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Sportlich und perfekt als Kinderpony

New Forest Pony Sportlich und perfekt als Kinderpony

Die hierzulande bekanntesten New Forest Züchter sind die Eltern von Doppel-Olympiasieger Hinrich Romeike (Nübbel). Dessen Sohn Claas sammelte mit einem New Forest Pony erste Reiterfahrungen.

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Wenn der Vater mit dem Sohne: Thorsten Gosch (links) und Sohn Tobias, erst seit 2008 im „New Forest Zuchtgeschäft“ aktiv, stellten mit Stopelholms Mythos ihren ersten Hengst bis zum positiven Körurteil vor.

Quelle: Silke Mueller-Uloth -www.pferdephotografie.de

Seeth. Großer Fan dieser englischen Ponyrasse ist Thorsten Gosch aus Seeth. Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft New Forest feierte just die Körung seines ersten selbst gezogenen Hengstes.

Die Körveranstaltung des Pferdestammbuchs SH/HH am vergangenen Wochenende in Neumünster war für den Nordfriesen und seinen Ältesten, Tobias (20), eine besondere: Vater und Sohn, erst seit 2008 im „New Forest Zuchtgeschäft“ aktiv, stellten mit Stopelholms Mythos ihren ersten Hengst bis zum positiven Körurteil vor. „Ein großartiges Gefühl“, gab Besitzer Tobias Gosch zu. Der jüngere Züchter würde den fuchsfarbenen Schönen am liebsten verkaufen, damit er für die „Produkte“ der Zuchtgemeinschaft Gosch woanders wirbt. „Außerdem kann man nicht alles behalten.“ Vater Gosch findet hingegen in diesem Fall: „Ein zweiter Hengst auf dem Hof schadet nicht.“

Die Männer, die sich in dieser Sache nun wohl noch einigen müssen, werden von Thorsten Goschs Ehefrau Rabea und seinem jüngeren Sohn Sebastian (18) unterstützt. Erst 2008 kam die Familie auf die leistungsfähigen, robusten Typen, die nach Goschs Erfahrung „perfekte Kinderponys, super Sportpartner und ideale Allrounder sind.“ Es begann damals mit einer tragenden Stute, eine zweite Stute kam im selben Jahr hinzu. Inzwischen sind es vier, eine Jährlingsstute, ein zugekaufter gekörter, leistungsgeprüfter Hengst (Sieger 2014) – und Stopelholms Mythos.

Anstoß für den Aufbau einer Zucht gab Goschs am 24. Februar vor zwei Jahren verstorbener Freund Dieter Opasinski (Dannewerk), leidenschaftlicher Züchter dieser im Reitponytyp stehenden Vierbeiner. „Er hat uns von den umgänglichen New Forests überzeugt. Später wurden sie sein Vermächtnis.“ Heute ist Gosch, der sein Versprechen an seinen Freund, die Rasse zu fördern, in Ehren hält, Rassevertreter der New Forest, Körbezirksvorsitzender in Nordfriesland und Vorsitzender der IG New Forest in Deutschland.

„Es ist schön, die Fohlen aufwachsen zu sehen, und es macht Spaß, die Ponys vorzustellen“, unterstützt Tobias das Engagement seines Vaters, der hauptberuflich bei der Straßenmeisterei in Husum angestellt ist und die Pferde sozusagen professionell „nebenbei“ macht: „Da muss man andere Freizeitaktivitäten opfern, denn irgendwo schwirrt man immer für die Ponys herum“, sagt der, dessen Ziel es ist, die New Forests in Deutschland bekannter zu machen. „Wir brauchen mehr gute Kinderponys, und die New Forests sind dafür prädestiniert“, ist Gosch überzeugt. Der Züchter erinnert unter anderem an die Erfolge von Pony-Spring-Landesmeisterin Johanna Beckmann (Brunsbüttel) mit ihrem New Forest Mondrian, die im Rahmen der Körung mit dem Braunen das A**-Springen mit Stechen gewann. Die Zwölfjährige wird an diesem Wochenende auf dem Reitturnier VR Classics in den Neumünsteraner Holstenhallen zu sehen sein. Und Gosch verweist natürlich auf die aktuellen Körungserfolge: „Drei aus vier gekört – das spricht für die gute Qualität.“

New Forest Pony: robuste Rasse aus Englands Südwesten

Die Heimat der Stammform der New Forest Ponys ist seit 1016 die Grafschaft Hampshire im Südwesten Englands. Sie sind eine der neun ursprünglichen Gebirgs- und Moorrassen auf den Britischen Inseln, und einige der New Forests leben heute noch frei in ihrer Heimat. Die gelehrige und robuste Rasse, deren Hauptzuchtgebiete England und Holland sind, hat mit den Exmoor und Dartmoor Ponys gemeinsame Ahnen.

Die New Forests sind weltweit verbreitet, in Deutschland sind die Hauptzuchtgebiete Schleswig-Holstein, Hannover, Weser-Ems, Bayern und Hessen. Ein Mindestmaß haben sie offiziell nicht, sind in der Regel zwischen 1,22 und 1,48 Meter groß. Bei den Farbschlägen ist bis auf Schecken, Cremellos und Palominos (bei letzteren Stuten und Wallache) alles erlaubt.

Mitte des 18. Jahrhunderts sind der Vollblüter Marske und rund 100 Jahre später der Araberhengst Zorah zur Veredelung eingekreuzt worden. Substanz und Härte gingen teilweise verloren, viele der zarteren Exemplare überlebten in der Wildnis nicht. Das „New Forest Stud Book” wurde ab 1899 als erstes Zuchtbuch geführt, um eine Vereinheitlichung zu fördern. 1891 gründete der Hippologe Lord Arthur Cecil die „Vereinigung zur Verbesserung von NF“. Er paarte Welsh-, Dartmoor, Fell-, Polo-, schottische Rhum- und Highlandhengste an.

Der Genmix bedingt das uneinheitliche Exterieur. Umwelteinflüsse prägten im Großen und Ganzen einen Rasse-Typ. Heute wird in „Typ A“ (großrahmiges Kleinpferd) und „Typ B“ (kleinerer Ponytyp) unterschieden. Seit 1910 registrierte auch die „Burley and District New Forest Pony Breeding and Cattle Society“ die Ponys im eigenen Stutbuch. Heute hat die „New Forest Pony Breeding & Cattle Society“ die Regie über das Zuchtbuch. Seit 1930 ist kein Fremdblut mehr erlaubt. jem

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