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Das Handball-Wunder ist perfekt

DHB-Team holt EM-Titel Das Handball-Wunder ist perfekt

Die deutschen Handballer sind zum zweiten Mal nach 2004 Europameister. Die Mannschaft um den überragenden Torwart Andreas Wolff gewann das Endspiel gegen Spanien am Sonntag in Krakau mit 24:17 (10:6).

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Deutschland ist Handball-Europameister.

Quelle: Jens Wolf/dpa

Krakau. Sie tanzten vor dem Tor ihres überragenden Schlussmanns und sangen: „Oh, wie ist das schön.“ Deutschlands Handballer haben ihren sensationellen Auftritt bei der EM mit Gold gekrönt. Dank ihres schier unüberwindbaren Keepers Andreas Wolff und einer grandiosen Teamleistung setzte sich die junge Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson mit 24:17 (10:6) gegen den zweimaligen Weltmeister Spanien durch. „Das war eine unglaubliche Leistung. Diese Mannschaft hat heute Geschichte geschrieben mit ihren jungen Jahren“, sagte DHB-Vizepräsident Bon Hanning. „EUROPAMEISTER!! Ihr seid der absolute Wahnsinn! Glückwunsch“, twitterte Fußball-Weltmeister Bastian Schweinsteiger.

Weit vor dem Ende hüpften die Spieler an der Seitenlinie, Sigurdsson drückte jeden einzelnen seiner Handball-Helden. Teilweise in Sieger-T-Shirts mit goldener Aufschrift „badboys“ kosteten die deutschen Spieler jede Sekunde aus.

Es ist der größte Erfolg für den Deutschen Handball-Bund seit dem WM-Titel 2007. Mit der Goldmedaille um den Hals und dem Direktticket für die Olympischen Spiele in Rio in der Tasche darf sich die DHB-Auswahl an diesem Montag bei der Party in Berlin feiern lassen.

Hier sehen Sie Bilder vom Handball-EM-Finale zwischen Deutschland und Spanien.

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Dabei herrschte in der Tauron-Arena von Krakau schon Heimspiel-Atmosphäre. Als das deutsche Team den ersten Angriffsversuch der Spanier, die im ersten EM-Duell in Polen Deutschland noch 32:29 besiegt hatten, erfolgreich blockte und den Ball eroberte, brandete tosender Applaus unter den 15 000 Zuschauern aus. Erst recht beim 1:0 durch Linksaußen Rune Dahmke. Und in Deutschland drückte selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel die Daumen.

Worauf es ankam, um zum zweiten Mal nach 2004 den EM-Titel nach Deutschland zu holen, war klar. „Wir müssen eine sehr starke Abwehr haben“, betonte Sigurdsson unmittelbar vor dem Anpfiff. Und seine Jungs, formiert in einer 6:0-Deckung, setzten das brillant um, erlaubten den Spaniern in den ersten sechs Minuten der Partie nicht mal einen einzigen Treffer. Erst per Siebenmeter überwanden die Iberer erstmals den überragenden Wolff.

Sigurdson: Schnell umschalten

Unbeeindruckt setzte die deutsche Mannschaft auch Sigurdssons zweite Forderung um: Schnell umschalten. Die Folge: eine 4:1-Führung in der neunten Minuten nach dem dritten Tor von Joker Kai Häfner. Der Nachrücker hatte schon den entscheidenden Treffer im Halbfinale zum 34:33 nach Verlängerung gegen Norwegen erzielt. Die Treffer zeigten Wirkung bei den Spaniern. Die Blicke wurden schon etwas verzweifelt. Egal, was sie versuchten, letztlich kamen sie entweder am deutschen Abwehrblock oder am grandios aufgelegten Torwart nicht vorbei. Von den Rängen hallten bereits „Andy-Wolff“-Sprechchöre.

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Und der 24 Jahre alte Keeper von der HSG Wetzlar zeigte weiter, warum er wie Rechtsaußen Tobias Reichmann ins EM-Allstar-Team gewählt wurde. „Andy hält überragend. Wir haben uns sehr gut auf die Spanier eingestellt. Und wenn mal einer durchkommt, hat er ihn“, meinte der von Wolff als Nummer 1 verdrängte Carsten Lichtlein. Nach gut elf Minuten gelang den Spaniern erst das erste Feldtor.

Mickrige sechs Treffer ließen Wolff und seine Vorderleute den Spaniern zu: Das bzw. noch weniger gab es bei allen vorangegangenen 47 EM-Spielen in Polen nur einmal (Frankreich — Weißrussland zur Pause 20:5). In einem EM-Finale gab es das aber noch nie. „Da steht eine deutsche Mauer“, meinte Ex-Handballstar und TV-Experte Stefan Kretzschmar bei der ARD.

Und sie bröckelte auch nach der Pause nicht. Wolff, hernach zum besten Spieler der Partie gewählt, schraubte seine Paradenbilanz zwischenzeitig auf unfassbare 56 Prozent hoch. Selbst der zweite verworfene Siebenmeter von Reichmann kurz nach der Pause war zu verschmerzen. Denn auch die Spanier trafen nicht aus sieben Metern, Wolff schien sie regelrecht zermürbt zu haben: 15 Minuten vor Ende der Partie führte Deutschland mit sieben Toren (16:9). Auf den Rängen fieberten auch die verletzten Leistungsträger Steffen Weinhold, Kapitän des Teams, und Christian Dissinger mit.

Doch selbst wenn die Spanier ihrerseits, meist durch Siebenmeter mal trafen. Die von Sigurdsson perfekt eingestellt Deutschen hatten stets die richtig Antwort. So wie Deutschlands erfolgreichster Werfer, Kai Häfner, als er mit seinem siebten Treffer wieder eine Sieben-Tore-Führung herstellte. Auf acht kam er insgesamt. Wie im Rausch setzten sie die Demütigung der hilflosen Spanier fort.

Sportminister Studt gratuliert dem Team

Sportminister Stefan Studt gratuliert der deutschen Handball-Nationalmannschaft zur Goldmedaille bei der Europameisterschaft in Polen: „Das Wintermärchen ist perfekt. Ich gratuliere der deutschen Handball-Nationalmannschaft zum Gewinn der Europameisterschaft. Nicht die Mannschaft mit den besten Individualisten hat gewonnen, gesiegt hat ein junges und hochtalentiertes Team, in dem jeder für jeden gekämpft und gespielt hat. Die taktische Flexibilität unter Bundestrainer Dagur Sigurdsson ist beeindruckend. Ich glaube, wir haben die Zukunft des Handballs gesehen.“

Besondere Anerkennung gab es für die Nationalspieler aus Schleswig-Holstein:  „Wie Kapitän Steffen Weinhold , der wurfgewaltige Christian Dissinger und ,The Handgelenk‘ Rune Dahmke bei der Europameisterschaft aufgespielt haben, nötigt mir allerhöchsten Respekt ab. Ihre Leistungen sind auch Beleg dafür, dass das Nachwuchskonzept des Deutschen Handballbundes sehr gut funktioniert.“ Den verletzten Dissinger und Weinhold wünschte Stefan Studt gute Genesung: „Werden Sie schnell wieder gesund! Sie werden im Verein und in der Nationalmannschaft gebraucht.“

Erst der Sieg der Kielerin Angelique Kerber bei den Australian Open, dann der Europameistertitel für die deutsche Handball-Nationalmannschaft mit absoluten Leistungsträgern aus unserem Bundesland: „Für Deutschland und speziell auch für Schleswig-Holstein war es ein goldenes Sportwochenende!“ 

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Der Kieler Rune Dahmke (Mitte) glänzte in einigen Schlüsselszenen, erzielte vier Treffer und hatte Anteil daran, dass die Spanier mit Cristian Ugalde (links) und Antonio Jesus Garcia zusehends verzweifelten.

Der Traum ist in Erfüllung gegangen: Deutschland ist Europameister. Das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson hat am Sonntag vor 15000 Zuschauern in der Tauron Arena von Krakau sein Meisterstück gemacht und Spanien mit 24:17 (10:6) regelrecht deklassiert.

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