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Ein Festival der Herzen

Landesbreitensportturnier 2015 Ein Festival der Herzen

Ein Jubiläum, 1000 Akteure, 90 Wettbewerbe, 5000 Zuschauer, zwei Tage lang 700 Pferde aus gut 30 Rassegruppen auf fünf Plätzen, und Reitsportdisziplinen, bis die Fantasie endet: Das 20. Landesbreitensportturnier in Bad Segeberg war am Wochenende ein Festival der Herzen.

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Beim Landesbreitensportturnier in Bad Segeberg strahlten Pferde und Besitzer um die Wette.

Quelle: Jessica Bunjes

Bad Segeberg. Als Karlchen den schweren Kopf auf Mats´ Schulter legt und die Lider schläfrig über die nussbraunen Augen klappen, wuseln auf fünf Arealen des Landesturnierplatzes und rund um sie herum Hunderte von Menschen, Pferden, Hunden. Karlchen schnaubt dem 18-Jährigen wohlig ins Ohr. Schön, dabei zu sein, scheint der New Forest Wallach zu signalisieren. Mats Marcinkowski findet das auch. Er ist als Pirat gekommen.

Vier Mal in Folge gewann der Schüler den Wettbewerb „gerittene offene Kür der Reitweisen“ und selbst wenn es beim Festival der Pferde offiziell keine Sieger geben soll und jeder Auftritt der kleinen und großen Pferdefreunde seinen besonderen Charme hatte, so beeindruckten der junge Mann und sein Pferd dennoch besonders. „Was uns verbindet ist Liebe“, sagt Mats nachdenklich, Schultern zuckend. Seit neun Jahren reitet er, meist Mounted Games, und die donnern just nebenan über den Rasen, wo junge Menschen vom galoppierenden Pferd springen und wieder rauf, Slalom reiten, Kisten stapeln und das alles auf Zeit.

Impressionen vom Landesbreitensportturnier 2015 in Bad Segeberg.

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Mats entzündet derweil Feuer, Karlchen ist das egal. Über ein brennendes Hindernis zu springen scheint für das Pony nicht spektakulär zu sein, wenn Mats das will. „Vertrauen macht es so besonders“, sagt Dörte Rehse-Behncke, Bordesholm, die das Festival vor 20 Jahren mit Ingrid Thomsen (Bad Segeberg) ins Leben gerufen hat. „Das ist ein Job, in dem man nichts falsch machen konnte, weil es damals alles noch nicht gab“, sagt die 69-Jährige, die zehn Jahre mit Thomsen und dann acht Jahre mit Anke Voswinkel (59, Gaushorn) an der Spitze der Veranstaltung stand, für die nur Eins zählt: Liebe zum Pferd.

„Deswegen haben wir nächtelang über Siegerschärpen diskutiert, denn es sollten sich alle gleich gut fühlen“, erzählt sie. Das Turnier hat sich seither ständig verändert, „ist viel professioneller geworden“, stimmt Voswinkel zu. Vorbei sind die Wochen, in denen die Frauen sogar selbst die Nennungen einsammelten, als Rehse-Behncke das Programmheft zusammen stoppelte, Alfred Schwarze Pläne zeichnete, wo was stattfinden kann. „Damals hatte jeder Angst, dass der andere ihm Platz weg nimmt, und auch heute noch sind wir räumlich begrenzt“, so Rehse-Behncke, der „alles gleich lieb“ war. „Es ist einfach fürs Herz“, schwärmt auch Nadine Sorgenfrei, Sarlhusen, die seit acht Jahren die Pressearbeit managt. Inzwischen verteilt sie Programmhefte in einer 2000er Auflage, die werden längst vom verantwortlichen Pferdesportverband SH, von Maritres Hötger, erstellt.

„Beim Breitensportfestival gibt es Frauen, die kaum laufen können, mit großen Friesen an der Hand, die sich hinlegen. Shettys, die Travers gehen, Kinder, die nur mit Halsring reiten, es ist unglaublich“, findet Sorgenfrei, die „vor allem das entspannte Miteinander“ schätzt. „Wenn das Vertrauen da ist, geht alles, was die Fantasie erlaubt“, ergänzt Rehse-Behncke, die sich, wie Voswinkel auch, „immer noch involviert“ fühlt. „Das lässt einen nie los.“

Auch Karlchen lässt nicht los. Kuschelt längst wieder an Mats herum, der das Feuer von Helfern hat löschen lassen. Irgendwo galoppiert ein „Einhorn“ – der 26-jährige Lucero, auf seinem Rücken die erst siebenjährige Lilly Marie Berke aus Sievershütten. „Es ist wunderschön hier“, sagt die kleine Reiterin, zum ersten Mal dabei und begleitet von Mama Kathrin, die schon öfter teilgenommen hat. Karlchen gähnt. Einhörner findet er offenbar nicht spektakulär. Mats lächelt. Lilly auch, genau wie ihre Mutter und das Mädchen mit dem Pferd namens Ferrari und dem Halsring, Joke Brodersen (13) aus Hörup. „Ihr seid super“, lobt Corinna Scholz (Quickborn), eine der Richterinnen, die bewerten, was nicht rangiert werden soll. Rehse-Behncke lacht. „So soll es ein.“

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