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Herzensbrecher Der Name ist Programm

Herzensbrecher hat seine eigene Internetseite. Die braucht der Braune spätestens seit vergangenem Sonntag. Da wurde der dreijährige Hengst von der Trakehner Körkommission gekört, nachdem der Halbblüter zuvor schon beim Zuchtverband für Sportpferde arabischer Abstammung seine Zuchtzulassung bekommen hatte.

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Stephanie Herken-Wendt ist Agrarwissenschaftlerin und ausgebildete Pferdewirtschaftsmeisterin Zucht und Haltung. Zehn Jahre verbrachte sie auf dem Gestüt Panker.

Quelle: jem

Majenfelde. Das doppelt bestätigte Pferd stammt aus der Zucht von Stephanie Herken-Wendt, Majenfelde. Herzensbrecher kam auf dem 54. Trakehner Hengstmarkt in Neumünster nicht unter den berühmten Auktionshammer. Weil das seiner Besitzerin das Herz gebrochen hätte. Sie sagt: „Es war Abwägung. Vielleicht hätte ich das große Geld machen können. Aber ich will entscheiden, wo er hingeht, wissen, dass er in die richtigen Hände kommt.“ Die Erklärung hinter der Erklärung ist eine emotionale und hängt mit dem Werdegang der studierten Agrarwissenschaftlerin und ausgebildeten Pferdewirtschaftsmeisterin Zucht und Haltung zusammen. Die 49-Jährige ist seit 19 Jahren selbstständig, betreibt zusammen mit Ehemann Heinrich-Wilhelm Herken einen Zucht- und Ausbildungsstall, hat rund 50 Pferde auf dem Hof, davon rund eine Handvoll Deckhengste.

 Sie kennt den Mutterstamm von Herzensbrecher, den der Stute Herzensglück vom Gestüt Panker, noch aus ihren „Lehrjahren“: Herzensglück ist eine Tochter des Trakehners des Jahres, Imperio, der in diesem Jahr Teil des deutschen Dressur-Olympiakaders war. Wiederum deren Mutter, Herzenslust, hat Stephanie Herken-Wendt mit dem damaligen Gestütschef von Panker, Uwe Rohwedder, zusammen ausgebildet. Noch heute, lange Jahre nach seiner Pensionierung, schaut der Pferdefachmann regelmäßig bei Herken-Wendt im Gestüt Majenfelderhof nach dem Rechten. „Ich war zehn Jahre in Panker, parallel zu meinem Studium, habe während der Zeit sogar in einer Fischfabrik in der Nähe gearbeitet, nur um bei den Pferden sein zu können. Heute ist es ein Riesenglück, jemanden mit einem Pferdauge wie ihn jederzeit um Rat fragen zu dürfen.“

 Herzensbrechers Vater, der Vollblüter Ruffian Reef, hat eine erfolgreiche Rennkarriere hinter sich, steht in finnischem Besitz, deckt aber seit einigen Jahren, wie die weitere Handvoll Hengste auf dem Gestüt von Stephanie Herken-Wendt, im Natursprung. „Wir sind überzeugt von seinem Interieur“, sagt die Züchterin. Mit anderen Worten: Papa hat einen guten Charakter. Der ist wichtig. Herken-Wendt: „Zucht ist heutzutage kein Spaß mehr. Es ist alles unheimlich teuer, der Markt ist schwierig, es kann viel passieren – man muss sich über jeden Erfolg sparsam freuen. Und möglichst in die richtigen Pferde investieren.“ Weder sein positives Körurteil, noch seine Prämie oder seine Auszeichnung als bester Halbbluthengst des Jahrgangs sowie das Urteil der Körkommission „einer der besten Halbblüter der Körungen in Neumünster“ zu sein, garantiert einen Geldfluss.

 Gemäß der neuen Deckregeln muss sich Herzensbrecher noch einem 14- und bis fünfjährig außerdem einem 50-Tages-Test unterziehen, bevor er ins begehrte „Hengstbuch I“ eingetragen wird. ,,Bis dahin kann viel passieren", sagt Stephanie Herken-Wendt, für die der Erfolg vom vergangenen Wochenende bei allem Realismus „einer der schönsten“ in ihrem Leben ist. Er rangiert gleich nach 1990, als sie den damals frisch gekörten Herzzauber vom Gestüt Panker unter Anleitung von Uwe Rohwedder in Neumünster an der Hand hielt. „Das war der Wahnsinn, nur das Gefühl, einen selbst gezogenen und selbst ausgebildeten Hengst zu haben, toppt das noch.“

 Möglich war dieser eigene Erfolg, wie sie erzählt, weil ihre langjährige Mitarbeiterin Tanja Kuhn, genannt „Krümel“, „immer und überall mit angepackt“ und den Hengst mit angeritten hat sowie die Ausbilder Helmar Bescht und Philipp Klingbeil den Hengst „perfekt vorgestellt“ haben. Stephanie Herken-Wendt: „Ohne dieses Zusammenspiel wäre das nie was geworden. Vor allem die Chemie zwischen Pferd und Vorführer muss stimmen.“ Für Herzensbrecher geht es nun ins Gelände, im Reiterpark in Süsel soll der Junghengst seine Balance finden, im kommenden Jahr eine Saison auf Majenfelde decken. Danach? Weiter sehen. „Es werden schon die richtigen Leute kommen.“

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