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Er hat ein großes Herz für die XXL-Pferde

Landwirt Bernd Hansen Er hat ein großes Herz für die XXL-Pferde

Landwirt Bernd Hansen ist so handfest wie seine Pferde. Betreibt als Nebenerwerb mit Ehefrau Inge den historischen Bauernhof „Rosacker“ in Silberstedt, ein von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen anerkannter Arche-Hof, wo er Schleswiger Kaltblüter züchtet.

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Bernd Hansen (Silberstedt), hier mit Abendbotin, hat sich den Erhalt der Schleswiger Kaltblüter auf die Fahne geschrieben.

Quelle: Silke Müller-Uloth

Silberstedt. Der 62-jährige „Agrarflüchtling“, der zum Broterwerb vor 25 Jahren auf Versicherungen umsattelte, ist Vorsitzender des Vereins Schleswiger Pferdezüchter.

 Schon Hansens Eltern besaßen einen landwirtschaftlichen Betrieb, auf dem lange Zeit die komplette Feldarbeit mit dem Pferd bewältigt wurde. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir mal keine Pferde auf dem Hof hatten, und wir Kinder mussten damals mitarbeiten.“ Als die Mechanisierung der Landwirtschaft zunahm, ging es mit dem Pferd nur noch zur Meierei zum Milch abliefern, erinnert sich der Mann, dessen Großväter schon Schleswiger Stuten hatten, „die ich heute noch im Stammbaum nachweisen kann.“

 Nach seiner Meisterprüfung in der Landwirtschaft fing Hansen an, einen kleinen Resthof zu bewirtschaften, und durfte ein Pferd seiner Eltern übernehmen. „Zwischen vier Holsteinern und einer Schleswiger Stute habe ich mich für die Schleswiger Stute entschieden.“ Denn das Schleswiger Kaltblut ist bei sachgerechter Ausbildung „total gehorsam, dabei sehr futterdankbar, winterhart und im Umgang mit anderen Pferden unkompliziert.“ Hansens Ziel ist der Erhalt der Rasse, sechs Blutlinien versucht der Schleswig-Holsteiner mit seiner Zucht vor dem Aussterben zu bewahren, sechs Fohlen fallen bei ihm dieses Jahr. „Die Freude wird umso größer, je mehr sich alles so entwickelt, wie man es haben möchte“, sagt Hansen, der mit Bogart vor 30 Jahren seinen ersten selbstgezogenen Gekörten stellte. Andere Hengste kaufte Hansen zu und zog sie auf. „Es ist wichtig, neue Gene einzubringen und Inzucht zu vermeiden.“ Fünf seiner Muskelprotze waren Rasse-Sieger bei der Pferdestammbuchkörung, mehrere Stuten aus seiner Zucht wurden mit der „Staatsprämie“ ausgezeichnet.

 Aber nicht nur Schönheit in XXL zählt: „Ein Kaltblut muss völlig cool sein, egal was rundherum passiert. Das war früher wichtig, weil die Arbeiter häufig gewechselt haben und die Pferde viele grobe Hände ertragen mussten.“ Deshalb legt Hansen viel Wert darauf, die Pferde von klein an mit viel Geduld an den Umgang mit Menschen zu gewöhnen. „Man baut eine besondere Beziehung auf“, so der Mann, der den Prinzipien von Horsemanship-Trainer Uwe Weinzierl (Neu Drefahl) vertraut. Zu sehen sind die XXL-Pferde beim Schaunachmittag der Pferdestammbuch-Körung am Sonntag, 14. Februar, in den Neumünsteraner Holstenhallen in einem großen Fest-Umzug zum 125-jährigen Bestehen der Rasse. Hansens sanfte Riesen werden den Musikwagen ziehen.

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