25 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
Reiterwelt trifft sich in Klein Flottbek

Derby Reiterwelt trifft sich in Klein Flottbek

„Das Derby ist das Derby.“ Der sportliche Direktor der Mega-Reitsportveranstaltung, Paul Schockemöhle (Mühlen), hat’s schon vor Jahren gesagt. Der Chef-Stewart Franz Peter Bockholt (Hamburg) sagt’s seit Jahrzehnten, und Reiter wie Olympiasieger Rodrigo Pessoa (43, Brasilien) sind mit diesem Wissen aufgewachsen.

Voriger Artikel
Die weltbesten Springreiter treffen sich
Nächster Artikel
Es ist wieder Deutsches-Derby-Zeit

Das Derby ist das Derby – und der Wall ist der Wall. Das spektakulärste aller Hindernisse beim Deutschen Springderby in Klein Flottbek ist knapp vier Meter hoch und bedeutet für manchen Reiter das Ende der Reise im Wettbewerb um das ,,Blaue Band“.

Quelle: Stefan Lafrentz

Hamburg. Am Mittwoch geht’s in Klein Flottbek wieder los auf dem berühmtesten Rasen der Reiterwelt: Das 87. Deutsche Springderby und das 58. Deutsche Dressurderby werden rund 100000 Menschen im Jenisch-Park vereinen. Rodrigos Vater Nelson ist mit sieben Siegen Rekordhalter des Hamburger Springderbys, zumal er das begehrte Blaue Band zweimal je dreimal mit demselben Pferd ersprang – und das gelang bisher keinem anderen: 1963, 1965 und 1968 mit Gran Geste und 1992, 1993 und 1994 mit Vivaldi. Rodrigo, immerhin Olympiasieger und Weltmeister, bekannt und geehrt wegen seines sportlichen Verhaltens im Sattel, kam noch nicht einmal in die Nähe dieser Erfolge. Da sind Holsteiner Reiter wie Carsten-Otto Nagel (1999, 2010) und Nisse Lüneburg (2012, 2014) schon dichter am Triple, das der Mecklenburger André Thieme immerhin schon voll hat (2007, 2008 und 2011). Repräsentativ für reiterliche Größe ist dieser güldene Meilenstein allein allerdings nicht, denn wie Franz Peter Bockholt, Präsident des Hamburger Landesverbandes, nicht müde wird zu betonen, „gelten für diesen Parcours besondere Gesetze“.

 Oder wie sonst ist es zu erklären, dass deutsche Top-Athleten wie einst Schockemöhle und danach Ludger Beerbaum in ihrer Karriere nie nach der blauen Schärpe greifen konnten? „Das Derby ist nicht nur schwer und erfordert großes Können, sondern es braucht auch das geeignete Pferd, denn über diese Klamotten geht beileibe nicht jeder Vierbeiner rüber“, erklärt Bockholt. Und der lässt sich nicht so leicht ins Bockshorn jagen, handelte der Senior-Chef des riesigen Reitstalls Rehagen doch einst sogar mit Elefanten.

 „Sitz’ mal auf dem Pferd, auf dem Wall, da kommst du schon auf sechs Meter Höhe“, sagt der Pferdemann. Und ob der berühmt-berüchtigte Wall oder das legendäre Pulvermanns Grab – Bockholt findet: „Hier braucht auch der Vierbeiner Nerven wie Draht.“ Einer, der wie er kein Derby auslässt, ist Reitmeister Achaz von Buchwaldt, Hanseat durch und durch. „Jo, das ist eine Herausforderung“, erinnerte sich der Derbysieger von 1982 und 1996 lächelnd, der sich am Busch- oxer einmal die Arme brach. „Früher war für die Pferde nicht zu erkennen, dass unter dem Gestrüpp ein Hindernis war.“ Solche Hürden sind heutzutage entschärft, einfach ist der 1230 Meter lange Parcours – gut doppelt so lang wie jeder Springparcours – noch lange nicht geworden.

 Und weil die mittlerweile fünf Tage ein Treffen der Reitsportelite in vielerlei Hinsicht sind, lassen es sich Kinder von Schauspielern – wie Til Schweigers Luna – nicht nehmen, im Jenisch-Park in Amateur- und anderen Prüfungen zu starten. Dieses Jahr ist unter anderem Georgina Bloomberg mit von der Partie, Tochter des einstigen Bürgermeisters von New York. Außerdem sattelt erneut Jessica Springsteen, Tochter der Rock-Legende Bruce Springsteen.

 Spektakulär geht es auch im Viereck zu, denn seit 2011 ist das Deutsche Dressur-Derby international ausgeschrieben und weltweit einzige internationale Dressurprüfung mit Pferdewechsel. „Das ist nicht jedermanns Sache“, bekennt Derby-Chef Volker Wulff und bleibt dabei – weiß er doch um die Begeisterung, die dieser spezielle Grand Prix bei den Besuchern hervorruft.

 Mit Teilnehmern aus 14 Nationen erlebt das 58. Deutsche Dressur-Derby das multikulturellste Starterfeld seiner Geschichte. Mit dabei ist Prinzessin Nathalie zu Sayn-Wittgenstein, die Dänemark seit Jahrzehnten erfolgreich und medaillendekoriert auf Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften vertritt. Aus deutscher Sicht mit dabei ist Hobby-Model Kathleen Keller (Hamburg), die 2011 bei den Senioren siegte, nachdem sie schon im U25-Lager das Blaue Band gewonnen hatte. Reitmeister und Championatskadermitglied Hubertus Schmidt (Borken) wird ebenfalls starten. Das Blaue Band des Derby-Siegers ließ er sich 2012 umlegen. Der Vize-Europameister von 2005 und Deutsche Meister von 2005 und 2007 darf sich in diesem Jahr Hoffnungen auf die Olympischen Spiele in Rio machen. Aber wie immer das Derby ausgeht – es ist so besonders, dass der Erfolg oder Misserfolg in Hamburg für Rio gar nichts bedeuten muss – oder kann.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeige

Alle Informationen über Vereinsgeschehen, Hausturniere, Lehrgänge, Abzeichenprüfungen und all das Lesenswerte, was in den Vereinen und Betrieben tagtäglich passiert. mehrKostenpflichtiger Inhalt

Bei SmartBets findest du alle Wettquoten und Buchmacher der 1. Bundesliga.
Mehr aus Nachrichten: Reitsport 2/3