25 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
Eine Frau düpiert die Männerwelt

Landesmeisterschaften Eine Frau düpiert die Männerwelt

Das 68. Landesturnier des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein (PSH) erlebte seit 16 Jahren erstmals vier trockene Tage ohne Wetterkatastrophen, mit viel Sonne und tollen sportlichen Leistungen. Sieben Meister sind in den Disziplinen Springen und Dressur am Sonntagabend in Bad Segeberg vom Platz geritten.

Voriger Artikel
Marcus Ehning gewinnt DKB-Riders Tour Wertungsprüfung
Nächster Artikel
Guter Auftakt für deutsches Para-Dressurteam

Der langjährige Landestrainer Detlef Peper (vorn) wurde von 200 Schülern, ehemaligen Schülern und Eltern dankbar verabschiedet.

Quelle: Jessica Bunjes

Bad Segeberg. Im Zentrum der pferdesportlichen Tage standen auch die Ehrungen derjenigen, ohne die der Pferdesport im Land reiterlich ärmer wäre. Das sind natürlich die Reiter, aber auch die Trainer. Allen voran Detlef Peper (Segeberg), der in diesem Sommer nach über 30 Jahren seinen Posten als Landestrainer abgegeben hat. Der 65-Jährige wurde nicht nur vom Pferdesportverband SH geehrt. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) nutzte das Landesreitturnier, um den Ausbilder auszuzeichnen: Der FN-Vorsitzende Breido Graf zu Rantzau steckte dem 65-jährigen Peper, der viele Jahre im Vielseitigkeits-Ausschuss des deutschen Olymiadekomitees war, das Reiterkreuz in Bronze an. Der Ex-Doppel-Olympiasieger in der Vielseitigkeit, Hinrich Romeike (Nübbel), sagte in seiner Laudatio: „Detlef Peper ist ein Glücksfall für Schleswig-Holstein.“

Siegerin im Springen der Damen: Beritt Naeve auf "Wyoming".

Zur Bildergalerie

Matthias Karstens, Geschäftsführer des PSH, zog eine positive Bilanz des Landesturniers: „Es war toller Sport, das beste Wetter seit Langem, eine hervorragende Stimmung und ein Publikum, das super mitging.“ Auf fünf Plätzen wurde parallel geritten, unter anderem brillierte der frisch gebackene deutsche Meister der jungen Springreiter, Sven-Gero Hünicke, erneut mit seiner Stute Sunshine Brown. „Es läuft diese Saison rund bei uns“, so der Fehmaraner strahlend, der nicht aus einer Reiterfamilie stammt, aber zum zweiten Mal in Folge mit Landes-Gold dekoriert wurde. Bei den Junioren gewann eine, die in diesem Jahr ebenfalls verschiedenste Male positiv aufgefallen war: Teike Carstensen (Sollwittfeld), sie ritt Zürich. Die Meisterschaftswertung der Damen entschied Beritt Naeve (Breiholz) im Sattel von Wyoming für sich.

Die Herrenwertung – respektive die so genannte „Große Tour“ – wurde zum dritten Mal in Folge von einer Frau dominiert. Laura Jane Hackbarth (Brickeln) und Evi Bengtsson (Breitenburg) hatten die Männerwelt in den Vorjahren düpiert, Bengtsson wurde nun bereits zum zweiten Mal Landesmeisterin. Sie setzte erneut auf ihre vierbeinige Partnerin La Pasion de Caballo Ulika. „Das Pferd ist selbsterklärend, zu Hause üben wir kein Springen, wir machen vor allem Dressurarbeit“, so die Profireiterin, die zum ersten Mal außerdem den Großen Preis von Schleswig-Holstein gewann. „Ich bin nicht geübt in der Favoritenrolle, insofern ging ich in Ruhe an die Sache ran – und dann stimmte alles.“ Silber ging an Ex-Mannschaftsweltmeister Carsten-Otto Nagel (Norderstedt), der mit Womanizer auf Platz vier im Großen Preis kam. Niclas Aaroma (Neuengörs) und Chairman holten Bronze. Insgesamt kamen rund 11000 Zuschauer auf die Rennkoppel.

Dressur: Wolfgang Schade reitet das Triple

Das Triple ist voll: Wolfgang Schade, der langjährige Bereiter des Holsteiner Verbandes, wohnhaft in Hamburg-Blankenese, aber„im Herzen Schleswig-Holsteiner“, wie der sympathische Profi betont, ist zum dritten Mal in Folge Landesmeister SH/HH in der Dressur. Vierbeiniger Partner war zum zweiten Mal Dressman.

Der 13-jährige Oldenburger Wallach, dessen Stärke die Piaffe-Passage-Tour ist, mag immer noch keine Siegerehrungen, war in der Dressur auf dem laut Schade „nicht ganz einfachen Platz“ aber zwei Mal auf den Punkt da: in der zweiten Qualifikation zur Meisterschaft am Sonnabend (S***, Grand Prix) und in der Kür am Sonntag (Grand Prix Kür) setzte sich das Paar an die Spitze des 18-köpfigen Starterfeldes. Erst vor drei Jahren hat der Dunkle in den Sport gefunden, „vorher war er einfach nicht so weit“, so Schade, der das Pferd für eine englische Besitzerin vorstellt und in diesem Jahr einige Grand Prix-Siege erreichte.

Der 49-Jährige, der 2013 mit Willi Wacker gewann, war zudem mit zwei Nachwuchspferden, Flamenco Song und Amore San Remo, hoch erfolgreich: Die zehnjährige Stute Amore San Remo gewann die Nachwuchs-Tour. „Ich bereite schon Dressmans Nachfolger vor“, so der Sieger schmunzelnd, der seinen hartnäckigsten Mitbewerber, den gebürtigen Dänen Martin Christensen, beneidete: „Er hat mit Bacchus von Worrenberg ein großartiges Pferd. Wenn der soweit ist, können wir viel erwarten.“

Der elfjährige Hannoveraner Fuchs trabte mit herrlichen Trabtouren, viel Schwung und Losgelöstheit durchs Viereck. Sein Reiter, der für den Tannenhof in Wedel arbeitende Christensen, strahlte während des Rittes und demonstrierte: Dressur macht Spaß. Vier Punkte Abstand hatte das Paar auf den neuen, alten Meister Schade/Dressman. Der Dritte, Roland Metzler (Elmshorn), der Dante gesattelt hatte, folgte mit weiteren vier Punkten auf den Silbermedaillengewinner.

Bei den jungen Reitern gewann Ragna Mann (Nutteln) mit Indian Queen. Die Schärpe bei den Junioren trägt in diesem Jahr Emilia Josephina Jensen (Granderheide), die Resümee ritt.

Die Ergebnisse vom Landesturnier finden Sie hier.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeige

Alle Informationen über Vereinsgeschehen, Hausturniere, Lehrgänge, Abzeichenprüfungen und all das Lesenswerte, was in den Vereinen und Betrieben tagtäglich passiert. mehrKostenpflichtiger Inhalt

Bei SmartBets findest du alle Wettquoten und Buchmacher der 1. Bundesliga.
Mehr zum Artikel
Bad Segeberg
Foto: Der Däne Philip Loven aus Meldorfsicherte sich den Sieg in der ersten Wertung im Springen.

Sieben Titel in der Dressur und im Springen sind an diesen Tagen auf der Rennkoppel in Bad Segeberg zu vergeben, wo der Pferdesportverband SH zu den 68. Landesmeisterschaften ausruft. Am Freitag wurden – parallel auf fünf Plätzen – die ersten Wertungsprüfungen geritten.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Reitsport 2/3