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Bramesfeld und Passau starten bei der WM

Islandpferde Bramesfeld und Passau starten bei der WM

Helmut Bramesfeld (44) aus Neumünster und Charlotte Passau (19) aus Eckernförde vertreten vom 3. bis 9. August die Schleswig-Holstein-Farben auf der Islandpferde-WM im dänischen Herning. Ab Donnerstag trainieren sie in Dänemark im Vorbereitungscamp, wo sie auf Konkurrenten aus 14 Nationen stoßen.

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Helmut Bramesfeld (44) aus Neumünster und Isi-Wallach Blöndal: Mit Horsemanship zum Erfolg – und aktuell zum WM-Start nach Dänemark.

Quelle: Silke Müller-Uloth

Neumünster. Charlotte Passau hat ihr Ticket bei den „Young Ridern“ mit Uni vom Kronshof als Titelverteidigern in der Töltprüfung T2 automatisch in der Tasche. „Noch bin ich nicht aufgeregt, im Allgemeinen bin ich mit guten Nerven gesegnet. Wenn ich auf dem Pferd sitze, rutsche ich ohnehin in einen Konzentrations-Tunnel, spüre nur noch mein Pferd“, sagt die junge Frau, die sich nach der WM auf den gehobenen Polizei-Dienst konzentrieren will.

 B ramesfeld führt in der Erwachsenenklasse mit Blöndal das Welt-Ranking im Speedpass an. Er sagt: „Es ist eine Ehre, für Deutschland auf der WM zu starten, das wird einem nicht geschenkt.“ Seit zwei Jahren ist er im Bundeskader, mitteleuropäischer Vizemeister im Speedpass und EM-Bronze-Träger im 250-Meter-Passrennen. In Herning startet er im Speedpass (P2), eventuell auch im Passrennen. „Das entscheide ich vor Ort.“ Für Bramesfeld, der mit dem 14-jährigen Islandwallach Blöndal das FEIF-Speedpass-Ranking 2015 mit 7,38 Sekunden auf 100 Meter anführt, bedeutet die WM-Teilnahme mehr als die Tatsache, einer der besten Islandpferde-Reiter zu sein: Blöndal frisst seit acht Jahren seinen Hafer bei ihm, aber treuer Partner ist der Isabellfarbene noch lange nicht so lange. „Er war anfangs schwierig, hatte wenig Vertrauen, ein schwaches Nervenkostüm und die Tendenz zum Wegrennen. Niemand hätte jemals daran gedacht, dass er ungeachtet seines Talents mal an einer Meisterschaft teilnimmt.“ Bramesfeld reizte das: „Schwierige Pferde sind für mich eine Herausforderung. Ich habe ein Händchen für sie. Meist hat der Mensch das vermurkst. Mit Geduld, Klarheit und Respekt gewinne ich ihr Vertrauen. Dass ist ein unbeschreibliches Gefühl. Dass ich Blöndal jetzt sogar ohne Sattel und Trense reiten kann, bedeutet mir viel mehr als die WM. Sie ist nur das Sahnehäubchen.“ Für den Trainer, der sich der Horsemanship, also dem harmonischen Miteinander zwischen Mensch und Pferd, verschrieben hat und mit seiner „alternativen“ Trainingsmethode im Leistungssport eine Ausnahme ist, sind die Turnier-Erfolge nur Nebeneffekt: „Den Richter interessiert es nicht, ob Blöndal Problempferd war oder nicht. Da zählen Ergebnisse. Für mich, der den langen Weg des Pferdes genau kennt, zählen ganz andere Dinge.“

 Seine Reitkarriere nahm vor 34 Jahren auf einem Islandpferdehof Fahrt auf. „Beeindruckt“ war er damals zwar schon „vom rasanten Rennpass“, doch Reiten blieb Hobby. Irgendwann folgte auf die Tischlerlehre der Trainerschein. Schließlich sattelte der 44-Jährige beruflich um, arbeitet mittlerweile seit 20 Jahren mit Pferden, betreibt seit fünf Jahren mit Lebensgefährtin Ingke Nohl den Islandpferdehof Sólarvik in Neumünster. Dort betreut das Paar 50 Pferde. Bramesfeld bildet aus, gibt Unterricht, Lehrgänge im Gangpferdereiten und in Natural Horsemanship. „Der sportliche Erfolg war nie mein Ziel. Im Vordergrund stehen für mich die Beziehung zum Pferd und das Miteinander als Team.“ Seinen Blöndal reitet er zu Hause komplett ohne Zaum und Zeugs.

 Ziel für die WM? „Unter die Top-Drei zu kommen. Allerdings kann immer etwas schief gehen. Gerade im Rennpass liegen Sieg und Niederlage eng beieinander“, sagt der Pferde-Mann. Hintergrund: Sobald das Pferd im pfeilschnellen Pass einen Huf ungünstig aufsetzt, fällt es in den Galopp. Das bedeutet eine Nullwertung. Bramesfeld: „Genau das gefällt mir am Rennpass so gut: Es steckt quasi eine Dressurkomponente mit drin, das Pferd muss ausbalanciert sein und an den Hilfen stehen. Eine Mischung aus Energie und Harmonie.“ Sein Ziel im Leben mit den Pferden? „Zu zeigen, dass die Arbeitsweise der Horsemanship mit dem Leistungssport vereinbar ist. Und dass sie einen schöneren und sicheren Umgang mit dem Pferd ermöglicht.“

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