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Die Harmonie der Seelen im Sucher

Pferdefotograf Die Harmonie der Seelen im Sucher

Es war eine Berufung: Fotograf Andreas Thomsen fand erst spät den Weg zu den Pferden. Heute gehen seine Bilder von ihnen um die Welt.

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Martina Faber (re., Honigsee) und Kyra Knickrehm an einem herrlichen Sommerabend auf der Weide – stimmungsvoll festgehalten von Pferdefotograf Andreas Thomsen.

Plön. Seine Pferdebilder sprechen für sich. Tausende hat Fotograf Andreas Thomsen landauf, landab geschossen und ebenso viele „Likes“ für einzelne seiner Motive auf sozialen Internet-Plattformen bekommen. Dabei hat der Mann hinter der Kamera sein vierbeiniges Motiv davor erst vor zwei Jahren für sich entdeckt.

Durch die weite Welt des Internets hat die Pferde-Gemeinschaft die Aufnahmen des Plöners geschickt, Schleswig-Holsteins Pferdemenschen zigfach geteilt und bekannt gemacht. Über 20000-mal wurden die kleine Jonna Bartsch aus Preetz und ihr Shetty Murmel mit „Gefällt mir“ markiert, und das gilt auch unter anderem für Thomsens Lieblings-, weil erstes Motiv, Lotta Hinz aus Nettelsee. Sie hat auf Thomsens bekanntem Foto den stattlichen PRE-Wallach Hermoso an ihrer Seite und nicht weniger beliebt ist die blondmähnige Leslie von Elm aus Wahlstorf, die ihren gescheckten Amaranth nur mit Halsring reitet. Selbst amerikanische Pferdeseiten haben die Protagonisten aus Deutschlands Norden für sich entdeckt, und in den USA mag man offenbar besonders die schwarzen Perlen, Friesenpferde, die Jana Thumann aus Kiel in den Sonnenuntergang reitet.

„Das hat sich verselbstständigt“, erzählt Thomsen, der Dutzende von Alben erstellt hat, alle zeigen Menschen aus dem Land in besonderer Verbindung mit Pferden. „Darum geht es mir – die Harmonie zwischen den Seelen abzubilden. Dabei ist es nicht wichtig, ob die beiden Kunststücke beherrschen. Es kommt ausschließlich auf das innige Miteinander an“, erklärt Thomsen. Der Faktor „Zeit“ spiele bei den Aufnahmen keine Rolle. „Ziel ist einzig, dass etwas Schönes dabei herauskommt, da kann man nicht gegen die Uhr fotografieren“, sagt der Mann, der mit einer wiehernden „Pferde-App“ auf dem Smartphone arbeitet, um sich die Aufmerksamkeit seiner vierbeinigen Models zu sichern. „Ein wenig tricksen muss man“, gibt der Fotograf zu, der standardmäßig mit Hochzeitsfotos anfing, vor 30 Jahren einen Fotoladen in Preetz eröffnete und vor 15 Jahren nach Plön zog.

„Früher habe ich fotografiert, was alle fotografieren – Landschaften und Sonnenuntergänge und sowas. Auf der Suche nach neuen Postkartenmotiven kam ich nach Gut Rantzau, da standen ein paar Pferde auf der Koppel.“ Keine besonderen, erzählt er, „eher dreckige, irgendwie Pferde eben, die nichts machten, außer grasen. Und ich saß da und beobachtete und wartete, dass etwas passiert. Und dann ist etwas passiert – mit mir.“ Am kommenden Tag kam der Mann, dessen Schwester Christiane schon als Kind begeistert ritt, aber damals von Andreas nur belächelt wurde, wieder zur Weide zurück. „Früher hat mich das nie interessiert. Dann sprang plötzlich der Funke über.“

Kurz darauf traf Thomsen auf Hinz „und war hin und weg vom sanften Umgang zwischen Mensch und Pferd.“ Er machte erste Aufnahmen auf der Reitshow „Pferd & Poesie“, wo er Leslie und Amaranth erlebte: „Das hat mich absolut umgehauen, zu beobachten, was für ein Vertrauen möglich ist.“ Schließlich wollte Thomsen, über 50, nicht mehr nur durchs Objektiv sehen, sondern wissen, „wie es sich anfühlt.“ „Ich wollte mehr verstehen, unbedingt reiten.“ Ein Erwachsenenkurs im Herbst, mit Regen, Matsch, ungelenk und unwissend, war, so schräg es klingt, sein Durchbruch.

Obwohl ihm in den ersten Reitstunden „das Herz in die Hose“ und er „im Sattel herumrutschte“, war er „Feuer und Flamme“: „Kinder setzen sich rauf und galoppieren los. Ich hatte Schiss runterzufallen, das Pferd lief ständig dahin, wo es nicht hin sollte. Am Ende des Tages hatte ich höllisch Muskelkater. Aber es ist mental die absolute Entspannung. Es tut einfach gut.“ In eineinhalb Jahren wöchentlichen Unterrichts hat der reitende Fotograf nur drei Reitstunden verpasst – für die Pferdeshows Apassionata, HansePferd und NordPferd, erzählt er. Denn mittlerweile fotografiert er sie alle, hat durch die Pferde und die Pferdefotografie Freunde und eine große Fanschar gewonnen und sich mit den Pferdebildern eine neue Welt erschlossen. Insbesondere außerhalb des Internets.

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