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Ein bisschen Zirkus gegen Hallenkoller

Reitsport Ein bisschen Zirkus gegen Hallenkoller

Ein verregneter Herbst und ein rauer Winter sind die Jahreszeiten, in denen sich gern der Hallenkoller breit macht. Wenn das überdachte „Im-Kreis-Reiten“ nervt, sind zirzensische Lektionen eine schöne Abwechslung.

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Maya Johanna Japp (25) aus Großbarkau hat ein Händchen für große und kleine Pferde.

Quelle: Andreas Thomsen

Großbarkau. Sie stärken die Beziehung zwischen Ross und Reiter, machen meist beiden Spaß, fördern Geschicklichkeit und Vertrauen und dienen teilweise sogar der Gymnastizierung.

Eine gute Einsteigerübung ist das Aufrollen eines kurzen Teppichs. Maya Johanna Japp aus Großbarkau, Pferdewirtin, Trainerin B Leistungssport und erfahrene Showreiterin, erklärt, wie es geht: „Leckerlie einrollen, eins an den Anfang des Teppichs legen und es dem Pferd zeigen, dann Geduld haben. Manche kapieren schnell, dass das Aufrollen des Teppichs mit dem Fund weiterer Knabbereien verbunden ist, andere brauchen länger.“ Ziel ist, dass der Vierbeiner zügig einen (längeren) Teppich aufrollt, um nur noch am Ende seine Belohnung zu erwarten. Denn positive Bestärkung ist das A und O des Lernprozesses. „Ein Nachteil des Futter-gesteuerten Lernens ist, dass die Pferde gierig werden könnten. Da muss man aufpassen“, warnt die Trainerin. Ohne Leckerlie, nur mit Loben, funktioniert das Einüben auch, „es dauert nur länger.“

Wenn der Vierbeiner eine Lektion nicht sofort versteht, gilt: „Nicht ewig herumüben, lieber etwas anderes und viele Pausen machen und mit kleinen Erfolgen zufrieden sein.“ Das Aufheben einer Gerte, das damit beginnt, dem Tier den Reitstock vorsichtig ins Maul zu geben und dann wieder einzufordern, lernen die meisten Pferde schnell: „Ich tausche Gerte gegen Leckerlie und irgendwann holt das Pferd die Gerte sogar zurück, wenn ich sie werfe.“ Auch hier gilt: ein Schritt nach dem anderen. Maya Japp: „Die Gerte kann auch gegen ein Tuch getauscht werden.“

 Das Erklimmen eines niedrigen Podests mit einem Durchmesser von etwa einem Meter, zunächst nur mit den Vorderbeinen, geht bei den meisten Pferden ebenfalls relativ schnell. „Sie dürfen ruhig runterfallen, so lernen sie, wie viel oder wenig Platz da oben ist.“ Das Anticken mit der Gerte an der Kruppe ermuntert die Tiere, die mit den Vorderbeinen bereits oben bleiben, sich mit den Hinterbeinen im Kreis um das Podest zu drehen. „Eine gute Gymnastik“, sagt Japp. Ist das Podest groß und stabil genug, sind die meisten Pferde sogar relativ schnell zu überreden, mit allen Vieren nach oben zu steigen und dort stehen zu bleiben.

 Eine praktische Übung ist das Drübersteigen über eine große Plane „Das stärkt das Vertrauen, was sich bei Ausritten und dem Queren von ungewohntem Untergrund als nützlich erweisen kann“, so die Trainerin. Wer Helfer hat, kann die Plane Stück für Stück an beiden Seiten anheben lassen, so dass nur noch eine schmale Gasse zum Durchschreiten bleibt. Auch das Durchgehen unter der Plane kann geübt werden. Insgesamt sollten gerade bei jungen Pferden zehn-, bei älteren 30 Minuten Training am Tag nicht überschritten werden. „Die Übungen eignen sich auch als Kopfarbeit vor oder nach dem Reiten“, empfiehlt Japp. Aus Erfahrung weiß sie, dass viele Zwei- und Vierbeiner „Spaß an zirzensischen Lektionen haben.“ Und einem Hallenkoller kann der Spaß am Spiel bestimmt vorbeugen.

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