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Die Nacht der tanzenden Reiter

Ball der Pferdefreunde Die Nacht der tanzenden Reiter

Rhythmus hat man als Reiter. Die Frauen sowieso. Ausdauer? Temperament? Sinn für Sinnliches und schöne Stunden? Keine Frage. Wohl deshalb stellte der „Ball der Pferdefreunde“ zur Jahrtausendwende in den Holstenhallen von Neumünster jede Konkurrenzveranstaltung in den Schatten wie einst Totilas die Mitbewerber in den Trabverstärkungen.

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Volle Säle, volle Tanzflächen: Zum Ball der Pferdefreunde in Neumünster werden auch diesmal wieder 5000 Gäste erwartet.

Quelle: Sandra Klink / Alicia Wittstock

Neumünster. Am 23. Januar ist es wieder soweit, mittlerweile zum 17. Mal. Während der nachtschwarze „Wunderhengst“ längst von der Showbühne abgetreten ist, machen die Reiter beim Ball des Jahres immer noch die Nacht zum Tag, tauschen Lederstiefel gegen Lackschühchen und drehen auf dem Parkett so gekonnte Pirouetten, wie die wenigsten es in den darauffolgenden Wochen am selben Ort im Dressur-Welt-Cup zu sehen bekommen. Und wo Mitte Februar der Atem angehalten wird, kommen die meisten in zwei Wochen aus der Puste. „Beim Ball der Pferdefreunde feiern Jung und Alt ausgelassen zusammen in geschmückten Hallen, können in schicker Abendgarderobe zwischen Walzer und Techno wechseln, die Atmosphäre ist einmalig“, beschreibt Matthias Karstens „sein“ Erbe.

 Der Geschäftsführer des Pferdesportverbands SH sitzt seit 2010 allein im Sattel der Mega-Tanzveranstaltung, die er von seinem Vorgänger Dieter Stut übernahm. Was der Segeberger im Jahr 2000 als zunächst einmaligen „Millenniums-Ball“ plante, hat sich verselbstständigt, ist inzwischen gesellschaftlicher Höhepunkt der Pferdefreunde aus dem Land zwischen den Meeren. „Mit über 5000 Gästen gehören wir zu den größten Ballveranstaltungen Deutschlands“, so Karstens, dessen Event im Laufe der Jahre durch die Hallen „gewandert“ ist. „Immer wieder haben wir neue Ideen, was sich noch besser lösen lässt. Zum Beispiel gibt es inzwischen eine ganze Halle nur für die Garderobe.“ Zur 17. Auflage gibt es eine Premiere extra für die Damen: „Erstmals wird es einen Bereich geben, in dem Schuhbeutel abgegeben werden können, damit die High Heels im Laufe des Abends gewechselt werden können.“ Bewährt hat sich das Angebot, sich schminken oder das Make-up auffrischen zu lassen.

 Und sonst? „In Halle 1 wird erstmals die Coverband Tin Lizzy auftreten“, kündigt Karstens an. Die „Tonados“ gehören quasi zum festen Ensemble. In Halle 5 heizt ein DJ-Team jungen und junggebliebenen Tanzbegeisterten ein. Vier Marching-Bands und zwei Kleinkünstler streifen außerdem durch die Säle, um zu unterhalten. Was wegfällt, ist das Casino, unverzichtbar hingegen: die Cocktailbars. Aber bis fünf Messehallen nebst Betonwänden zur Fest-Kulisse werden, ist eine Menge Planung – und noch mehr Deko – nötig. Die 38-jährige Birgit Hellmold aus Fehrenbötel, Inhaberin eines Reitbetriebs, zählt seit fünf Jahren zum Team. „Es macht unglaublich viel Spaß, mit einer tollen Truppe seinen Teil zu einem unvergesslichen Abend beizutragen. Wir sind alle mit Herzblut dabei“, sagt die Trainerin, die in der Ball-Orga „alles mitmacht, was anfällt“ – von den Vorbereitungstreffen über die Helferkoordination bis hin zum Hallenschmuck. Ihr zur Seite steht Antje Stut, Ehefrau von Dieter Stut und seit der ersten Stunde im Ball-Management.

 Hellmold erzählt: „Die Vorbereitungen beginnen Monate im Voraus, am Donnerstag vor dem Ball verladen wir dann mit einer Handvoll Leuten die Dekoration. Ab Freitagmorgen bringen wir mit rund 30 Helfern jede Tulpe an ihren speziellen Platz.“ Der Look 2016? „Elegant und rustikal“, so die Helferin, deren Team Hingucker wie Feuerkörbe und Pferde-Kutsche besorgt hat. Denn beim Reiterball muss alles passen: „Schon seit Wochen dreht sich in der Szene, und auch bei uns auf dem Hof, alles um dieses Thema. Hast du schon Karten und Kleid, mit wem gehst du hin, wie hast du die Haare und so weiter“, erzählt sie. „Es ist ein Erlebnis. Man trifft viele, und die Atmosphäre ist trotz der großen Hallen und der vielen Menschen familiär.“ Der Tanz der Reiter – fast so einmalig wie einst Totilas in den Trabverstärkungen.

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