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Rüder holt den Großen Preis

Baltic Horse Show Rüder holt den Großen Preis

Hans-Thorben Rüder aus Greven hat beim internationalen Pferdesport-Springturnier in Kiel den Großen Preis von Schleswig-Holstein gewonnen. Der 41-Jährige blieb am Sonntag im Stechen der besten 16 Reiter fehlerfrei und absolvierte den Parcours mit seiner Stute Orlanda in 32,53 Sekunden. Rüder erhielt für seinen Erfolg ein Preisgeld von 11 125 Euro.

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Hans-Thorben Rüder aus Greven hat beim internationalen Pferdesport-Springturnier in Kiel den Großen Preis von Schleswig-Holstein gewonnen.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. So hart sind sie gar nicht, die „harten“ Holsteiner Jungs, die bei der Baltic Horse Show in Kiel „gegen den Rest der Welt“ reiten. Der Sieger im Großen Preis ist allerdings nur Halb-Holsteiner, auf Fehmarn geboren: der in Greven bei Münster lebende Hans-Thorben Rüder konnte am Sonntag in der Sparkassen-Arena kaum die Tränen zurückhalten, als er seiner Stute Orlanda, sowie deren Züchter und Besitzer Ernst Borßim (Wattenbek) dankte.

Und er machte es, „nachdem ich immer dem Sieg hinterhergehechelt bin“, wie er frotzelte, nochmal: Der 41-jährige, der nach der Bereiter-Lehre in Warendorf vier Jahre zu Olympia-Bronzegewinner Karsten Huck (Borstek) ging und mit dessen Pferd Montanus Jump vor 20 Jahren zum ersten Mal den Großen Preis in der Landeshauptadt gewann, wagte am meisten und ritt am schnellsten.

Weder der Gewinner von 2010, der Schwede Douglas Lindelöw, der sein Siegerpferd von damals, Talina, mitgebracht hatte (Rang zwei, 0/33.19), noch der Däne Sören Pedersen mit Tailormade Chaloubet (Rang drei, 33.68), der eine Herzschlagrunde zeigte, oder Publikumsliebling Janne-Friederike Meyer (Hamburg) mit Goja (0/34.43) konnten Rüder einholen. Für die Ex-Mannschaftsweltmeisterin war ihr vierter Platz ein großer Erfolg: „2014 war ich nicht sicher, ob wir durch den Parcours kommen. Goja hat sich toll entwickelt.“ In die internationale Springprüfung auf Drei-Sterne-Niveau starteten 44 Paare. Die abgefragte Höhe von 1,55 Metern und die von Parcourschef Frank Rothenberger (Bünde) geforderte technische Leistung konnten viele halten: 16 Reiter kamen ins Stechen, wo aufgrund der Leistungsdichte volles Risiko genommen werden musste. Das wurde Olympiasieger Steve Guerdat (Schweiz/Rang zehn) zum Verhängnis, der mit Nasa in den letzten Sprung krachte. Vorjahressieger Jörg Naeve (Ehlersdorf) galoppierte mit Cashflow zu langsam (Rang sechs, 0/35.31).

Um den Großen Preis ging es am Sonntag bei der Baltic Horse Show.

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„Hut ab vor Thorbens Leistung und seinem Management“, zollte der drittplatzierte Pedersen Rüder Respekt. Der Sieger sagte über seine 16-jährige Stute, mit der er „nicht immer die klassische Reiterei“ zeigt: „Ihr Benehmen auf dem Abreiteplatz ist manchmal total daneben, aber im Parcours hat sie immer die oberste Stange im Blick, und wenn ich einen Plan habe, gewinnen wir.“ Der Nordrhein-Westfale Rüder reitet für den Fehmarnschen Ringreiterverein und startet regelmäßig im Land zwischen den Meeren. Hier gewann er die erste Station der Springsportserie Lotto 3plus1 in Leck, wo Baltic Horse Show Mit-Chef Stefan Johannsen seine Finger im Spiel hatte. Nach Leck folgten die Stationen Fehmarn, wo Rüders Schwägerin Petra siegte, und Marne, wo Ex-Mannschafts-Weltmeister Carsten-Otto Nagel (Norderstedt) Bester war.

In Kiel wurde das Finale dieser Serie ausgeritten, das zum dritten Mal in Folge der in Elmshorn lebende Däne Lars Bak Andersen gewann. Der hatte 2013 Naeves Cashflow gesattelt und nun Wicona. Das Gesamtranking beherrschte der gebürtige Spanier und ebenfalls in Elmshorn lebende Alejandro Merli Soler. „Das war ein Experiment, das ich von Anfang an gewinnen wollte“, so der 29-Jährige.

Baltic-Horse-Show-Inititator Peter Rathmann sagte zum Turnier, das nach seinen Angaben 21500 Zuschauer besuchten: „Wir sind stolz, dass unser Konzept in der Segelhauptstadt angekommen ist.“

KN-Kostümspringen

Es braucht rote Lackstiefel, einen Kuss, einen Zwerg auf einem Mini-Shetty sowie einen Nationenpreisreiter, der sich für keinen Klamauk zu schade ist, um tausende Zuschauer zum lautstarken Applaus zu animieren: Mike Patrick Leichle (Schnarup-Thumby) sprang am Sonnabend beim Kostümspringen der Kieler Nachrichten über die sieben Berge, und das Applausometer schlug für das berittene „Schneewittchen“ bei der Baltic Horse Show fast bis ganz oben aus.

In der Gunst der Zuschauer noch ein Quentchen höher lagen „Bibi und Tina“ alias Theresa Ripke (Steinfeld) und Philip Koch (Tasdorf). Die beiden insgesamt vierfach deutschen Meister der Juniorenspringreiter (Theresa 2014 und 2015, Philip 2012 und 2013) können auch spontan: Mit einem vom Ponypark Padenstedt geliehenen Esel improvisierten die 18-Jährigen die beliebte Kinderserie und hexten sich auf den ersten Platz. „Geübt hatten wir nicht, vor allem die Einlage mit dem Esel war gewagt, weil wir den nicht kannten,“ verriet Philip, dessen Reitpferdewahl nicht weniger riskant war. Aber seine siebenjährige Almara, die am Freitag im Youngster Springen Neunte geworden war, blieb ein braver Hexenbesen, als sie den Parcours meisterte.

Mike Leichle, geübter Verkleidungsreiter, denn 2012 als Pippi Langstrumpf und 2014 als Conchita Wurst unterwegs, machte die Kostüm- zur Familienshow. Er ließ sich von Freundin Karina Truelsen als Prinz ins Leben küssen, Sohn Joost (6) sprang als Zwerg über ein zwergenhaftes Hindernis und Sohn Baltasar (20) als Jäger zu Fuß über durch den Parcours. Lohn: Platz drei für das sportliche Familienengagement. Zu den Porno-Stiefeln verriet der Profi grinsend: „Die bekommt meine Pflegerin.“

Splitter

Zweimal Gold : Das Goldene Reitabzeichen für Erfolge in schweren Springprüfungen bekamen gleich zwei Amazonen verliehen: Die Fehmaranerin Petra Rüder (44), ist unter anderem Siegerin der zweiten Station der Serie Lotto3plus1 auf Heimatboden und Ehefrau von Olympiareiter Kai Rüder. Die andere ist die neue deutsche Meisterin im Springen, die frisch gebackene Gattin von Weltklasse-Reiter Rolf-Göran Bengtsson und aktuelle Landesmeisterin Evi Bengtsson (38) aus Itzehoe.

Doppelte Punkte: Der Jugend Team Cup, der seinen Auftakt im Februar beim Turnier in Neumünster hatte, feiert sein Finale seit 2008 auf der Baltic Horse Show. Nach sieben Etappen war Team Hengststation Ahlmann als Führender ins letzte Springen gestartet, kam aber nicht ins Stechen und musste Verfolger Team Knutzen den Vortritt lassen, denn im Finale gab es doppelte Punkte. „Diese Serie ist eine super Sache für die Jugend“, lobte der Sprecher des Klubs der Springreiter, Harm Sievers aus Tasdorf, dessen Tochter Tomke im Team von Kaufhaus Stolz mitreitet.

Duo-Duell: Sonnabend und Sonntag legten drei Fahr-Teams in drei Anspannungsarten ps-starke Auftritte mit dem Vierspännern, Pony- und Pferde-Einspännern hin. Am Ende stand das Team Schleswig-Holstein vorne. Mit auf dem Bock: Mareike Harm (Negernbötel), die Sepp,Varita, Amicello und Warita vor der Kutsche hatte. Sie fährt seit 13 Jahren und seit 2011 Vierspänner. Auch Louise Hansen (Klappschau) mit Jim Bob und John Boy sowie Robert Blender (Loose) mit Dragen und Mac verteidigten die Landesehre. Auf Rang zwei kam Team Mecklenburg-Vorpommern. „Für die Fahrer ist es eine tolle Sache, sich hier zu präsentieren“, sagte Holger Bünzen, seit vier Jahren Organisator.

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