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Ein Mekka der Pferdefreunde

Landesbreitensportturnier Ein Mekka der Pferdefreunde

Es ist in gewisser Hinsicht wie eine Tüte Schokobonbons. Es knistert, ist bunt, zuckersüß und macht Spaß: das Pferdefest des Nordens.

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Es geht um Pferdeliebe: Auch Kyra Knickrehm aus Kiel ist am Wochenende beim Pferdefest des Nordens in Bad Segeberg dabei, als eine von 1000 Akteuren.

Quelle: Andreas Thomsen

Bad Segeberg. Am Wochenende wird das Landesbreitensportturnier auf dem Turnierplatz in Bad Segeberg, bereits zum 20. Mal, Tausenden Pferdefreunden als einer der Höhepunkte in ihrem Jahreskalender Freude ohne Leistungsdruck schenken.

Ganz oben im Organigramm steht der Name von Antje Voß aus Barmstedt, 51 Jahre alt, Mutter dreier Töchter, seit zehn Jahren im so genannten Breitensport ehrenamtlich engagiert, Vorstandsmitglied im Pferdesportverband SH und seit eineinhalb Jahren verantwortlich fürs LBT. „An dieser Position, mit dieser Aufgabe, kann ich ganz viel bewirken, Vorurteile abbauen“, sagt Voß, selber Besitzerin einer neunjährigen Haflinger Stute namens Momo, „mit der alles anfing“, wie sie verrät. Mit Momo nämlich reitet Antje Voß Dressur und ins Gelände, übt Zirkuslektionen ein, selbst mit Voltigieren auf ihrem Rücken hat das Allroundpferd keine Probleme. „Sie ist für alles zu haben.“

 Für Voß ist es unbedeutend, ob der Reiter Piaffen beherrscht, S-Springen überwindet oder Trail-Parcours meistert. „So lange es dem Pferd gut tut, ist alles gut“, findet die Breitensport-Prüfer- und Richterin, die für das Pferdefest seit Wochen an vorderster Front plant. 300 Helfer stehen ihr zur Seite, „die auch ihre eigenen Ideen einbringen“. 90 Wettbewerbe gehören inzwischen zum zweitägigen Programm, das am Sonnabend um 8 Uhr mit der Gelassenheitsprüfung (GHP) beginnt und anlässlich des 20sten Geburtstages die bunte Show „Nordlichter“ mit 14 Schaubildern von 18.30 bis 21 Uhr bietet. Letzter Wettbewerb ist an dem Tag ab 21 Uhr der Moonlight-Trail. Der Sonntag beginnt ebenfalls um 8 Uhr und zwar mit dem „alten Pferd“.

 Früher gab es die meisten Prüfungen nicht, keine GHP und keinen Stern-Stafettenritt für Reitwege, und auch das Landeschampionat für Freizeitpferde kam erst im Laufe der Jahre hinzu. „Die Idee für das LBT entstand, weil die einzelnen Verbände sich zusammengetan haben, um gemeinsam etwas Tolles auf die Beine zu stellen.“ Es wurden immer mehr Aktive, Besucher, Helfer und Prüfungen, und dennoch wurde es immer familiärer. Voß: „Man ist quasi unter sich“ – unter Pferdefreunden. Einige übernachten sogar mitsamt Vierbeinern auf dem Platz. Heute mischen rund 1000 Aktive ein Repertoire vom Kostümvoltigieren über die Quadrillen-Wettbewerbe bis zu den Mounted Games auf und beweisen, wie vielfältig die Beschäftigung mit dem Pferd sein kann. „Inzwischen kann das Turnier nicht weiter wachsen, weil der Platz nicht mehr hergibt. Wir sind einfach ausgebucht“, sagt Voß, die für das kommende Wochenende allerdings doch zwei neue Prüfungen benennt: das immer beliebte werdende Ranch Riding bei der Ersten Westernreiter Union HH/SH (EWU) und das Stangen-Labyrinth, das der Landesverband der Reit- und Fahrvereine Hamburg aufbaut.

 „Am beliebtesten von allen Angeboten ist die GHP, geführt und geritten, die Rassen- und Reitweisen übergreifend ist“, so Voß, die am Pferdefest schätzt, dass „jeder jeden akzeptiert und immer wieder Neues ausprobiert. Es gibt keinen Konkurrenzkampf sondern ein harmonisches Miteinander. Es geht vor allem um Austausch. Jeder guckt, was der andere so mit seinem Pferd macht, lässt sich inspirieren. Es ist einfach schön.“

 Als Besonderheit zum Jubiläum ruft sie die Pony-Olympiade aus: Kinder bekommen an der Kasse eine Stempelkarte, können an vielfältigen Aktionen rund ums Thema Pferd teilnehmen, vom Bullenreiten, über einen Steckenpferd-Parcours bis hin zum Malen. Am Ende gibt es einen Preis. Ein Höhepunkt der Veranstaltung ist der große Aufmarsch aller Teilnehmer am Sonntag, 12 Uhr, auf dem Hauptplatz. „Das, was alle verbindet, ist, dass ihnen Pferde so sehr am Herzen liegen. Es ist einfach toll, sich für diese Menschen einzusetzen, die sich selber einsetzen, zum Beispiel um einen neuen Reitweg zu schaffen“, erklärt Voß die Faszination „Pferdefests“. Wer es erleben möchte: Es ist für fast jeden Gaumen ein bunter Schokodrops dabei.

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