17 ° / 16 ° Regen

Navigation:
Aus der Traum für Polen

Handball-EM Aus der Traum für Polen

So sehr hatten die Polen auf eine Medaille bei der Handball-EM im eigenen Land gehofft. Doch eine überdeutliche Niederlage kostete die Halbfinal-Teilnahme. Die Trauer ist groß. Ein Trainer, der die Schuld für das unerwartet frühe Aus bei der Heim-EM ganz auf sich nahm und zurücktrat.

Voriger Artikel
Handball-EM: Keiler Weinhold und Dissinger bleiben bei Team
Nächster Artikel
Der Weg nach Krakau

Nationaltrainer Michael Biegler kniet nieder und verfolgt mit Leichenbittermiene das 23:37-Debakel seiner Mannschaft gegen Kroatien.

Quelle: AFP/Attila Kisbenedek

Krakau. Das 23:37-Debakel gegen Kroatien zum Hauptrunden-Abschluss und der verpasste Halbfinal-Einzug wurden in Polen als Drama im Ausmaß einer griechischen Tragödie wahrgenommen. Die Boulevardzeitung „Fakt“ bewertete das Ganze schlicht als „Katastrophe“; beim Konkurrenten „Super-Express“ hieß es: „Aus der Traum“. Von einem „Horrorspiel“ war in anderen Kommentaren die Rede.

 Der 54 Jahre alte Nationaltrainer Michael Biegler zog mit seinem Rücktritt die Konsequenzen aus dem EM-Aus. Der deutsche Coach des mittlerweile aus der Bundesliga abgemeldeten HSV Hamburg wird die EM-Gastgeber bei der Begegnung um den siebten EM-Platz am Freitag gegen Schweden ein letztes Mal betreuen. Direkt nach dem Schock gegen Kroatien offenbarte Biegler sein Verantwortungsgefühl: „Gebt nicht den Spielern die Schuld. Wenn jemand schuld hat, dann bin ich das“, befand er. „Ich habe an diesem Abend viele falsche Entscheidungen getroffen. Ich entschuldige mich bei den Fans und bei allen Polen.“

 In einer nicht repräsentativen Umfrage des Nachrichtenportals tvn24.pl erteilten ihm spontan 67 Prozent der Anhänger Absolution: Das Match gegen Kroatien sei ein „Unfall“ gewesen, wie er immer mal passieren könne. Nur 33 Prozent waren der Ansicht, dass der Trainer nun gehen müsse.

 Die polnischen Handballprofis mussten nach der üblen Niederlage am späten Mittwochabend erst einmal Trauerarbeit leisten – und versuchten zugleich irgendwie, ihre Fans zu trösten. „Ich kann nicht viel sagen“, stammelte Piotr Wyszomirski, der den Tränen nahe war. „Wir entschuldigen uns für unser Spiel.“ Sein zutiefst enttäuschter Mannschaftskamerad Piotr Chrapkowski äußerte sich ähnlich: „Ich entschuldige mich bei allen Fans für diese Blamage. Nichts lief so, wie es sollte. Das war unser entschieden schlechtestes Spiel.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Handball EM 2016 Polen
Handball EM 2016 Polen
Foto: Kann seinen EM-Turnierauftakt am Sonnabend kaum erwarten: DHB- und THW-Akteur Steffen Weinhold.

Deutschland steht im Halbfinale: Was vor dem Turnier unglaublich erschien, hat sich die deutsche Mannschaft durch ihren unbändigen Auftritt erarbeitet. Nun geht es am Freitagabend (18.30 Uhr) gegen den Ersten der Hauptrundengruppe 1, Norwegen. Und danach wissen wir mehr.mehr

Mehr aus Handball-EM 2/3