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Wenn sonst keiner mehr hilft

Pferdeklappe Wenn sonst keiner mehr hilft

Die Bekanntheit der ersten „Pferdeklappe“ in Süderbrarup (wir berichteten ausführlich) hat sich in diesem Jahr auf mittlerweile 40500 Facebook-Pferdefreunde gesteigert. Sie verfolgen das Schicksal der Klappenpferde, die erfolgreichen Pferde-Vermittlungen von Klappenbetreiberin Petra Teegen und ihrem Team, nehmen Anteil an Krankheiten und Schicksalsschlägen, helfen bei Bauvorhaben und Spendenaktionen.

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Die Initiatorin der Pferdeklappe in Süderbrarup, Petra Teegen, und zwei ihrer Pferde: der allererste offizielle Klappenbewohner, Fabro (li.), und Annabella.

Süderbrarup. „Ein langes, aufregendes und arbeitsreiches Klappenjahr geht zu Ende“, bilanziert Tierfreundin Petra Teegen, die die Öffentlichkeit täglich am Klappenleben teilhaben lässt. „Etwa 300 Tiere sind in diesem Jahr durch unsere Hände gegangen, haben ein neues Zuhause bei lieben Menschen gefunden“, bilanziert die 64-Jährige. Eines haben sie alle gemeinsam: Ihre Menschen waren in Not. Teegen: „Somit hing das Leben und die Existenz der Tiere am seidenen Faden.“ Denn guter Rat ist gerade bei Pferden schnell teuer, wenn Schicksalsschläge wie Armut, Krankheit, Scheidung oder Tod es unmöglich machen, für den eigenen – zumal älteren und damit schwer vermittelbaren – Vierbeiner weiterhin zu sorgen.

 Die ehemalige Krankenschwester berichtet: „Es zerreißt den Menschen, die sich von ihrem Pferd trennen müssen, oftmals das Herz. Dann kommen wir ins Spiel. Denn wenn sonst keiner mehr hilft, helfen wir.“ Die meisten Pferde und Ponys kämen, so Teegen, „gesund und munter“ an. Einige jedoch seien stark behandlungsbedürftig. „Das Geld für die angemessene Therapie war bei ihren Menschen nicht vorhanden.“ Manchmal fehlte auch, wie im Fall der seit Jahren unter Sommerekzem leidenden Ponys Chevy und Akadia, das richtige Pferde-Verständnis. „Ihnen und vielen anderen Pferden konnten wir zu einer so viel besseren Lebensqualität verhelfen – manchmal durch ganz einfache, auf das Tier abgestimmte Behandlungen, und manchmal mit komplizierten Operationen.“

 Wie im Fall des erst fünfjährigen Schimmels Gunny, der mit einer ungeklärten, schon lange anhaltenden Lahmheit zur Klappe kam. Petra Teegen und ihr Team sahen zwei Alternativen: die schnelle Erlösung des jungen Pferdes von den ständigen Schmerzen oder eine aufwendige, teure Operation. „Glücklicherweise fanden wir eine Sponsorin für ihn, Thekla Diekmann von der Firma Spooks rettete ihm mit ihrer großzügigen finanziellen Hilfe das Leben.“ Den Rest erledigten die Tierklinik Bargteheide und die nahezu ehrenamtlich arbeitenden Klappentierärzte. Ein Übriges taten die Klappenfreunde. Petra Teegen: „Jeder gab, was er entbehren konnte.“ Ergebnis: Gunny kann jetzt, nach erfolgreicher Behandlung, einer schmerzfreien Zukunft bei neuen, liebevollen Besitzern entgegensehen.

 Und dann waren da 2017 unter anderem noch die Islandstute Perla und die Vollblutstute Mahani, die aus Finnland nach Süderbrarup kamen, um laut Petra Teegen „dem sicheren Tod“ zu entgehen. „Auch sie haben sehr freundliche neue Menschen über unsere Pferdeklappe gefunden“, versichert die Pferde-Helferin. Der jüngste Patient mit Therapiebedarf ist Stevie, ein 17-jähriger Knabstrupper Wallach mit einer alten Schlagverletzung am Vorderfußwurzelgelenk. Auch für ihn gab es zwei Optionen: OP oder Tod. „Mit diesen Schmerzen weiterzuleben, wäre eine Zumutung für den braven Wallach“, so Teegen, die mit ihren ehrenamtlichen Helfern für Stevie einen „Blitzflohmarkt“ organisierte, unterstützt von der Stallbaufirma Grauel, die der Klappe aus einer Shop-Auflösung jede Menge neuwertiger Pferde- und Reitersachen überließ. „Dazu kamen Sachspenden von Menschen aus ganz Deutschland.“ Dann die Hiobsbotschaft: In der Tierklinik wurde bei Stevie eine inoperable Knochenzyste entdeckt. Durch hochwertige, regelmäßige Spritzen in die Gelenke plus verschiedene Futterzusätze kann Stevie schmerzfrei gehalten und der Verlauf der Krankheit gemildert werden. „Mit viel Glück und Geschick ist Stevie auf diese Weise bis zum kommenden Weihnachtsfest schmerzfrei. Das ist nicht, was wir wollten, aber doch eine große Hilfe für den Buntgefleckten.“ Eine schöne Bescherung der Pferdeklappe für Stevie, der, so Petra Teegen, „genau so viel Glück hatte, wie er eben brauchte. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ Von Weihnachten bis mindestens Weihnachten.

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