21 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Er hält die Leinen fest in der Hand

Bad Segeberg Er hält die Leinen fest in der Hand

Am liebsten lässt er sich den Fahrtwind um den Fahrtwind um den Filzhut, die Nase oder im Gelände um die Kappe wehen. Tankt Luft und Lebenslust auf dem „Bock“, hält sich fit, indem er Spaß hat an den Leinen: Kurt Becker aus Sülfeld, 63 mit den Pferden jung gebliebene Jahre, seit 15 Jahren begeisterter Fahrer.

Voriger Artikel
Ein Traum ging in Erfüllung
Nächster Artikel
Youngster mit hoher Qualität

Sie waren 2014 beim Fahrfest in Bad Segeberg keinesfalls wasserscheu und meisterten die nasse Durchfahrt der Geländestrecke im Ihlwald bravourös: Rolf Klein (Bokhost) mit Tarabas und Mayfair.

Quelle: Holger Hansen

Bad Segeberg. Er ist Chef des „Fahrfests des Nordens“ und dreht am Wochenende die Räder.

 Auf dem Landesturnierplatz in Bad Segeberg trocknen die Hufspuren derzeit nicht: Breitensportturnier war am vergangenen und Fahrfest ist am kommenden Wochenende, Mitte und Ende September hinterlassen die Landesmeisterschaften für Pferde und Ponys Eindrücke. „Die Bedingungen für Außenveranstaltungen sind hier einfach ideal“, so Becker, der für große Fahrevents kaum Alternativen hat: „Das angrenzende Gelände im Ihlwald bietet landschaftlich eine herrliche Kulisse und fahrsportlich so perfekte Bedingungen, dass es dumm wäre, es nicht zu nutzen.“ Zumal selbst Menschen außerhalb der Pferdeszene allmählich gelernt haben, dass in Bad Segeberg die „PS“ regieren.

 Vor allem beim Fahrfest geht es Pferdestärken-stark zur Sache, denn Becker lässt ein- bis vierspännig anspannen und das gleich auf M-Niveau. Rund 80 Helfer packen mit an, damit die 30 Prüfungen am Sonnabend und Sonntag, 22. und 23. August, „rund“ laufen. „Jo, das ist anspruchsvoll hier“, räumt der Mann ein, der seit 2011 als Pressesprecher bei der verantwortlichen Fahrergemeinschaft SH/HH (FGSH/HH) das Sagen hat. Zum vierten Mal hält er die Leinen beim großen Fahrturnier in Segeberg in Händen, hat bereits bundesweit Events mit gemangt – unter anderem das CSI Düsseldorf Masters, ein internationales Spring- und Dressurturnier. „Es macht mir Freude, mich zu kümmern, es ist eine Herausforderung. In Segeberg bin ich rein gerutscht“, so Becker, eigentlich Kaufmann, der die Regie des Fahrfests auf Vorschlag vom FGSH/HH-Vorsitzenden Bernd Stahl (Bad Oldesloe) übernahm und von sich sagt: „Ich habe von der Pike auf ,Turnier-Machen’ gelernt. Das hilft mir natürlich, weil ich genau weiß, wo was wann gebraucht wird, wenn die Nerven blank liegen.“

 Neben den Wettbewerben nach Leistungsprüfungsordnung steht eine Qualifikation zum Jugend-Fahr-Cup Klasse E auf dem prall gefüllten Programm, das vom morgigen Freitag an mit einem Land- und Kunsthandwerkermarkt ergänzt wird. „Auf diese Weise hoffe ich, auch Menschen an die Pferde zu bringen, die damit sonst nichts zu tun haben“, erklärt Becker, der im Kindesalter mit dem Reiten anfing und durch Zufall zum Fahren kam: „Ich spannte eines unserer Shettys spontan vor den Sulky, um es zu beschäftigen. Das ging gehörig mit mir durch. Da habe ich beschlossen, einen Fahrkurs zu machen.“ Denn wer reiten kann, kann noch lange nicht fahren. Vor allem die Leinenführung muss sorgfältig erlernt und geübt werden, dafür gibt es spezielle Fahr-Lehrgeräte, damit Anfänger dem Pferd nicht im Maul herumzerren.

 Für Becker ist das Besondere am Fahren „die Harmonie“ zwischen Fahrer und Pferden: „Beim Reiten kann man direkter auf das Pferd einwirken, als Fahrer habe ich nichts weiter als Leinen, Peitsche und Stimme.“ Heute hat der 63-Jährige fünf Vierbeiner direkt bei sich am Haus leben. „Das ermöglicht eine enge emotionale Bindung.“ Die stärkt er außerdem durch Reiten. Denn Beckers Fahrpferde gehen nicht nur vor der Kutsche, sondern werden regelmäßig gesattelt: „Ein gutes Fahrpferd ist nur dann ein gutes Fahrpferd, wenn es gut geritten ist“, lautet die Devise des Turnierchefs, dessen Paradedisziplin die gefahrene Dressur ist: „Vielleicht, weil ich aus der Reiterei komme.“ Meist ist er zweispännig unterwegs, zur Entspannung gern mal 20 Kilometer. Geländeprüfungen meistert er nicht mehr. „Da muss man echt wagemutig unterwegs sein, das ist nichts mehr für mich.“ Für Herausforderungen hat der Chef ja nun auch das Fahrfest. Dort beweist jeder an seinem Ende der Leine, was er kann.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeige

Alle Informationen über Vereinsgeschehen, Hausturniere, Lehrgänge, Abzeichenprüfungen und all das Lesenswerte, was in den Vereinen und Betrieben tagtäglich passiert. mehrKostenpflichtiger Inhalt

Mehr aus Nachrichten: Reitsport 2/3