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Hella und Hanna sitzen fest im Sattel

Reitschwestern Hella und Hanna sitzen fest im Sattel

Hella und Hanna und die Ponys, das klingt ein bisschen nach Immenhof-Idylle – und ein bisschen ist es das auch. Die Schwestern sind trotz ihrer jungen Jahre bereits mit einigen Wassern im Sattel gewaschen. Das 13 und zehn Jahre junge Duo zählt zu den besten Vielseitigkeitsreitern des Landes.

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Hella (links) und Hanna Jensen: Der blonde reitende Doppelpack aus Tetenhusen spornt sich gegenseitig an.

Quelle: Wolfgang Urbach

Tetenhusen. Mutter Frauke Jensen ist ebenfalls begeisterte Vielseitigkeitsreiterin, und mit vereinten Kräften hat das Kleeblatt sogar Vater Wolfgang Urbach in den Sattel bekommen – und wie: Der Facharzt für Anästhesie und Sportmedizin, in Eckernförde leitender Arzt der Abteilung für Anästhesie und Schmerztherapie, ist auf dem Pferderücken seit zehn Jahren regelrecht verhaftet, gewann 2013 und 2014 mit Trakehner Stute Luzi-Caro den Balios Hunter Cup in der 85er Klasse und reitet immerhin Springprüfungen bis zur Klasse A.

Selbst Tante Elisabeth Jensen betreibt einen eigenen Pferdehof, und so ist es auch kein Wunder, dass Hella und Hanna „alles toll“ finden, was mit den Pferden und ihrer Pferde-Familie zu tun hat. Die Schwestern reiten täglich ein bis zwei Vierbeiner, im Winter sogar noch vor den Hausaufgaben auf dem hauseigenen Reitplatz, „weil es sonst draußen zu dunkel ist“, wie sie argumentieren. Schule mag in der Theorie generell Vorrang haben, in der Praxis kommt der Reitsport zuerst. Das Engagement zahlt sich aus: Siebtklässlerin Hella wurde mit Ponystute Grille Landesmeisterin der Vielseitigkeit, die drei Jahre jüngere Hanna ritt mit Magic Noire beachtlich zu Bronze. Bei der „Goldenen Schärpe“, dem „Deutschlandpreis der Ponyreiter“, erritten die Schwestern mit der Schleswig-Holstein-Mannschaft den Vizemeistertitel, Hanna wurde als beste Geländereiterin (Wertnote 9,0) mit einem Sonderehrenpreis ausgezeichnet.

Leidenschaft von der Mutter geerbt

 „Die sitzen schon fest im Sattel“, sagt Tante Elisabeth Jensen stolz, und das auch aus beruflicher Sicht, denn die Geschäftsführerin des Zuchtverbandes Pferdestammbuch SH/HH muss sich um den im Pferdesport weniger werdenden Nachwuchs Sorgen machen – selbst ihre drei lieber Fußball spielenden Söhne haben den Weg zu den Pferden (noch) nicht gefunden. Hella und Hanna halten die reitende Familienehre dafür gleich doppelt hoch, haben die Leidenschaft fürs Gelände von ihrer Mutter geerbt. Denn die Fachärztin für Allgemeinchirurgie und Oberärztin in der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Eckernförder Imland-Klinik, hat vor dem Medizinstudium eine Ausbildung zur Pferdewirtin (Schwerpunkt Reiten) beim Olympischen Komitee für Reiterei in Warendorf absolviert.

 Einen kleinen Hof und neun Pferde nennt die Familie ihr Eigen, hat mit dem ehemaligen Vielseitigkeitspferd von Frauke Jensen, Holsteiner Stute Klara Sunset, eine Weile gezüchtet. „Mama ist unser Vorbild und unsere Vielseitigkeitstrainerin“, erzählt Hanna, die zusammen mit Schwester Hella täglich ein bis zwei Pferde reitet und je einmal pro Woche Dressur- und Springunterricht nimmt. Vielseitigkeit beweisen die beiden in vielerlei Hinsicht, beispielsweise im Vierkampf, bei dem außer Dressur und Springen auch Laufen und Schwimmen gefragt sind. Just qualifizierten sie sich sogar für den Bundesvierkampf, der im April in Langenfeld (Rheinland) ausgetragen wird. „Falls sich das allerdings mit einem wichtigen Vielseitigkeitsturnier überschneidet, hat die Vielseitigkeit Vorrang“, schränkt Hella ein, die mit Papas Pferd Luzi-Caro, mit der sie im Vierkampf startet, bereits einige Erfahrungen außerhalb des Ponybereichs sammelte. Beim Bundesnachwuchschampionat sicherte sie sich mit der Stute den siebten Platz in der Einzel- sowie einen fünften Platz in der Mannschaftswertung, will 2016 in Vielseitigkeitsprüfungen auf L-Niveau starten. „Und ich wünsche mir einen Start auf der Pony-DM.“

 Hanna? Galoppiert eifrig in Hellas Hufspuren: „Ich würde nächstes Jahr auch gern Landesmeisterin werden“, gibt sie zu. Konkurrentinnen sind sie trotz gleicher Ziele nicht, zumal die Stärken gerecht verteilt scheinen: „Hanna ist meist besser im Gelände und ich in der Dressur.“ Alles bestens im Hella-Hanna-Pferde- idyll also.

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