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Casall kennt keine Grenzen

Neumünster Casall kennt keine Grenzen

„Holsteiner kennen keine Grenzen“, sagt ein Werbeslogan über die im Land zwischen den Meeren beheimateten Springpferde-Rasse. Am vergangenen Wochenende bewies das nicht nur der Holsteiner Siegerhengst 2016, Unlimited („ohne Grenzen“), aus der Zucht von Klaus Thiedemann (Österwurth).

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Erfolgs-Duo: Der Wahl-Holsteiner Rolf-Göran Bengtsson und der Holsteiner Hengst Casall. Der außergewöhnliche Vierbeiner wird inzwischen als „Jahrhunderthengst“ bezeichnet.

Quelle: Janne Bugtrup

Neumünster. Insbesondere der Großvater von Unlimited, der Hengst Casall, gezogen von Wilfried Thomann (Drelsdorf), macht Furore. Die 46. Holsteiner Körung wird für Klaus und Klaus Thiedemann, Vater und Sohn aus einer Dithmarscher Züchterfamilie über mehrere Generationen, „unvergesslich“ bleiben: „Es ist der absolute Züchtertraum, der da in Erfüllung ging, besser kann’s nicht werden“, schwärmte Thiedemann Junior. Der 36-Jährige zitterte gemeinsam mit seiner Partnerin Lina Preuß, seinen Eltern Klaus und Dörte Thiedemann, sowie Schwägerin Wiebke Kielholz und deren Tochter Jonna vor der Proklamation des Siegerhengstes und wurde danach von einem regelrechten Siegestaumel fortgerissen. „Wir haben Unlimited schon als Fohlen an den Holsteiner Verband verkauft, der Erfolg ist trotzdem wie ein eigener“, erzählt der Landwirt, dessen zwei Standbeine zum einen Pferdezucht und zum anderen der Obstbau sind.

„Dass der Hengst gekört wird, damit habe ich gerechnet. Dass er prämiert, gar Sieger wird, wagt man sich natürlich nicht vorzustellen“, so der Züchter, der 32 Pferde auf dem Familienbetrieb in Dithmarschen stehen hat. „Wir machen alles zusammen, anders wäre das nicht zu managen.“ Unlimited, der Sohn des Uriko WPN, bleibt nach diesem furiosen Einstand im Besitz des Holsteiner Verbandes, der vor 15 Jahren bereits den anderen Hengst kaufte, der aktuell in aller Munde ist: Casall, über die Mutter Utopia V Großvater von Unlimited.

Der 17 Jahre alte Ausnahmehengst ist ein Sohn des Caretino und der Stute Kira aus dem Stamm 890. Im Jahr 2001 wurde er von der Besitzergemeinschaft Detlef und Reimer Hennings und Dieter Mehrens (Bendorf) auf der Körung vorgestellt, dort gekört, vom Verband gekauft und als Sechsjähriger in den Beritt des in Breitenburg beheimateten gebürtigen Schweden Rolf-Göran Bengtsson gegeben. Diverse Championat-Erfolge bis hin zu Olympischen Spielen und parallel eine imposante Zuchtbilanz machen den Braunen derzeit zum erfolgreichsten Pferd der Holsteiner Zucht. Erst am vergangenen Wochenende hat das Paar in Doha nach einer konstanten Saison über 15 Etappen hinweg das finale Springen und zugleich die höchst dotierten Springsportserie der Welt gewonnen – die Global Champions Tour.

Casall hat 28 gekörte Söhne in Deutschland und 55 weltweit. 2013 stellte er mit Casaltino den Siegerhengst, 2011 mit Cascadello I den Reservesieger. 2016 brachte wiederum Cascadello I mit Charleston den Sieger. 2016 hatte Casall fünf gekörte Hengste im Lot. Insgesamt hat er 2295 Nachkommen, davon 1122 männliche. Seine Töchter tragen 61 Staatsprämien und seine Nachkommen im Sport haben bis einschließlich 2015 – die neuen Ranglisten sind noch nicht erstellt – allein in Deutschland sowie unter deutschen Reitern im Ausland etwas über eine Million Euro gewonnen. „Ich bin sehr glücklich und sehr dankbar, mein Pferd war wie immer großartig“, so Bengtsson nach dem jüngsten Triumph.

Für Holsteins Erfolge zeichnen natürlich noch viele andere verantwortlich, darunter der vor zwei Jahren verstorbene Herbert Blöcker, Vielseitigkeitsreiter und langjähriger Mitarbeiter des Holsteiner Verbandes. Seine Witwe Rita nahm posthum eine der höchsten Holsteiner Auszeichnungen für ihren verstorbenen Mann entgegen: die LandgrafI-Statue für den Züchter des Jahres. Der von Blöcker gezogene Sohn des Casall, Casello, wurde zunächst an den Schweden Douglas Lindelöw verkauft, bevor Madeleine Winter-Schulze den Fuchs erwarb und ihn Ludger Beerbaum zur Verfügung stellte. Das Paar gewann das Global Champions Tour-Springen in Hamburg und verhalf dem deutschen Team bei den Olympischen Spielen zu Mannschaftsbronze. Vor allem was Casall und seine Nachkommen angeht, scheint es nahezu keine Grenzen zu geben.

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