15 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Eine wunderbare Mischung in den Holstenhallen

46. Holsteiner Kör- und Auktionstage Eine wunderbare Mischung in den Holstenhallen

Von Freitag bis Sonnabend werden auf den 46. Holsteiner Kör- und Auktionstagen in den Holstenhallen von Neumünster die besten jungen Rassevertreter der besten Springpferdezucht der Welt gekürt. Für die Elite wird nach drei Tagen das begehrte Körurteil „gekört“ gefällt.

Voriger Artikel
Jörg Naeve holt sich den Großen Preis
Nächster Artikel
Otto Becker bleibt Cheftrainer der Springreiter

Der Hengst Charleston, Sohn des Cascadello I, war im vergangenen Jahr Sieger der Körung.

Quelle: Janne Bugtrup

Neumünster. Ausschließlich diejenigen der zweijährigen Holsteiner Hengste werden Sonnabend von einer Fach-Kommission gekört, also zur Zucht zugelassen, die nach einem Test-Marathon aus Vormustern, Freispringen und Freilaufen sowie Longieren (nur die Dressurhengste) vom Gebäude (Körper), Fundament (Beine und Hufe), vom Gang- und Springvermögen, sowie vom Interieur dem hohen Standard der Rasse entsprechen. Der Zuchtleiter des Holsteiner Verbandes, Dr. Thomas Nissen, zugleich Vorsitzender der Körkommission, erklärt zum Ablauf: „Auf dem Pflaster können wir beurteilen, wie sich die Pferde im Schritt und Trab an der Hand ihres Vorführers bewegen. Können etwaige Mängel im Gebäude feststellen, die eine Zuchtkarriere ausschließen. Da der Springsport die Domäne des Holsteiners ist, ist das Freispringen von besonderer Bedeutung. Hier beurteilen wir die Manier der Hengste über dem Sprung und schauen, ob sie genug Vermögen mitbringen, um später schwere Parcours zu bewältigen.“

 Der Malenter verspricht sich vom „hippologischen Höhepunkt“ im Holsteiner Kalender einiges: Vorab wurden aus 230 vorgestellten Junghengsten die 60 vielversprechendsten selektiert. Sie stammen von 36 Vätern ab und garantieren, so Dr. Nissen, „eine wunderbare Mischung aus bewährten Holsteiner Hengsten, internationalen Vererbers-Stars und aufstrebenden Junghengsten“. Die hohe Qualität der kleinen Gruppe hat einen Wermutstropfen, ist sie doch das Ergebnis einer – ungewollten – Schrumpfung der Population: Während 2012 noch 400 Hengste zur Begutachtung vorgestellt wurden, waren es 2015 „nur“ noch 250 und in diesem Jahr 20 weniger. „Die Anzahl der vorgestellten Hengste ist ein Spiegelbild der Bedeckungen. Vor drei Jahren haben wir eine Talfahrt erlebt. Damit einhergehend hat eine Verschiebung zu mehr Qualität stattgefunden.“ Für die Züchter ist das positiv zu bewerten, denn die Vorbereitung zur Körung ist mit erheblichen Kosten verbunden. Abgesehen vom Anschaffungspreis des Fohlens oder den Bedeckungskosten der Mutterstute fallen Summen für Aufzucht, Tierarzt und das Training der Junghengste an, die sich zu Tausenden von Euro summieren.

Springpferde sind Markenzeichen

 Dafür wechselt in aller Regel nach erfolgter Körung ein, bei entsprechender Förderung, potenzieller Super-Hengst den Besitzer. Einer dieser Sorte, oder eher: der eine Holsteiner Hengst, ist Casall. Zehn Nachkommen des aktuell erfolgreichsten Pferdes der Holsteiner Zucht treten vor die Körkommission. Und auch seine Söhne, wie Cascadello I, der 2011 Reservesieger war und im Vorjahr mit Charleston den Sieger stellte, haben wiederum Söhne im Lot. Im Fall von Cascadello sieben Stück. Mit Hengsten wie Quiwi Dream und Uriko rücken, so Dr. Nissen, zwei hoffnungsvolle Nachwuchsvererber jeweils drei Söhne ins Rampenlicht. Clarcon und Dinken sind mit ihrem ersten Jahrgang in Neumünster vertreten. Im Turniersport international erfolgreich unterwegs sind Vererber wie Clarimo, Comme il faut, Numero Uno, Plot Blue, Untouchable, Vigo D’Arsouilles und Zirocco Blue. Bei all der geballten genetischen Sprungkraft versichert Dr. Nissen: „Holsteins Markenzeichen ist die Springpferdezucht. Dennoch werden Dressurpferde-Züchter ernst genommen und unterstützt.“ Aus 15 vorgestellten Kandidaten wurden daher vier hoffnungsvolle „Bewegungspferde“ ausgesucht.“ Sie heißen Carbon, Cassidur, Quarabas und Zillian Prime.

 Der Ablauf der Körung wird zu vorangegangenen variieren. Eine Dreiecksmusterung wird es nicht mehr geben, bei den Dressurhengsten wird weniger aufs Springen, dafür mehr auf deren Präsentation beim Longieren geschaut. Neu ist auch: der Schauabend entfällt. „Wir wollen den aus der ganzen Welt angereisten Zuschauern bei dem geballten Zeitablauf mehr Luft verschaffen. Hinzu kommt, dass es aufgrund der Terminfülle der internationalen Turniere kaum noch möglich war, Top-Reiter nach Neumünster zu holen. Davon haben die Holsteiner Schauabende jedoch gelebt.“

 Was so bleibt, wie es war, ist die Elite-Auktion der Reitpferde. Derer werden 44 Drei- bis Siebenjährige versteigert. Auch hier ist Casall, mit fünf Nachkommen, prominent vertreten. Casalls Vater Caretino hat drei Nachkommen, Casalls Sohn Cascadello I einen dabei. Während einige der Reitpferde vor allem Hoffnungen schüren, haben andere Turnierplatzierungen. Dr. Jörgen Köhlbrandt, neuer Geschäftsführer der Vermarktungs GmbH des Holsteiner Verbandes, verspricht: „Das Lot sollte den unterschiedlichen Bedürfnissen entsprechen.“ Gerade heute sei es wichtig, auch Pferde in der Kollektion zu haben, die ein angenehmes Wesen in der täglichen Arbeit und Einsatzwillen für den Reiter zeigen. Und das gilt auch für die Körkandidaten. Los geht es heute um 10 Uhr.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Alle Informationen über Vereinsgeschehen, Hausturniere, Lehrgänge, Abzeichenprüfungen und all das Lesenswerte, was in den Vereinen und Betrieben tagtäglich passiert. mehrKostenpflichtiger Inhalt

reitsport-erleben.de

Entdecken Sie Pferde-Themen! Die Pferdefachjournalistin Jessica Bunjes teilt Know-How, Trends und Termine mit Pferdefreunden aus ganz Deutschland. mehr

Bei SmartBets findest du alle Wettquoten und Buchmacher der 1. Bundesliga.
Mehr aus Nachrichten: Reitsport 2/3