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Die Weidesaison kommt im Galopp

Futterkamp Die Weidesaison kommt im Galopp

Pferdehalter haben ein sorgsames Auge auf die Vegetation. Und die signalisiert: Die Weidesaison steht vor den Koppeltoren. Ende des Monats kann mit ersten Pflegemaßnahmen der Frühjahrs- und Sommerkoppeln begonnen werden. Auf dem Programm stehen schleppen, walzen, düngen, ansäen.

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Glücklich im Gras: Ab Ende des Monats sollten die Grundlagen für einen gesunden Weidegang gelegt werden.

Quelle: Andreas Thomsen

Futterkamp. Alle Jahre wieder wird es erforderlich, die Pferdeweiden auf den Ansturm von gefräßigen, tobenden, den lieben langen Tag lang kauend herumwandernden Vierbeinern vorzubereiten. Eine gute Koppel sollte jedoch nicht nur dem natürlichen Bedürfnis der Hufentiere nach Bewegung, Luft und Sozialkontakt Rechnung tragen, sondern kann durchaus Futtergrundlage sein. Zunächst also sollten die Weiden geschleppt und gewalzt werden. Wurden sie den Winter über genutzt, dürften sie in einem ziemlich vermatschten Zustand und fast frei von Grasbewuchs sein. Hier bietet sich eine Nachsaat an.

Wer schlau ist, mischt den alten Grasbestand – hierzulande meist eher für die Rinderhaltung geeignetes Weidelgras – mit einer (fruktanarmen) Pferdegrasmischung, die es überall in den Landhandeln zu kaufen gibt. „So kann man eine alte Weide moderner machen: Wenn die alte Grasnarbe kaputt ist, haben neue Gräser eine Chance, sich durchzusetzen“, erklärt der Sachverständige für Haltungsfragen, Jürgen Lamp, vom Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp. Nach dem Aussäen muss alles gut angewalzt werden, bis es fest ist. Aber Achtung, nicht ungeduldig werden. Lamp: „Im Moment passiert da noch nichts. Die Samen fangen erst bei Temperaturen zwischen acht und zehn Grad Celsius an zu keimen.“

Davon abgesehen, dass die Pferde den Winter über einiges kaputt getreten haben, haben auch die Weiden, die in den vergangenen Monaten frei von Weidetieren waren, einen harten Winter hinter sich. Bei knapper Sonne war es meist nass und teilweise relativ warm: Das Gras ist permanent gewachsen und hat dem Boden über die Monate sämtliche Nährstoffe entzogen. Düngen ist daher unvermeidbar, wie Lamp bestätigt: „Der Boden ist regelrecht leer, was man am gelblichen Bewuchs erkennt. Eine Stickstoff-Gabe ist ratsam.“ Denn selbst wenn die Sonne in den kommenden Wochen voll durchschlägt, ist allein durch sie, Wärme und ein Abschleppen der Koppeln kein ausreichendes Wachstum der Gräser zu erreichen.

50 Kilogramm reiner Stickstoff

Hauptnährstoffe für Pflanzenwachstum sind neben Stickstoff noch Phosphor, Kalium und Magnesium. Um den genauen Bedarf einer Weide zu ermitteln, sollte eine Bodenprobe genommen werden. Zum Beispiel die LUFA, die Beratungsringe oder Maschinenringe bieten diese Laboruntersuchung an. Lamp: „Da auf Pferdeweiden in der Regel der Versorgungsgrad bei Phosphor und Kalium ähnlich ist, kann ein Fehlbedarf mit einem Mischdünger ausgeglichen werden.“

Durchschnittliche Maßeinheit für die Stickstoffdüngung sind laut Lamp 50 Kilogramm reiner Stickstoff pro Hektar als Startgabe. Vorsicht ist geboten bei einer Kalkstickstoffdüngung. Der beschleunigt den Grasaufwuchs zwar rasant, wandelt sich aber erst über eine für Pferde giftige – etwa zwei- bis dreiwöchige – Phase zum Nährstoffdünger um. „Der früheste Weideaustrieb ist etwa drei Wochen nach der Düngergabe“, betont Lamp. Je nach Nutzungsintensität sollte die Stickstoffdüngung zwei- bis dreimal im Jahr wiederholt werden.

Ist die Weide Nahrungsgrundlage, sollte sie einen Hektar pro Pferd groß sein, für Jungpferde gern zwei Hektar. Das Gras muss ab Frühjahr/Sommer in die Futterplanung einkalkuliert werden. Und das nicht nur, weil beständiges Grasfressen über den Tag verteilt dem natürlichen Bio-Gleichgewicht des Pferdes entspricht, sondern weil das Steppentier ganz schön was verdrückt: „Das können in sechs Stunden 30 Kilogramm Gras sein, was rund fünf Kilogramm Heu entspricht. Man sollte dann weniger Kraftfutter geben“, empfiehlt Lamp. Wichtig: Ergänzend zum frischen Gras brauchen die Pferde vor und nach dem Weidegang viel Raufutter statt Heu oder Stroh. Damit sind die Grundlagen für einen gesunden Weidegang gelegt.

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