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Painted Black – 18 Jahre und im EM-Kür-Finale

FEI Europameisterschaften Aachen 2015 Painted Black – 18 Jahre und im EM-Kür-Finale

2010 hat sie ihn bekommen. Damals war er 13 und sie 18. Zusammen haben sie alles erreicht: Painted Black und Morgan Barbancon. Bei den FEI Europameisterschaften in Aachen 2015 feiert diese wunderbare Partnerschaft ihren Höhepunkt.

Aachen. Am 3. August wurde die Dressurreiterin Morgan Barbancon 23 Jahre jung. Und an diesem Tag begannen die FEI Europameisterschaften Aachen2015 mit dem Lambertz-Preis, dem Mannschafts-Grand Prix. Barbancon und ihr Partner Painted Black gehören zum spanischen EM-Team, das in Aachen seine Olympiaqualifikation für Rio erritten hat. Der Hengst ist mit 18 Jahren das älteste Pferd im Starterfeld: erfahren und sehr fit! „Er ist mit seinen 18 Jahren besser als je zuvor“, strahlt die junge Spanierin. „Er ist auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit.“

 Der elegante Rapphengst wurde in seinen Anfangsjahren vom frisch gebackenen Aachener Bronze-Europameister, Hans Peter Minderhoud, geritten. Sechsjährig übernahm die dreifache Olympiasiegerin Anky van Grunsven den Gribaldi-Sohn, ritt ihn zum Vize-Titel bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde und wurde mit ihm Dritte beim Weltcup-Finale der Dressurreiter 2009 in Las Vegas. Ein Jahr später startete die wunderbare Karriere des Rapphengstes und der jungen spanischen Dressurreiterin Morgan Barbancon. Morgan Barbancon und Painted Black, oder ‚P.B.’ wie sie ihn nennt, gehörten schon bei den Olympischen Spielen 2012 zum spanischen Team, waren bei den Weltreiterspielen 2014 in Caen dabei und dieses Jahr beim Weltcup-Finale der Dressurreiter in Las Vegas. „P.B. hat meine ganze Karriere ‚gemacht’“, betont sie. „Ihm verdanke ich alles!“ Zu Hause sei er ein absoluter Macho und ein verwöhntes Kind. „Wenn er sagt: ‚Mami, ich möchte einen Apfel’, dann bekommt er einen Apfel. Er kann alles von mir haben.“  

Seit zwei Jahren trainiert Barbancon mit dem dänischen Topreiter Andreas Helgstrand – auf ganz spezielle Weise. Sie lebt in den Niederlanden, Helgstrand in Dänemark. Zwei- bis dreimal pro Woche verabreden sie sich zum Training via Web-Cam. „Ich habe ein Headset auf, damit ich Andreas hören kann, und er hat unser Bild per Kamera vor sich, kann mit einem Joystick zoomen und den Ausschnitt verändern und mir dann seine Tipps geben. Das klappt prima.“ Die anderen Tage der Woche wird Painted Black locker gearbeitet und viel auf die Rennbahn oder in den Wald geritten. Mindestens viermal pro Tag kommt der schicke Hengst aus dem Stall: einmal zum Reiten, die anderen Male geht er spazieren oder darf grasen. „Ich glaube, deshalb ist er mit seinen 18 Jahren noch so fit: Weil er sehr viel Bewegung hat und weil ich das Training von ihm mit Andreas völlig umgestellt habe“, erklärt Barbancon. „Er ist in den vergangenen Jahren dadurch viel geschlossener im Körper geworden, ist besser in der Anlehnung und zieht unheimlich gut nach vorne an die Hand heran. Das macht ihm Spaß, seitdem ist er super zufrieden.“ Vormittags reitet Barbancon ihren P.B. und seine fünf Stallkollegen, den Rest des Tages wird er von Pferdepfleger David Ortega umsorgt, während die passionierte Reiterin sich ihrem International Business and Management-Studium widmet. „David ist ein absoluter Schatz, ein Diamant“, freut sich Barbancon. „Er kümmert sich fantastisch um P.B.“ Im Lambertz-Preis, dem Grand Prix der Mannschaftswertung, habe Painted Black etwas mit der Hitze kämpfen müssen, erklärt Barbancon. Im MEGGLE-Preis, dem Grand Prix Special der Einzelwertung, haben sich die beiden unter die besten 15 geritten und damit für das Europameisterschafts-Finale, den Deutsche Bank Preis der Grand Prix-Kür, qualifiziert.

Morgan Barbancon freut sich heute auf ihren Start in der EM-Kür ganz besonders, weil er in Aachen ist! Hier in Aachen hat sie ihren schönsten Sieg mit Painted Black gefeiert. „2011 haben wir hier die Prüfung für die U25-Reiter gewonnen, ich war damals gerade 18. Mit 18 Jahren ein Sieg in Aachen – das war unglaublich!“ Heute wird sie ihren P.B. zu französischer Musik in der Kür präsentieren, zu Stücken aus ‚Romeo und Julia’, ‚Les dix Commandements’ und ‚Sebastian et la Belle’. „Mein Vater ist Franzose und sein Lieblingsstück als Kind war ‚Sebastian et la Belle’. Das ist für ihn.“ Seit vier Wochen steht bei Morgan Barbancon zu Hause im Stall eine neue Stute, die bald in P.B.s Fußstapfen treten soll: Girasol, vorher unter dem Sattel der Doppelweltmeisterin Nadine Capellmann. Auch Girasol hat den berühmten Dressurvererber Gribaldi zum Vater, genau wie Painted Black, und Barbancon ist überzeugt: „Sie ist im Moment das beste Dressurpferd der Welt.“ Das Ziel ist klar: die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro.

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