11 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Kieler bejubeln ihre Handballer

Nach der EM Kieler bejubeln ihre Handballer

Knapp 300 Fans haben am Dienstagabend in der Halle400 die drei Kieler Handball-Europameister Rune Dahmke, Christian Dissinger und Steffen Weinhold empfangen und bejubelt. Ihnen war der Stolz deutlich anzumerken – aber auch die Müdigkeit.

Voriger Artikel
„Ich bin einfach überglücklich“
Nächster Artikel
DHB-Handballerinnen ohne Müller und Schulze zur EM

Jubelstimmung an der Kieler Förde: Die THW-Fans feiern ihre drei Handball-Europameister.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Massen machten den Titelgewinnern nicht ihre Aufwartung, der Innenraum war nur zu gut einem Drittel gefüllt. Auch die Stimmung wollte zunächst nicht in Schwung kommen, die erste Intonation des Partyklassikers „Oh, wie ist das schön“ kam eher nordisch unterkühlt daher. Dennoch: Durch die Halle schwebte eine Aura der Glücksgefühle und des Stolzes auf die Leistung der DHB-Auswahl und insbesondere auf die Kieler Titelgewinner. „Besser geht’s nicht, die Jungs haben es allen gezeigt. Sie haben ein Wahnsinnsturnier gespielt“, da waren sich Franziska Baumann (20) und Annika Doose (27) einig. Besonders beeindruckt hat die beiden jungen Frauen Andreas Wolff, der schier unüberwindbare Torhüter, der ab Sommer das THW-Trikot tragen wird. „Das Erste, was ich dachte, war: Cool, der kommt zu uns!“, sagte Baumann.

Die Kieler Fans bereiteten den Protagonisten dieses Abends dann einen warmen Empfang: Dahmke, Dissinger und Weinhold waren die Feierstrapazen der vergangenen Tage durchaus anzusehen, als sie in „Zivil“ vor die jubelnden Anhänger traten, mit den zwei goldenen Medaillen um den Hals. Zwei? „Ich habe meine Medaille in der Jubeltraube in Krakau verloren, musste sie unter 20 Zentimetern Konfetti suchen. Zum Glück habe ich sie wiedergefunden, aber das Band ist hin“, erklärte Christian Dissinger.

Es folgte ein Plausch auf der Bühne, in dessen Verlauf die drei Europameister unter anderem mit den „Motivationsvideos“ ihrer daheimgebliebenen Kollegen konfrontiert wurden. „Erstaunlich, dass die Jungs nach dem harten Training in der Vorbereitung noch die Kraft hatten, sich so einen Mist auszudenken“, sagte Rune Dahmke mit Blick auf das ihm nur allzu gut bekannte Übungsprogramm seines Coaches Alfred Gislason. Weinhold ergänzte, er müsse ein ernstes Wörtchen mit Kreisläufer Igor Anic reden, der im ersten Clip den K.o.-Wurf des Spaniers Jorge Maqueda im Eröffnungsspiel nachgestellt hatte. So ernteten die drei so manchen Lacher, auch weil der verletzte Rückraumshooter Dissinger noch immer mit seiner Stimme zu kämpfen hatte.

„Es ist einfach toll, wie die Jungs gespielt und ganz Deutschland damit so begeistert haben“, sagte Volker Lorenzen, Vorsitzender des THW-Fanclubs „Zebrasprotten“. Auf der Bühne ging der Plausch derweil weiter, 45 Minuten lang Fragen und Antworten, Gratulation von Innen- und Sportminister Stefan Studt, alles manchmal ein bisschen spröde. Die Zwei-Tage-Party steckte den EM-Helden in den Knochen. Der THW-Aufsichtsratsvorsitzende Reinhard Ziegenbein bekundete seinen Respekt, „dass ihr hier so lange durchgehalten habt.“ Danach nutzten viele Fans die Gelegenheit, sich mit den Stars fotografieren zu lassen, einmal die Medaille zu berühren. Auch Dahmke, Dissinger und Weinhold merkte man den Stolz nun an. „Es ist unglaublich, dass ihr immer so zu uns haltet und uns unterstützt“, sagte Dahmke.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Handball EM 2016 Polen
Handball EM 2016 Polen
Ein Artikel von
Niklas Schomburg
Sportredaktion

Foto: Kann seinen EM-Turnierauftakt am Sonnabend kaum erwarten: DHB- und THW-Akteur Steffen Weinhold.

Deutschland steht im Halbfinale: Was vor dem Turnier unglaublich erschien, hat sich die deutsche Mannschaft durch ihren unbändigen Auftritt erarbeitet. Nun geht es am Freitagabend (18.30 Uhr) gegen den Ersten der Hauptrundengruppe 1, Norwegen. Und danach wissen wir mehr.mehr

Mehr aus Handball-EM 2/3