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Rund ums Pferd alles im Programm

German Horse Industry Rund ums Pferd alles im Programm

Bei der German Horse Industry machen alle in „Pferd“ – und sie machen es gut. Der eine fertigt ausgeklügelte Stalltechnik, der andere moderne Transportmethoden, ein weiterer solide Einstreu.

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Malte Graf war Gastgeber beim GHI-Treffen.

Quelle: CH. Slawik/ Julia Petersen

Kiel. Auch Hersteller von Futtermitteln und Stallzelten, eine Pferdemesse und ein Pferdeverband gehören zum Member-Kreis, der bewusst kein Verband ist, damit er sich seine Mitglieder aussuchen und Branchen-Exklusivität wahren kann. Die German Horse Industry, kurz GHI, traf sich in Kiel zu ihrem zehnjährigen Bestehen.

 „Wir wollen uns untereinander unterstützen, nicht gegeneinander wetteifern. Daher lassen wir nur ein Mitglied aus jeweils einem Investitions- und Verbrauchsgüter-Bereich zu. Deswegen sind wir kein Verband, denn die Konsequenz wäre gewesen, intern Wettbewerb zuzulassen, und das wollten wir ausschließen“, erklärt Ina Gläßer (Thedinghausen), GHI-Geschäftsführerin. Hinter dieser Devise steht kein Mini-Netzwerk von Kleinst-Betrieben, das amateurhaft offline vor sich hin-stümpert. Im Gegenteil: GHI vereint zumeist die Größen auf dem deutschen Pferdemarkt. Die Röwer und Rüb Reitanlagen GmbH beispielsweise sowie die Böckmann Fahrzeugwerke GmbH, beides First-Class-Unternehmen auf ihrem jeweiligen Sektor, sind Gesellschafter der GHI, haben das Netzwerk vor zehn Jahren ins Leben gerufen.

 „Wir wollten jedes Segment im Pferdemarkt besetzen, gründeten die GHI ursprünglich für den ausländischen Markt, um Kunden in aller Welt das Rundum-Sorglos-Paket zu schnüren“, sagt Rüdiger Deckert, Geschäftsführer bei Röwer und Rüb. Im Mittleren Osten und Südeuropa ging das Konzept auf. „In Deutschland sahen wir jedoch schnell, dass das inländische Geschäft rückläufig ist, weil der Wettbewerb aus dem Ausland auf den Markt drückt“, so Deckert. Die Erklärung gibt Gläßer: „Früher gab es bei uns nicht den polnischen Boxenbauer oder den ungarischen Anhängerhersteller. Dann kamen noch die Holländer, Franzosen und Engländer dazu.“ Die deutschen Hersteller versuch(t)en, den Einbruch des heimischen Marktes mit Export zu kompensieren – erfolgreich. „Von den Wirtschafts-Krisenjahren 2008 bis 2010 haben wir fast nichts bemerkt“, rekapituliert Gläßer.

Neue Reitsportländer

 „Ein Grund ist, dass wir in die neuen Reitsportländer wie Dubai, Katar und Iran exportieren“, ergänzt Deckert. Agiert wird als Global Player international vor Ort unter Berücksichtigung von örtlichen Gegebenheiten wie klimatischen Bedingungen und landesspezifischen Vorschriften. Ausgeklügelte Marketing-Strategien – allem voran auch multi- und crossmedial – tun ihr Übriges. Auswertung von organischen Reaktionen sämtlicher Suchmaschinen und die Bedienung von sozialen Netzwerken wie Facebook gehören zum täglichen Handwerk wie das Pferde-Führen. Die GHI-Facebook-Seite beispielsweise hat mit ihren lediglich 14 Mitgliedern immerhin rund 41000 Abonnenten. Ein eigener Blog, eine riesige Datenbank von (potenziellen) Kunden, Newsletter, eine Broschüre in drei Sprachen und ein Beratungsservice gehören zum Portfolio. Mitglied werden ist theoretisch jedem Hersteller der noch nicht belegten Segmente des Pferdemarkts möglich. Praktisch muss der Standort in Deutschland liegen, die Firma effizient, kommunikativ und solide sein – und ihre Bilanz zur Selektion offenlegen, die Produkte müssen stark und neu und ständig in der Verbesserung sein.

 Auch die in Preetz ansässige Firma Peer Span, im Jahr 2000 von Malte Graf und Christiane Luther gegründet und Gastgeber des Jubiläums-Treffens, zählt zum exklusiven Kreis. „Wir flüstern nicht mit Pferden, wir sprechen direkt mit ihnen“, ist eine Firmen-Maxime des Unternehmens, das im Auslandsbereich mit Fremdsprachlern arbeitet – „sonst verkaufen wir nichts“. 1,1 Millionen Ballen Späne im Jahr verlädt Peer Span auf 1600 Lkw-Fuhren der firmeneigenen Flotte, das sind 25300 Tonnen. 30 Prozent der Ware wird exportiert, vor allem nach Polen, Italien, Dänemark. „Im Kommen sind unter anderem Spanien, Kuweit und Katar.“ „In“ seien im Export derzeit grobe Späne, „je gröber desto besser, finden die Kunden aktuell“, so der Geschäftsführer, der dem Käufer in aller Welt verschafft, was er in der Box haben will. Leerfahrten machen sie nicht, irgendwas nehmen sie immer von irgendwoher mit nach irgendwohin, so Graf. Granulat. Pellets, Briketts, Leinstroh, Hanfeinstreu. „Das sind unsere Nebenprodukte, die kaufen wir dazu, weil sie immer wieder nachgefragt werden.“ Das Hauptlager ist in Lübeck, ein weiteres in Wittmoldt, Geschäftssitz in Preetz. Von dort aus geht es in die ganze Welt. Wie das geballte Know-how der GHI.

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