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Die Reiter feiern ihr Weltfest

Aachen Die Reiter feiern ihr Weltfest

Schon viele haben in Aachen geweint, beim CHIO, dem Weltfest des Pferdesports, das vom 29. bis 31. Mai rund 90000 Zuschauer in die Soers bringen wird. Mannschafts-Weltmeister Carsten-Otto Nagel (Norderstedt) hielt die Tränen 2014 nicht zurück, als seine Erfolgsstute Corradina auf dem Rasen verabschiedet wurde, auf dem sie drei Jahre zuvor Doppel-Null im Nationenpreis ging.

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Michael Mronz macht Marketing für das Weltfest des Pferdesports. ,,Reitsport muss als Event wahrgenommen werden. Wir wollen einen Tag Freude schenken.“

Quelle: Michael Strauch

Aachen. Im selben Jahr, 2011, weinte Mannschafts-Weltmeisterin Janne-Friederike Meyer (Hamburg) vor Glück, als sie mit Lambrasco den Großen Preis gewann. Vorjahressieger Christian Ahlmann (Marl) „träumte 20 Jahre lang vom Sieg“ und brachte Aachen so auf den Punkt: „Einfach geil.“

Hier bespielt Reitsport die Leistungsklaviatur in einer Brillanz, dass ein Orchester der Meister daraus wird. Verbunden mit einem digitalen, emotionalen, serviceorientierten Erlebnis-Potpourri, gewürzt mit medialen Spielereien, entsteht ein Cocktail, der seinesgleichen sucht. Zusätzlich zum CHIO richtet der Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) vom 11. bis 23. August die FEI-Europameisterschaften in der Soers aus.

Zum Sportplatz Soers, im Norden Aachens gelegen und entwickelt von der Stadt, dem ALRV und dem Fußballclub Alemannia Aachen, gehört eines der größten Reitstadien der Welt. Es fasst 40000 Zuschauer. Zusammen mit dem Dressur- und dem Fahrstadion sowie der Voltigierhalle erleben hier jährlich eine halbe Million Zuschauer Reitsport als Event. „Wir wollen nicht jedes Jahr einen neuen Zuschauerrekord“, relativiert Aachens Marketingchef und General Manager Michael Mronz, „sondern einen Tag Freude schenken.“ Der reine Spitzensport, seit 1924 in Aachen international, sei nur ein Standbein. „Wir wollen ein Erlebnis präsentieren.“

Er hat selbst „nur viermal auf dem Pferd gesessen“, wie er verrät. Trotzdem ist er der Faszination Reiten verfallen: „Nur im Pferdesport gibt es dieses Zusammenspiel zwischen Mensch und Tier. Es gibt kaum einen Sport, der ästhetischer ist.“ Voraussetzung für Begeisterung sei Verständnis für die Materie: „Die Menschen sollen mitreden können.“ Daran arbeiten 30 Festangestellte das ganze Jahr. Sie entwickeln Helmkamera-Videos der Ritte, präsentieren das virtuelle Stadion und den Flug darüber sowie die 3-D-Animation für den Ticketverkauf. Mit einer speziellen Voting-App, die Dressur-Lektionen erklärt, können Zuschauer vor Ort und ganz neu sogar am Fernseher die Ritte im Viereck für sich bewerten. Ihr Richt-Ergebnis wird live eingeblendet. Erstmals können außerdem die 220 Verkaufsstände auf dem Gelände per App bewertet werden, eine Guideline generiert daraus die besten Adressen vor Ort. Natürlich ist Aachen auf Instagram, Youtube, Twitter und Facebook vertreten.

„Die Hälfte der Bevölkerung hat eine positive Einstellung zum Pferd. Das ist eine extrem gute Ausgangssituation“, sagt Mronz. „Wir müssen mit Ideen aufwarten, die der klassische Sportfan so nicht kennt, um unterschiedliche Zielgruppen dort abzuholen, wo sich der potenzielle Besucher aufhält.“ Aachen wird deswegen unter anderem von Show, Musik und Kulinarik, mit einem Auftaktkonzert und von Sterneköchen flankiert. „Involvement und Service“ sind die Stichworte. Rund 1200 Mitarbeiter und Helfer plus weitere 3000 Dienstleister sind dafür während der Veranstaltungen zuständig.

Und das Sportliche? Acht Millionen Euro hat der ALRV für die EM in die Infrastruktur investiert, damit Gäste, Reiter und Pferde beste Bedingungen vorfinden. Mit einer Dotierung von über drei Millionen Euro ist Aachen die Sportveranstaltung mit dem höchsten Preisgeld in Deutschland. Allein im Grand Prix wird um eine Million geritten. „Wir verlangen die besten Leistungen, dafür muss es höchstes Geld geben“, so Mronz. Die Basis des Turniers aber sei seine Geschichte. „Wir sind alle mit Herzblut dabei, sehen es als Privileg an, einen Mosaikstein zur Tradition beitragen zu dürfen.“ Und deswegen weinen bei diesem ganzheitlichen Event, das alten Werten und neuen Entwicklungen Rechnung trägt, nicht nur junge Frauen, sondern auch hartgesottene Kerle, wenn sie auf dem „Heiligen Rasen“ stehen.

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