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Heimspiel in Polen, Heimweh nach Deutschland

Tobias Reichmann Heimspiel in Polen, Heimweh nach Deutschland

Keiner fliegt so schön wie Tobias Reichmann. Nach der Vorrunde war er der deutsche Torjäger. 19-mal hat der 27-Jährige in drei Partien getroffen. Reichmann ist schnell, schraubt sich weit und hoch, spielt eine überragende EM.

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Polen-Legionär: Tobias Reichmann vor der schönen Kulisse des Rynek, mittelalterlicher Marktplatz von Breslau.

Quelle: Sascha Klahn

Breslau. Und: Er ist nervenstark, hat von zwölf Siebenmetern nur einen verworfen. An der Linie ersetzt er Uwe Gensheimer prächtig, auf Rechtsaußen macht der Linkshänder Patrick Groetzki vergessen. Reichmanns Rezept: jeden Tag ein Maiskolben. Reichmann ist der einzige deutsche Profi, der im Ausland sein Geld verdient. Die EM ist sein Heimspiel, Reichmann spielt bei Meister KS Vive Kielce. Trainer ist dort Talant Dujshebaev, Ungarns Coach. Man kennt sich. Beim THW (2009-2012) konnte sich der gebürtige Ost-Berliner nicht durchsetzen, wechselte nach Wetzlar (2012-2014), dann nach Polen. „Manchmal habe ich schon Heimweh“, gibt der sympathische Blonde zu.

Polen, das war auch ein Kulturschock. „Zu Ostern und vor der Saison bitten wir in der Kirche um Beistand, das gehört hier dazu.“ Reichmanns Vertrag in der 200000-Einwohner-Stadt im Südosten Polens läuft 2017 aus. „Ich will den Vertrag erfüllen. Und würde auch länger bleiben, wenn...“ Reichmann stockt. Wenn Sarina nicht wäre. Die Kielerin und der Sohn Karl Henry (2) sind mitgegangen nach Polen. „Für mich“, weiß Reichmann. Vor dreieinhalb Monaten kam Tochter Ella Sophie zur Welt. Sarina möchte zurück nach Deutschland, und Tobias respektiert das. „Ich will irgendwann wieder Bundesliga spielen“, gibt der Nationalspieler zu. Seine Chance in Polen hat er genutzt. Alle Vereine haben ihn auf dem Zettel. Aber wo möchte er hin? Die Eltern sind in Berlin, die Schwiegereltern in Kiel. Zurück an die Förde? Reichmann lacht: „Schlecht wäre das nicht.“ Die Tür scheint verschlossen. Nach Informationen der Kieler Nachrichten haben sich die Zebras ab Sommer 2017 die Dienste von Ole Rahmel (Erlangen) gesichert. Heimspiel mit Heimweh: So schön wie Tobias Reichmann fliegt keiner für Deutschland.

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Ein Artikel von
Tamo Schwarz
Sportredaktion

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