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In der grünen Saison wieder Gold wert

EM in Göteborg In der grünen Saison wieder Gold wert

Die grüne Saison erlebt ihre letzten Außen-Turniere, die Europameisterschaften gingen just im schwedischen Göteborg zu Ende. Deutsche Teilnehmer sammelten in den Disziplinen Dressur, Para-Dressur, Springen und Vierspänner-Fahren zwölf Medaillen.

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Festel von Cascadello I

Quelle: Janne Burgtrup

Elmshorn. Zwei Holsteiner Pferde holten für Holland Gold vor der Kutsche – ein Blick aus (vierbeiniger) Holsteiner Sicht.

 Holsteiner gelten eigentlich als die „besten Springpferde der Welt“. Nicht zuletzt der im Rahmen des Deutschen Springderbys in Hamburg im Mai aus dem Sport verabschiedete Hengst Casall hat die Holsteiner Fahnen auf Turnierplätzen in aller Welt hoch gehalten. Seine Nachkommen tragen die Holsteiner-Spring-Gene dieses Ausnahme-Hengstes in die Parcours dieser Welt (wir berichteten auf der Reitseite). Auf der EM in Göteborg kamen im Parcours auch andere Rassen zum Zuge, das beste Holsteiner Pferd unter deutscher Flagge war Deckhengst LB Convall, abstammend von Colman, aus der Zucht von Enst Carsten Rohlfs (Poppenhusen), geritten von Philipp Weishaupt (Riesenbeck). Das Paar beendete die EM im Einzelranking auf Platz zwölf. 2016 hatten der 32-jährige Reiter und sein heute zehnjähriges Pferd den Großen Preis von Aachen gewonnen. Ein Ungehorsam kostete in Schweden die bessere Platzierung. Weishaupt sagte dazu: „Die Verweigerung hatte mit dem Sprung nichts zu tun. Da sind wir am Ausgang kleben geblieben. Dieses Problem hatte Convall schon einmal als junges Pferd, es war in den vergangenen Jahren gut. Dass es jetzt bei einem Championat wieder zum Vorschein kommt, ist natürlich ärgerlich, aber das Leben geht weiter.“

 Im Fahren war Holstein jedoch sozusagen „Gold“ wert – zumindest aus holländischer Perspektive. Denn im Team der Niederländer, und zwar im Gespann von Theo Timmerman – der Vierter in der Einzelwertung wurde – galoppierten der Halbblüter Mister v. Capone II (Sven Völz, Bienenbüttel) und Boy v. Marquis (Johann H. Witt, Neuendeich) zu Edelmetall.

Holsteiner ist eine der ältesten Rassen

 Auf der bereits Mitte August im polnischen Strzegom ausgetragenen EM der Buschis holten zwei Holsteiner Pferde für Schweden Mannschaftsbronze: Wieloch’s Utah Sun v. Limbus (Hans Thomsen, Hörup) unter Louise Svensson-Jähde, die im schleswig-holsteinischen Nübbel lebt und arbeitet, sowie Paramount Importance v. Pasco (in Dänemark von Bent Burow gezogen) unter Ludwig Svennerstal.

 Das Holsteiner Pferd ist aber nicht nur eine der sportlich erfolgreichsten, sondern auch eine der ältesten deutschen Pferderassen: Holsteiner wurden Anfang des 13. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt. Doch schon im 9. Jahrhundert war die Pferdezucht im Land zwischen den Meeren zu einer ersten Blüte gekommen, nachdem der Adel und die Kirche spanische Pferde in die heimischen Bestände eingekreuzt hatten. Beide prägen den Holsteiner Typ mit. Ende des 18. Jahrhunderts war der Holsteiner auch aufgrund seines Interieurs, seiner Leistungsbereitschaft, gepaart mit Rittigkeit und Umgänglichkeit, eine der begehrtesten Pferderassen der Welt. Er hat sich über die Jahrhunderte seinen Typ bewahrt, auch wenn er sich vom eher schweren Wirtschaftspferd zum durchaus eleganten Sportler entwickelte. Diese Veränderung im Exterieur geschah maßgeblich ab dem 19. Jahrhundert durch die Anpaarung mit Vollblut- und englischen Halbbluthengsten. Zur Veredlung der Zucht wurde ab Beginn der 1960er-Jahre vorrangig auf Englische Vollblüter gesetzt. Der Anglonormanne Cor de la Bryère begründete beispielsweise eine hoch erfolgreiche Linie, die den Ruf des modernen Holsteiners nachhaltig geprägt hat. Der Holsteiner Verband gliedert sich in zwölf Körbezirke plus die auswärtigen Mitglieder (alles, was außerhalb Schleswig-Holsteins liegt). 5689 Zuchtstuten sind registriert, 227 Hengste im aktiven Zuchteinsatz.

 Ihren nächsten größeren Auftritt im Land haben Holsteiner Pferde und Reiter auf den Landesmeisterschaften, die vom 21. bis 24. September auf der Rennkoppel in Bad Segeberg ausgerichtet werden.

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