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Nun will Tangstedt die Pferdesteuer einführen

Gemeinde Tangstedt Nun will Tangstedt die Pferdesteuer einführen

Die Abgabe wäre bisher einmalig in Schleswig-Holstein – Einigung am Runden Tisch könnte Entscheidung noch verhindern

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„Pferdesteuer ausgesetzt“ hieß es am Ende in der Gemeinde Groß Rönnau. Wie auf dem Reiterhof Tiedemann protestierten vor rund einem Jahr viele Reiter gegen die geplante Abgabe. 


Quelle: Frank Peter

Tangstedt. Die Gemeinde Tangstedt will als erste Kommune in Schleswig-Holstein eine Pferdesteuer einführen. Die Gemeindevertretung hat am Dienstagabend in einer Kampfabstimmung mit zehn zu acht Stimmen den Weg für die umstrittene Abgabe geebnet. Dennoch besteht noch Hoffnung für Pferdebesitzer. „Noch ist nicht endgültig entschieden, ob die Steuer tatsächlich kommt“, betonte Tangstedts Bürgermeister Norman Hübener (SPD). In der Gemeinde im Kreis Stormann leben rund 700 Pferde.


„Die Steuer müsste mindestens 100 bis 200 Euro jährlich betragen, um überhaupt sinnvoll zu sein“, schätzte Hübener. Einzelheiten wie Höhe und Ausnahmen von der Abgabe müssten jedoch zuerst im Finanzausschuss festgelegt und dann erneut in der Gemeindevertretung beschlossen werden. Er selbst sieht die Pläne seiner Fraktion und der Bürgergemeinschaft Tangstedt (BGT) kritisch. „Es gibt andere Methoden, um den Haushalt auszugleichen“, sagte er. Die Pferdesteuer könne negative Folgen für die Gemeinde haben, daher habe er sich enthalten. Auch die CDU sieht „mehr Schaden als Nutzen“ für die Gemeinde. Die Steuer könne „Existenzen bedrohen“, warnte CDU-Fraktionschef Arne Müssig.



Hintergrund für die Einführung der Pferdesteuer ist zum einen die schlechte Haushaltslage. Tangstedt (Jahresetat: zwölf Millionen Euro) will mit den Einnahmen einen Teil des Defizits von rund 900000 Euro ausgleichen. Zum anderen ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Streitigkeiten zwischen Gemeinde und Reitern um die Pflege der Reitwege gekommen.



Jetzt versuchen sich Vertreter der örtlichen Pferdehöfe, Vereine und Fraktionen am Runden Tisch zu einigen. Dazu wollen die Reiter am kommenden Donnerstag ein Konzept vorlegen. „Dann muss die Politik zeigen, dass sie ihr Wort hält“, forderte Matthias Karstens vom Pferdesportverband Schleswig-Holstein. Die Fraktionen hätten zugesagt, die Pläne für die Pferdesteuer einzustampfen, wenn man sich bei der Pflege der Reitwege einigt. Zudem sollen die Pferde in der Gemeinde markiert werden, um „schwarze Schafe“ unter den Reitern ausfindig machen zu können.



Tangstedt wäre in ganz Deutschland die vierte Gemeinde, die eine „örtliche Aufwandssteuer“ auf die Haltung von Pferden erhebt. Bisher gibt es drei Kommunen in Hessen mit einer Abgabe auf die Tiere. Die Gemeinde Groß Rönnau im Kreis Segeberg hatte vor rund einem Jahr mit Plänen für eine Pferdesteuer für Aufregung gesorgt, sie nach heftigen Protesten jedoch wieder auf Eis gelegt. 


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