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Lamps Nachfolger tritt in große Fußstapfen

Lehr- und Versuchszentrum Lamps Nachfolger tritt in große Fußstapfen

Die Ausschreibung für seinen Job ist just veröffentlicht. „Nachfolgeregelung“ ist der korrekte Terminus. Denn Jürgen Lamp, der Fachbereichsleiter Pferdehaltung der Landwirtschaftskammer am Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp, unter anderem zuständig für die Ausbildung der Pferdewirte, aber auch für das Wohl der Hufentiere im Land, geht in Rente.

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Der Fachbereichsleiter Pferdehaltung, Jürgen Lamp (65), geht Ende Februar in Rente, ein Nachfolger wird gesucht. Sein Ziel war, „das richtige Pferdewissen weiterzugeben“.

Quelle: Jessica Bunjes

Futterkamp. Ein paar Monate hat der 65-Jährige noch, aber am 28. Februar ist Schluss.

 „Und dann ist auch Schluss, und ich kann gut damit leben. Wenn mein Nachfolger kommt, will ich nicht der Altvater sein, der kluge Ratschläge erteilt.“ Der Brodersdorfer, der in Wisch im elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb mit Pferden aufwuchs, einst Agrarwissenschaft in Kiel studierte, 1980 bei der Landwirtschaftskammer als Kleintierberater anfing, nach zehn Jahren in die Arbeitnehmerberatung wechselte und schließlich die Fachbereichsleitung Pferde übernahm, lächelt. Denn der oder die in seine Fußstapfen tritt, ist dabei, ein kalibriges Pferd zu satteln.

 „Ich wünsche mir jemanden mit passendem Studienabschluss, Trainer muss er sein, denn wir sind anerkannte Ausbildungsstätte für den Pferdesport, und Fahrsport-affin sollte er auch sein, denn Futterkamp ist Fahrkompetenzzentrum“, sagt Lamp, der sozusagen Fahrsportler der ersten Stunde und selbst dreimal Landesmeister der Vierspänner-Fahrer war. 14 (Fahr-)Ponys hat er zu Hause stehen und frönt selbst seit frühester Jugend dem Sport auf dem Kutschbock. „1994 nahm ich am ersten Landesponyturnier teil, damals war es noch in Klein Flottbek“, erinnert sich der fünffache Vater, der mit vier Geschwistern aufwuchs und seit seinem Studium Shettys züchtete. „Damals habe ich die Ponys meiner Geschwister übernommen und bin immer weiter gefahren.“

Kontaktfreude gewünscht

 „In den 70er-Jahren“, erinnert sich Lamp, „war der Fahrsport noch ein anderer – es wurde mehr der Gebrauchssport gefordert, nicht das Disziplinfahren Dressur und Kegel, wie heute.“ Heute fahren Ehefrau Susann und Tochter Theresa (11) – letztere ist bereits zweimalige Jugendmeisterin im WBO-Bereich. Jürgen Lamp selbst war auf verschiedenen Shows dabei, wie Nordpferd, Hansepferd, Norla, Futterkamp. Sein Nachfolger sollte zudem „kontaktfreudig sein“ und engagiert Vorträge halten sowie Fachartikel schreiben, „um überhaupt erst einmal Fuß in der Szene zu fassen“. Die Schwerpunkte sind Haltung, Fütterung, Reitanlagenbau. „30 Wochenenden im Jahr bin ich gut unterwegs“, so Lamp, der das große Lehrgangsangebot in Futterkamp mit regionalen und überregionalen Experten aufgebaut hat. „Manchen Referenten habe ich kein zweites Mal eingeladen“, gibt der stellvertretende Leiter des Lehr- und Versuchszentrums zu. „Nicht alles, was gelehrt wird, finde ich korrekt.“ Hochkarätige Ausbilder hat er da gehabt, wie Linda Tellington-Jones, Frederic Pignon, Alizée Fromment und Richard Hinrichs.

 Den Sachkundenachweis für Pferdehalter hat er außerdem eingeführt, „der wird nach wie vor sehr gut angenommen, wir hatten just den 36. Lehrgang.“ Die Reithalle wurde in seiner Zeit, 2007, nach modernsten Standards – mit Lichtfirst und Windschutznetzen – auf 60 Meter plus Tribüne erweitert, zuvor war bereits der exemplarische Bewegungsstall für drei Pferde (2001) errichtet worden. „Zwei wegweisende Maßnahmen“, so Lamp, der den Vorsitz im Reiterbund Plön hat, den er auch „weitermachen“ will, zudem ist er Vorstandsmitglied der Fahrergemeinschaft.

 Was Jürgen Lamp ebenfalls nicht aufgeben wird, ist seine Mitarbeit in der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), in der Kennzeichnungskommission für Pferdebetriebe – quasi die Stelle für die Vergabe von Qualitätssiegeln. Bereits abgegeben hat der leidenschaftliche Fahrsportler im vergangenen Jahr immerhin den Job des Testfahrers für Leistungsprüfungen. „Ich muss die Welt nicht mehr neu erfinden, das können jetzt andere machen.“ Und wenn er am 28. Februar des kommenden Jahres zum letzten Mal am Blumen-Rondeel vorbei die Treppen zu seinem Büro hinaufgeht, will er das lächelnd tun. „Dann habe ich endlich Zeit für all das, was jetzt liegen bleibt.“ Und 14 Ponys wollen schließlich versorgt und gefahren werden.

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