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Verneigung vor dem Trakehner

Neumünster Verneigung vor dem Trakehner

Das Fest der Trakehner ist just vorbei. Die Geschichten leben fort. Der Schweizer Unternehmer Adrian Gasser, der in Neumünster den Siegerhengst Perpignan Noir vorstellen ließ, formulierte es so: „Ich habe keine Ahnung von Pferden.

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Und wieder sind die Trakehner „Vorreiter“: Neuerung dieses Mal ist das ,,Musterungs-Dreieck“.

Quelle: Stefan Lafrentz

Neumünster. Aber die Tradition der Trakehner fasziniert.“ Zu ihr gehört nicht nur die Geschichte der ältesten Reitpferderasse der Welt, sondern auch die Erfolge von Mensch und Tier.

 Und die wurden im Rahmen der 53. Hengsttage 96 Stunden lang zelebriert. Verbandspräsidentin Petra Wilm (Tasdorf) subsummiert die Zeit, die sich der Verband für seine vier- und zweibeinigen Mitglieder zu diesem Zwecke nimmt, unter dem Titel „Ehrfurcht vor der Kreatur“: „Wir wollen das Trakehner Pferd feiern, nicht die Menschen im Zeitraffer durch eine Veranstaltung hetzen.“ Sie versprach: „So lange ich hier etwas zu sagen habe, werde ich mich dagegen stellen, den Ablauf zu straffen.“

 Immerhin habe der bundesweit aufgestellte Verband mit Geschäftssitz in Neumünster laut Zuchtleiter Lars Gehrmann (Brodersdorf) zum Hengstmarkt nur zehn Prozent Tagesbesucher, der Rest reise für die halbe oder komplette Woche aus der ganzen Welt an. So flog die Mitbesitzerin des besten Springhengstes (Edmonton), Margaret MacGregor, erneut aus den USA ein. „Zu anderen Körungen im Land, beispielsweise bei den Holsteinern, kommen 80 Prozent Tagesgäste, unsere Klientel ist eine andere“, erklärte Gehrmann, der der Tradition des zeitintensiven Miteinanders folgt und die logistischen Neuerungen, wie die neue Dreiecksmusterung auf Sand, unterstützt: „Wir wollten die Hengste einmal weniger belasten, das hat sich bewährt.“

 Zur Zucht zugelassen haben sie im Rahmen ihrer Körung von 33 Kör-Aspiranten wie berichtet elf Hengste. Das sind: Edmonton von Horalas-Abdullah (Prämie, bester Springhengst), Fellini von Berlusconi-Grafenstolz (Prämie), Heaven von Millennium-Friedensfürst (Prämie), Helium von Millenium-Induc (Reservesieger), Intariso von Ovaro-Glanzlicht (Züchter: Otto Kasch, Melsdorf), Mondrian von Herbstkönig-Münchhausen, Perpignan Noir von Schwarzgold-Maizauber (Sieger), Pokerface von Elfado-Herzruf (Züchter: Hans-Wilhem Bunte, Hoffeld), Räuberfürst von Lossow- Finley-M, Sir Samoa von Millenium-Cadeau (Norbert Timm, Grebin), Under Fire von Saint Cyr-Easy Game.

 Und weil das Trakehner-Fest „die Zeit ist, die Menschen zu ehren, die die Trakehner Zucht unterstützen“, wie Wilm betonte, wurde sich jede Menge Zeit für jede Menge Ehrungen genommen: Ein Mann aus dem Kreis Plön wurde Trakehner Züchter des Jahres: Norbert Timm aus Grebin. Der Unternehmer baute seine Trakehner Zucht vor zehn Jahren auf dem Gestüt Hohenschmark auf. Sensations-Erfolge feierte er 2014, als er mit Sir Sansibar (vorgestellt von Anna Wolff) den Siegerhengst des Hengstmarktes stellte und mit Zikade (geritten von Dorothee Schneider) die damals vierjährige Bundeschampionesse der Reitpferde. Zudem kam die Siegerin der Stuteneintragungen, Donaublume, bei ihm zur Welt.

 Trakehner Pferde des Jahres wurden die gekörten Hengste Imperio und Axis TSF, beide im Dressursport erfolgreich. Der 16-jährige Axis von Sixtus-Angard, 2001 in Neumünster gekört, vertrat unter Terhi Stegars die Trakehner Farben für Finnland in Championaten und Nationenpreisen, war in Rotterdam und Aachen auf EM sowie in Caen auf WM und in Las Vegas beim Weltcup-Finale. Mehrere gekörte Söhne, darunter der springbegabte Hirtentanz, zählen zu den züchterischen Erfolgen des Rappen. Der frühere Bundeschampion und Ex-Vize-Weltmeister der jungen Dressurpferde, Imperio von Connery-Balfour xx (als Jungpferd gefördert von Anna Sophie Fiebelkorn), hat die sportliche Bühne nach einer Verletzung zunächst verlassen. 2014 kehrte der bewegungsstarke Braune unter dem Sattel von Reitmeister Hubertus Schmidt an die internationale Sportspitze zurück: Der deutsche Dressurausschuss berief Imperio und Schmidt 2015 in den Championatskader. Derzeit zählt der zwölfjährige Hengst, der 2005 Reservesieger seiner Körung wurde, zu den besten deutschen Dressurpferden. Mit seinem Sohn Heuberger ist ein gekörter Nachkomme im Dressurviereck erfolgreich.

 Trakehner Jahressiegerstute wurde Heavenly Brown. Die drei Jahre alte Staatsprämienstute, die vom Gestüt Staffelde (Berlin) auf der Stutenauktion in Neumünster für 40000 Euro ersteigert worden war, war bereits zur besten Stute des Trakehner Zuchtbezirks Neue Bundesländer-Nord gekürt worden. „Sie verkörpert den Trakehner Typ schlechthin“, urteilte Juror Claus Schridde über die Braune, die für ihre Bewegung Maximalnoten bekam. Bei der Trakehner Bundesstutenschau in Neustadt-Dosse 2014 wurde Heavenly Brown mit einem 1c-Preis ausgezeichnet. Sie ist tragend vom Trakehner Hengst Schwarzgold, Vater des Körungssiegers Perpignan Noir, und selbst eine Tochter des Millennium, der im Vorjahr den Körsieger, Sir Sansibar, stellte. „Wir brauchen gute Pferde und Züchter, die hinter uns stehen“, resümierte Petra Wilm nach vier Tagen Ehrungs-Reigen. Beides haben sie.

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