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Holstein feiert dreifaches Gold

Bundeschampionate in Warendorf Holstein feiert dreifaches Gold

Die Bundeschampionate in Warendorf sind ein pferdesportliches Volksfest auf hohem Niveau. Auf dem Gelände des Deutschen Olympiade Komitees für Reiterei trifft sich vier Tage lang die deutsche Pferdeszene, um Zuchterfolge und Entwicklungen zu vergleichen.

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Der neue Bundeschampion der dreijährigen Reitponyhengste kam in Melsdorf zur Welt und heißt Double Diamond AK, geritten von Julia Coldewey. Höhepunkte der Vorstellung waren der Trab (9,0) sowie die Noten für Galopp, Ausbildung und Gebäude (je 8,5).

Quelle: Volker Hagemeister

Trittau. Für Holstein ging der Höhepunkt im Pferdejahr mit drei Goldmedaillen prächtig zu Ende. Pferdefotograf Volker Hagemeister war dabei.

 „Gänsehaut pur.“ So fasst der Trittauer das Treiben zusammen, das er früher ein Stück weit mit befördert hat. Zwölfeinhalb Jahre lang war der Züchter und Reiter Stationsleiter von Schleswig-Holsteins ehemals berühmtestem Gestüt und Dressurstall, dem Grönwohldhof, bevor er die Leitung in den Ludger Beerbaum Stabels übernahm, um sich anschließend selbstständig zu machen. „Beim Bundeschampionat wird deutlich über den Tellerrand auf das Zuchtgeschehen geschaut, für mich die wichtigste Veranstaltung im Jahr“, findet Hagemeister, der nahezu jedes Wochenende auf Pferde-Events fotografiert, allein in Warendorf rund 5000 Fotos machte und dafür per Fahrrad von Platz zu Platz eilte.

 „Dank der perfekten Organisation kann man sich beim Bundeschampionat auf die Zeiten verlassen. Aber ohne Rad? Unmöglich.“ Denn dort messen sich sowohl die von den Zuchtverbänden nominierten drei- und vierjährigen sowie die über Turniere qualifizierten fünf- und sechsjährigen Nachwuchs-Ponys und Pferde in Reitpferdeprüfungen sowie in den Disziplinen Dressur, Springen und Vielseitigkeit. „Dort ist unfassbar viel los, dort erweitert man seinen Horizont, hinterfragt Dinge aus der Praxis.“

 Der Ponyverband im Land zwischen den Meeren, das Pferdestammbuch SH/HH (PSB), verbucht Gold, Silber und Bronze: Sieger der dreijährigen Reitponyhengste wurde Double Diamond AK. Der in Alsfeld gekörte Hengst stammt aus der Zucht von Ulrike Höfert (Niedersachsen), wurde aber in Melsdorf bei Rainer Kasch, Hof Heitholm, geboren und beim PSB eingetragen. Zweijährig ersteigerte Janna Alpers (Oldenburg) das Pony, das bei Timo Coldewey, Gestüt Kastanienhof, in Weser-Ems trainiert wird und von dessen Ehefrau Julia vorgestellt wurde. Hagemeister sah den Hengst bereits zur Qualifikation in Tasdorf, wo er Reservist wurde. „Dann rollte er das Feld von hinten auf. Tagesform ist immer wieder ein Faktor.“

Sportreiten und Tierschutz

 Silber erreichte Wenke Kraus bei den vierjährigen Hengsten mit dem ebenfalls in Weser-Ems beheimateten Dimensional H, der Familie Tackmann aus Boostedt gehört. Die Bereiterin aus Neumünster wurde zudem, wie auch Teenager Anna Schölermann (Brande-Hörnerkirchen), mit dem Tierschutzpreis ausgezeichnet. „In der Welt des Sportreitens nicht hoch genug zu bewerten“, findet Hagemeister. Bronze erreichte Dalai (Besitzer: Peter Böge, Schönhorst) unter Thora Rohweder bei den sechsjährigen Dressurponys.

 Auch die Holsteiner feiern: zweimal Gold, dreimal Silber, einmal Bronze. Bei den fünfjährigen Springpferden siegte der von Nationenpreisreiter Patrick Stühlmeyer gerittene Lissino aus der Zucht von Günther-Johann Brockstedt (Langwedel). Das Championat der sechsjährigen Springpferde wurde nach Stechen entschieden. Quin (Laura Trinchero, Italien) siegte unter Katrin Eckermann vor Mac Uwe unter der gebürtigen Neumünsteranerin Kendra Claricia Brinkop. Der Cayado Sohn (Jan Peter Götze, Heide) war 2015 an Familie Brinkop versteigert worden.

 Das letzte Mal, dass ein Holsteiner bei den Dressurpferden begeisterte, war 1998, als Miss Holstein unter Falk Rosenbauer Championesse der Sechsjährigen wurde. Jetzt wurde der für die westfälische Zucht gekörte Holsteiner Hengst Champagner aus der Zucht von Erja Aholainen (Hollingstedt) unter Claudia Rüscher Vize-Bundes- champion der fünfjährigen Dressurpferde. Zudem errang die Badendorferin Marina Köhncke mit dem von ihrem Mann Hanno gezogenen Costbar im Championat der fünfjährigen Geländepferde Bronze. „Das Ergebnis zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Timm Peters, zweiter Vorsitzender des Holsteiner Verbandes. Er betonte: „Auch auf die Top-Leistungen, die die jüngere Generation gezeigt hat, können wir stolz sein.“ Volker Hagemeister sieht das bei den Ponys genauso: „Es gibt viele berührende Momente. Und zuweilen macht die Atmosphäre der guten Leistung einen Strich durch die Rechnung. Am Ende aber sind alle, die bis hierher gekommen sind, Gewinner.“

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