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Amateur lässt Profis hinter sich

Deutsches Spring- und Dressurderby Amateur lässt Profis hinter sich

Christian Glienewinkel gewinnt das 86. deutsche Spring-Derby und düpiert die Reitprofis. Ihm gelingt der einzige Nullfehlerritt auf dem Traditionskurs in Hamburg — und das als Amateur.

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 Christian Glienewinkel gewann den Großen Preis.

Quelle: Jessica Bunjes

Klein Flottbek. Das Deutsche Spring-Derby in Klein Flottbek folgte auch in seiner 86. Saison eigenen Gesetzen: Titelverteidiger Nisse Lüneburg (Hetlingen) schied mit seinem gar nicht coolen Calle Cool aus, genau wie der Erste der zweiten Qualifikation, Hans-Jörn Ottens (Loxstedt) mit DSP Crashmann. Der Lorbeer-Kranz wurde nach der 151. und am Sonntag einzigen fehlerfreien Runde einem Außenseiter-Paar, Professional Aircare von Christian Glienewinkel (Celle), umgehängt.

Action gab es Donnerstag beim Deutschen Spring- und Dressurderby reichlich. Höhepunkte waren die erste Qualifikation zum 86. Springderby und die Entscheidung um die Teilnahme am 57. Dressurderby.

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Der just 30 gewordene Glienewinkel, 2011 erstmals im Derby am Start und damals ausgeschieden, hat sich mit dem Bezwingen des geschichtsträchtigen Parcours ein nachträgliches Geburtstags- und verspätetes Hochzeitsgeschenk gemacht: Zwei Wochen nach seiner Heirat galoppierte der Pferdewirt, der halbtags im Altenheim arbeitet, an 30 Profis vorbei, leistete sich als einziger keinen Fehler und jubelte zu guter letzt: „Ich kann es nicht glauben.“

Mit seinem 14-jährigen Wallach, den „fünfjährig keiner wollte“, wie er verriet, hat der Mann aus Celle schon 2,18 Meter hohe Mächtigkeitsspringen gewonnen. „Er gibt immer alles“, so der Außenseiter über seinen Braunen, für den er sich zuhause extra einen Wall habe aufschütten lassen.

Mindestens so perplex über einen unerwarteten Sensations-Erfolg war Hamburgs Lieblings-Amazone Janne-Friederike Meyer, die laut Derby-Sportchef Paul Schockemöhle ein „Weltklasse-Wochenende“ hinlegte. Ihre erst achtjährige Cellagon Anna machte lediglich einen Fehler, am Einsprung von Pulvermanns Grab: Rang vier. Die 34-Jährige hatte bereits am Sonnabend den fünften Platz in der Global Champions Tour-Etappe mit Goya belegt. „Ich könnte schreien vor Glück“, bekannte die Mannschafts-Weltmeisterin, die nach dem Ausscheiden ihres Cellagon Lambrasco aus dem Sport den Anschluss an die Weltelite nicht mehr geschafft hatte. Mit ihrem Ergebnis schob sie sich nun an die Spitze des Rankings der Riders Tour.

Auf Rang zwei und drei kamen die Mecklenburger André Thieme (Plau am See) mit Voigtsdorfs Quonschbob  und André Plath (Insel Poel) mit Afp´s Cosmic Blue. Carsten-Otto Nagel (Norderstedt) hatte mit Lex Lugar Probleme am Wall  - Rang fünf. Er konnte sich immerhin über den Stilpreis freuen. Auch Derby-Chef Volker Wulf hatte Grund zum Feiern: 3000 Besucher mehr als im Vorjahr, insgesamt 87.000 besuchten den Jenischpark. Er kündigte an: „Wir werden 2016 den Mittwoch dazu nehmen.“

Er erhofft sich von der Olympia-Bewerbung Hamburgs eine Investition in den Derby-Park. Der würde sich für Spring- und Dressurwettbewerbe anbieten. Saniert werden müsste die 50 Jahre alte Haupttribüne. Inklusive Bau eines festen VIP-Bereichs würde das Projekt 15 Millionen Euro kosten. Über eine Modernisierung des Geländes wird seit über zehn Jahren gesprochen. Wulff kündigte an, den Hut für die Spring-EM 2019 in den Ring werfen zu wollen.

Ergebnisse

86. Deutsches Spring-Derby, Wertungsprüfung zur DKB-Riders Tour, internationales S***-Springen mit Stechen

1. Christian Glienewinkel (Celle) Professional Aircare, 0 Fehler/176,88 Sekunden; 2. André Thieme (Plau am See), Voigtsdorfs Quonschbob, 4/162,60; 3. André Plath (Timmendorf), Afp’s Cosmic Blue, 4/163,24; 4. Janne-Friederike Meyer (Hamburg), Cellagon Anna, 4/171,94; 5. Carsten-Otto Nagel (Norderstedt), Lex Lugar, 4/180,20

Global Champions Tour, Grand Prix of Hamburg, internationales S*****-Springen mit zwei Umläufen und Stechen

1. Kent Farrington (USA), Voyeur, *0 Fehler/48,97 Sekunden; 2. Philipp Weishaupt (Riesenbeck), Chico, *0/49,22; 3. Rolf-Göran Bengtsson (Breitenburg/Schweden), Casall Ask, *0/50,11; 4. Nicola Philippaerts (Belgien), H&M Forever D Arco Ter Linden, *0/50,96; 5. Janne-Friederike Meyer (Hamburg), Goja, *0/51,34

Speed-Derby, internationales S***-Springen

1. Max-Hilmar Borchert (Menz), Estefania, 100,63 Sekunden; 2. Gilbert Tillmann (Grevenbroich), Positana, 104,47; 3. Sven Lux (Elmenhorst), Chica B, 105,09

57. Deutsches Dressur-Derby, internationale S****-Dressur mit Pferdewechsel

1. Anabel Balkenhol (Rosendahl), 72.549 Prozent; 2. Morgan Barbançon Mestre (Spanien), 71.569; 3. Inessa Merkulova (Russland), 69.275

Sieger Pferdewertung: Mister X (Inessa Merkulova), 76.804 Prozent

U25-Dressur-Derby, nationale S*-Dressur mit Pferdewechsel

1. Caroline Wilm (Tasdorf), 207.632 Prozent; 2. Paula de Boer (Norderstedt), 207.210; 3. Mareike Flege (Königslutter), 192.895

Sieger Pferdewertung: Honduras (Paula de Boer), 206.763 Prozent

Pony-Dressur-Derby, nationale L-Dressur auf Trense mit Pferdewechsel

1. Jakob Schenk (Römstedt), 4240,5 Punkte; 2. Nina Verina Braun (Telgte), 4147; 3. Luisa Köllner (Düsseldorf), 3981

Sieger Pferdewertung: Gentleman (Luisa Köllner), 4152 Punkte

Grand Prix Kür, internationale S****-Dressur

1. Inessa Merkulova (Russland), Mister X, 78.400 Prozent; 2. Hubertus Schmidt (Borchen), Finally, 75.300; 3. Christoph Koschel (Hagen a.T.W.), Tiesto, 73.800

Grand Prix Special, internationale S****-Dressur

1. Anabel Balkenhol (Rosendahl), Dablino FRH, 76.392 Prozent; 2. Morgan Barbançon Mestre (Spanien), Vitana V, 73.255; 3. Hubertus Schmidt (Borchen), Sammy Deluxe, 70.392

 

 

 

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