wurscht.“ Zwar müsse auch der Isländer zugeben: „Dänemark ist eine Übermannschaft.“ Aber man dürfe nicht unterschätzen, dass es für Ungarn und seinen erfahrenen Trainer Talant Dujshebaev (Sigurdsson: „Ein starker Stratege“) auch noch um einen Platz in einem der Olympia-Qualifkationsturniere gehe. „Jetzt gilt’s, jetzt sind wir drin im Turnier“, sagt Kapitän Steffen Weinhold. Mehr als fünf Millionen Zuschauer hatten den 25:21-Sieg der Deutschen gegen Slowenien an den Fernsehschirmen sehen wollen. „Bemerkenswert, wir sind jetzt auch in Deutschland angekommen“, wie Bob Hanning, Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes, befindet. Hanning beschwört gleich noch einmal den „Geist der Mannschaft“. „Wie ein Steffen Weinhold als Führungsspieler mit den jungen Spielern spricht. Oder was Carsten Lichtlein, der im Tor noch nicht ins Turnier gefunden hat, von der Bank leistet – das zeigt das große Miteinander auf dem Weg bis 2020.“ Könnte schon in Breslau 2016 keimen, was am Ende zu einer erfolgreichen Heim-Weltmeisterschaft 2019 und Olympia-Gold 2020 führen soll?

 So weit will der Bundestrainer nicht denken. „Kampf, Leidenschaft, Systemtreue, Disziplin: Meine Spieler haben sich in der Vorrunde gute Noten verdient. Jetzt kommen die Spiele Nummer vier, fünf und sechs. Wir haben eine junge Mannschaft, und junge Leute regenerieren schneller als alte. Vielleicht ist das ein Frischevorteil.“ Frische plus starke Abwehr plus starkes Umschaltspiel – das mit einem Schnitt von nur 24,9 Jahren mit Abstand jüngste Team des Turniers hat Blut geleckt, weiß jetzt, was es kann. „Alles ist möglich, aber wir dürfen jetzt auch nicht überdrehen. Wir haben die Blamage verhindert und die Pflicht gemeistert. Mehr nicht“, sagt Torwart Andreas Wolff. Das weiß auch der junge Kreisläufer Jannik Kohlbacher (20) von der HSG Wetzlar, der mit seiner Spielweise gegen Slowenien wichtige Löcher in der gegnerischen Deckung riss: „Wir träumen von einer Medaille. Wenn wir weiterhin so knallhart Abwehr spielen, können wir viel erreichen.“

 Der Wind hat sich innerhalb von drei Spielen gedreht. Vergessen ist die Bescheidenheit. Das spürt auch das Umfeld. „Die Chance ist da, eine Medaille zu holen“, sagt der ehemalige Welthandballer Daniel Stephan. Der heute 42-Jährige führte 2004 als Spielmacher Regie. Damals wurde Deutschland Europameister. Steffen Weinhold übt sich nach dem Parforceritt der Vorrunde lieber in Zurückhaltung. „Im Angriff haben wir sicher noch Luft nach oben. Aber wir wissen, dass erst einmal die Abwehr der Grundstein zum Erfolg sein muss.“ Die Abwehr, bis dato die Paradedisziplin einer frech aufspielenden Mannschaft. Eine, die sich nicht einschüchtern lässt. „Jeder Gegner in der Hauptrunde“, so Weinhold, „wird wissen, dass es wehtut, gegen uns zu spielen.“

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Ein Artikel von
Tamo Schwarz
Sportredaktion

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