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Jetzt wiehern sie wieder

Baltic Horse Show Jetzt wiehern sie wieder

1960 war das letzte Jahr, in dem ein Reitturnier die Handballstadt in ein Pferdezentrum verwandelte. 30 Jahre lang blieben die Pferde der Landeshauptstadt fern – bis ein Preetzer Pferdemann, Peter Rathmann, sie 1990 zurückholte – und dort seither einmal im Jahr wieder zu seiner „Baltic Horse Show“ hinbringt.

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Ross und Reiter erobern die Sparkassen-Arena.

Quelle: Jessica Bunjes

Kiel. Vom 6. bis zum 9. Oktober wiehern sie in der Kieler Sparkassen-Arena wieder. „Das damalige Ziel hat sich komplett verändert“, gibt der „Macher“ zu, der die „BHS“ damals zusammen mit einem Partner Jörg Münzner aus der Taufe hob – der es übrigens 1992 zu den Olympischen Spielen schaffte (Mannschafts-Silber). Zum Kieler Reitturnier kamen die Männer „aus einer Weinlaune heraus“, wie Rathmann gern zum Besten gibt. „Großen Springsport“ wollten sie in Kiel gegen alle Widrigkeiten etablieren – was sie auch taten. Große Namen wetteiferten damals in Kieler Parcours.

 Die bleiben der Landeshauptstadt inzwischen fern. Reiten um vergleichsweise kleine Preisgelder keine Drei- oder Vier-Sterne-Turniere mehr in der „Provinz“, sondern in Calgary, Qatar oder anderswo auf der Welt um Zigtausende. Rathmann sagt: „Heute steht der Leistungssport für mich in Kiel immer noch an erster Stelle. Aber mit ,unseren’ Besten. Man muss realistisch sein. Außerdem muss ein Reitturnier inzwischen auch einen hohen Unterhaltungswert haben, und der Laie muss verstehen, was da im Sattel passiert.“ Und so zog nach und nach mehr Internationalität aus und mehr Show in die Arena ein.

 Was dem Zuspruch keinen Abbruch tat. Die Zuschauer dankten es, wie Rathmann sagt: „Es werden Jahr für Jahr mehr.“ Reichlich über 20000 waren es 2015, also geht man in der Hinsicht „weiter mit der Zeit“. Talentshows, Kostümspringen, „Jump and Drive“ gehör(t)en zum Repertoire, sogar Jean Francois Pignon, der Meister der Freiheitsdressur, wurde bereits engagiert. In diesem Jahr ist Alizée Froment der Stargast für die Show. Die ehemalige Nationaltrainerin der Französischen Pony-Equipe zeigt Grand Prix-Lektionen nur mit einem Halsring. „Das ist beeindruckend. Und passt zu uns, weil die Grundlage unserer Unterhaltungs-Elemente nach wie vor ehrliche Ausbildung ist“, betont Rathmann, der selbst einst Springen geritten ist, bei Alwin Schockemöhle, dem Bruder von Paul. „Die Dressur ist Grundlage jeder Parcoursarbeit“, sagt er. Deswegen, „und weil Deutschland eine Dressur-Nation ist“, schreibt er auch 2016 wieder die Dressur-Matinée aus, für die Bundestrainerin Monica Theodorescu berät. Zehn Teilnehmer dürfen auf Einladung reiten, darunter der Landesmeister Wolfgang Schade. „Auf Kiel freue ich mich“, erklärte der strahlend. Das hat er mit Rathmann gemeinsam.

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Baltic Horse Show
Foto: Sie freuen sich auf vier Tage Reitturnier in Kiel: Dressur-Landemeister Wolfgang Schade (hinten) und A-Kader-Reiterin Janne Friederike Meyer (2. v. re.), sowie Bundestrainerin Monica Theodorescu (2. v. li.) und die Turnierveranstalter Peter Rathmann (li.) und Stephan Johannsen (re.).

Am Mittwochmittag werden die ersten Pferde in den Zeltboxen auf dem Exerzierplatz mitten in der Landeshauptstadt eingestallt. Bis Sonntag prägen die Vierbeiner das Gesicht Kiels. Die Baltic Horse Show bietet ab Donnerstag internationalen Springsport in der Sparkassen-Arena.

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