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Abschied auf die friesisch-herbe Tour

Hans-Heinrich Stien Abschied auf die friesisch-herbe Tour

„Wenn man weg ist, ist man weg.“ Hans-Heinrich Stien macht, friesisch-herb, keine große Sache aus seinem Abschied. Der naht nach 40 Jahren Einsatz für die Vierbeiner, davon 21 Jahre ehrenamtlichen Engagements im Vorstand des Pferdestammbuchs SH/HH.

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Zwei Verbands-„Fürsten“ beim Plausch: Hans-Heinrich Stien (67, li.) vom Pferdestammbuch SH/HH und Dieter Medow vom Pferdesportverband. Für Stien ist im Mai mit dem Ehrenamt Schluss.

Quelle: Jessica Bunjes

St. Peter-Ording. Ab Freitag genießt der 67-Jährige Züchter aus St. Peter-Ording in Neumünster die letzte Körung als Vorsitzender des Zuchtverbands.

 Hans-Heinrich Stien mag keine Fotos, steht nicht gern im Mittelpunkt und mistet lieber den Taubenschlag aus, als Interviews zu geben. Neben Federvieh – Tauben und Hühner – hält er Schafe, einen Border Collie und natürlich seine Ponys. „Das wird auch weitergehen – das eine hat mit dem anderen nichts zu tun“, sagt der Tierfreund mit Blick auf den Mai, wo er sein Ehrenamt als Vorsitzender des PSB nach über zwei Jahrzehnten offiziell abgibt. Zwei Drittel seines Lebens hat er dem Zuchtverband gewidmet, war auf jeder Zuchtveranstaltung, diversen Fohlentouren und Turnieren, immer im Anzug, immer in der ersten Reihe und immer unprätentiös.

 Gemeinsam mit seiner Frau Ingrid züchtete Stien, der seine Diplomarbeit noch den Schafen widmete, ab 1977 Dartmoor Ponys, ab 1983 Shettys, seit 2003 und inzwischen nur noch Deutsche Reitponys. Die Shetland Pony-Zucht übernahm Sohn Niss-Bernhardt. Sohn Boyke züchtet zusammen mit Ehefrau Sandra in Grammdorf Islandpferde. Aus Stiens Zucht stammt manches gute Sportpony, unter anderem die beiden Staatsprämienstuten Lehnsmanns Paula und Lehnsmanns Pennylane. Letztere war Reservesieger- stute der Eliteschau 2010, unter Jana Jensen nahm sie am Bundeschampionat der Springponys teil, und unter Wienke Paulsen gewann sie 2015 die Nachwuchs-Springsport-Serie „Holsteiner Schaufenster“. Auch der Siegerhengst der Körung 2015 in der Rassegruppe der Deutschen Reitponys stammt aus seiner Zucht, Lehnsmanns Canterbury. „Das war ein Highlight“, kommt Stien fast schon aus sich heraus.

 1973 fing er als Angestellter des Landesverbandes der Pony- und Kleinpferdezüchter (wie das PSB damals noch hieß) an, zu der Zeit, als Gerhard Gramann (87, Kiel) in seiner Funktion als Mitarbeiter im öffentlichen Dienst zugleich Geschäftsführer der Ponyzüchter, des Holsteiner Verbandes und des Vereins Schleswiger Pferdezüchter war: Die drei Pferdeverbände wurden einst zusammen in einer Bürogemeinschaft geführt. Drei Jahre, bevor sich der Staat 1990 aus der Zucht verabschiedete und die (Pferde-)Verbände im Norden ihre Zuchtleiter selbst finanzierten, hörte der vierfache Vater beim Verband auf. Hatte, so sein Ex-Chef, inzwischen „einen großen Beitrag zur Förderung der Qualität der Pferdezucht“ geleistet.

 Gramann: „Hans-Heinrich Stien entpuppte sich als exzellenter Pferdekenner, genoss einen ausgezeichneten Ruf wegen seiner Korrektheit und seines guten Gedächtnisses für sämtliche Abstammungen.“ Als Höhepunkt der gemeinsamen Jahre organisierten die Männer 1978 zum Besuch der Queen auf Gut Schierensee eine Präsentation der verschiedenen Rassen des Pferdestammbuchs. Im selben Jahr veröffentlichten sie ein Buch über das Holsteiner Pferd. Seit 1993 engagiert sich Stien ehrenamtlich im Vorstand des PSB, ist seit 1994 stellvertretender Vorsitzender und seit 1995 Vorsitzender. Von 1993 bis 1994 war er stellvertretender Körkommissar, von 1995 bis 2013 in der Körkommission. „Als Hans-Heinrich Stien in den Vorstand wechselte, war der Mann in der deutschen Pferdeszene schon bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund“, erzählt Gramann. Der „bunte Hund“ ist heute stellvertretender Vorsitzender im Vorstand Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft deutscher Ponyzüchter (AGP). Die FN nutzt sein Fachwissen zudem als Steward bei der zentralen Hengstleistungsprüfung für Reitpferdehengste.

 Und nach dem Mai? „Solange ich Boxen misten kann, züchte ich weiter“, kündigt Stien an, dessen Stuten in diesem Jahr drei Fohlen erwarten. Vielleicht ist wieder ein Rassesieger dabei. Stien: „Das weiß man nie, aber weiter geht es immer.“

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