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Jörg Naeve holt sich den Großen Preis

SHS Holstein International Jörg Naeve holt sich den Großen Preis

Das mit 14 Reitern stark besetzte Stechen des Großen Preises vom Förderpool Holstein International konnte am Ende Nationenpreisreiter Jörg Naeve für sich entscheiden.

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Jörg Naeve siegte im Sattel des achtjährigen Holsteiner D’Accord im Großen Preis des SHS Holstein Internationals.

Quelle: Sebastian Haas/Lichtgestalten Agentur

Neumünster. Angetreten war Naeve mit dem achtjährigen Holsteiner D’Accord von Diamant De Semilly aus einer Cassini II-Mutter aus der Zucht und dem Besitz von Max-Hermann Johannsen (Hörup). „Er ist aktuell eines meiner erfolgreichsten Pferde im Stall“, erzählt der Sieger aus dem holsteinischen Bovenau.

Nach zwei souveränen Runden ritt er als letzter Starter mit dem Schimmel in den Stechparcours ein. D’Accord zeigte sich bis zum Schluss nervenstark, nahm die kurzen Wege gelassen und machte wieder keinen Fehler. Damit stand Jörg Naeve, der sich spontan entschieden hatte einige junge Pferde in Neumünster vorzustellen, als Sieger fest.

„Das ist ein guter Einstieg für größere Turniere. Die Bedingungen waren sehr gut, das Team - ob in der Meldestelle oder dem Parcours - hat super gearbeitet. Ein sehr reiterfreundliches Turnier.  Und vor allen Dingen: Holstein ist meine Heimat – und wenn hier ein CSI * stattfindet wird, fahre ich nicht weg sondern komme hierher und reite hier !“, sagte der Profi im Siegerinterview mit Moderator Wolfgang Konle.

Schöner Ehrenpreis war ein neuer Sattelschrank gegeben von der Firma STX Horsetrucks Germany.

Mit Vollgas drehte das Sieger-Duo mehrere Ehrenrunden unter dem tosenden Applaus der Zuschauer mit Standing Ovations, bevor Naeve noch einmal aus dem Sattel steig, um die Preise für das abschließende Zuschauergewinnspiel  ( z.B. Sylturlaub im Hotel Südwind, Derby VIP Karten p.p.) zu  verteilen.

„Die Halle braucht gar nicht ganz voll zu sein, wenn die Leute so mitgehen und dermaßen euphorisch sind „, japste Naeve nach Luft, nachdem er aus mehreren Pirouetten die  insgesamt 10 Gutscheine ins Rund warf. Platz zwei im Großen Preis, den der Förderpool Holstein International als Zusammenschluss der vielen Sponsoren des Turnieres gestiftet hatte,  sicherte sich die erst 18-jährige niedersächsische Landesmeisterin Josephine Dallmann mit Carlos S. Auf den Bronze-Rang schaffte es mit Leonie Jonigkeit, die Candino gesattelt hatte, ebenfalls eine Reiterin aus Niedersachsen. „Die Platzierung im Großen Preis spiegelt genau wider, welche Idee wir mit unserem Turnier verfolgen: Profis, super Amateure und Junioren starten erfolgreich nebeneinander – genau dieses bunte Feld macht es so interessant“, erklärte die Turnierleitung. 

Dem fulminanten Finale waren spannende Tage voller Qualifikationen und anderer Prüfungen vorangegangen. So wurde zum Beispiel eine nationale Youngster-Tour, ausgestattet vom Grönwohldhof und der Bäckerei von Allwörden ausgetragen. Die Prüfung der Klasse M gewannen Henry Delfs und Cantuccini D. Die Stute kommt aus der Zucht von Henrys Vater Claus Delfs (Steinburg) und stammt von Clarimo ab, der vor kurzem unter Rolf Göran Bengtsson den ersten Internationalen Grand Prix gewann.

Neue Ideen, mehr Zuschauer
Für den Samstag hatten die  Veranstalter ein besonders abwechslungsreiches Programm geplant. Für die Qualifikationen der großen und kleinen Tour hatten Erfolgsreiter wie Janne Friederike Meyer, Evi Bengtsson oder Christian Hess ihre Nachwuchspferde mit nach Neumünster gebracht. „Sie alle nutzen das Turnier vor allem um junge Pferde an die große Halle zu gewöhnen“, weiß Harm Sievers. Die Turnierleiter Kommen alle aus dem Sport und wissen was sie anbieten müssen, damit das Turnier für viele Sportler interessant wird.

Die zweite Station der großen Tour konnte am Ende aber ein erfolgreiches Nachwuchstalent aus dem Land zwischen den Meeren für sich entscheiden: Beeke Carstensen aus Sollwitt ließ im Sattel der Holsteiner Stute Cara Mia die Profireiter souverän hinter sich.

Bunt weiter ging es mit einem Stilspringen für die Mitglieder des Projekts „Jungs aufs Pferd“. Das konnte Matthies Rüder (Fehmarn), Sohn des erfolgreichen Vielseitigkeitsreiters Kai Rüder, mit seinem Pony Gido für sich entscheiden.

Später waren die Jungs dann noch einmal in einem Staffettenspringen mit „Fun Cup“ am Start, das aus einem Pferdespringparcours und einem Steckenpferdparcours bestand, bei dem komischerweise mehr Fußgänger im Sand lagen als Reiter oder Pferde.

Beide Prüfungen stattete das Fachgeschäft Horse Reitsport der Familie Trinczeck in Wentorf aus, die gemeinsam mit Heike Petersen von Anbeginn ideeller Träger der Jungs Aufs Pferd sind. Für ihr Engagement an diesem erfolgreichen Projekt bekam Initiatorin Heike Petersen die Ehrennadel des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein  vom Präsidenten Dieter Medow verliehen.

Seit zehn Jahren organisiert Heike Petersen  Trainingseinheiten mit Reitsportgrößen, Ferien Camps, Turniere und Showauftritte für die Jungs. Gekommen waren auch viele jubelnde Vereinsmitglieder, die den sogenannten Hammelsprung gewinnen wollten. Dahinter steckt eine neue Idee der Veranstalter: Der Verein, der mit den meisten Mitgliedern bei freiem Eintritt vor Ort ist, gewinnt einen Preis im Wert von 2.500 €. Mit etwa 60 Fahnen schwenkenden Mitgliedern füllten die Reitsportfreunde Looper Holz die meisten Plätze auf den Rängen und bekamen den Preis.

Am Samstag fand dann auch der dritte Jugendcup, ein Stilspringen der Klasse L für Junioren, präsentiert vom Gestüt Fohlenhof  (Prof. Dr. Heicke) in Haßloh, statt. Anne-Mieke Ewert aus Fockbek wusste auf dem siebenjährigen Holsteiner Wallach Little Luy am meisten zu überzeugen und erhielt eine 8,5 von den Preisrichtern Hans Helmut Sievers und Jürgen Nissen.

Christian Hess, der das Stilspringen kommentierte, war ebenfalls beeindruckt: „Super Grunddtempo, viel Übersicht und ein geschmeidiger Sitz. Alles so, wie es sein soll.“

 Im Anschluss wurde das Finale der Medium Tour ausgetragen.

Von der ersten bis zur letzten Prüfung dominierte hier der Grieche Aggelos Touloupis  (Bereiter Gestüt Grönwohldhof) mit der topfitten und schnellen Mecklenburger Stute Coco Chanell.

Am Sonntagmorgen wurde zu Beginn um den Sieg im sog. Trostspringen  geritten. Der Brite Christopher Frazer setzte sich im Sattel des oldenburgisch gebrannten Nachwuchspferdes Chaccmo an die Spitze der Wertung. Der Nationenpreisreiter aus Wales lebte zunächst seit 2011 im schleswig-holsteinischen Klein Offenseth, wo er einen Ausbildungs- und Handelsstall betrieb und hat sich jetzt in  Friedrichskoog auf der Anlage der Familie Tjark und Björn Nagel niedergelassen.

Ponys erobern die Arena
Nach dem Finale des Pony Grand Prix, der letzten von insgesamt sechs Ponyprüfungen, erhob sich das Publikum zu den Klängen der niederländischen Nationalhymne. Mit einer tadellosen Leistung hatte sich Elize van de Mheen, die zum niederländischen Pony-A-Kader zählt, Platz eins gesichert. Die Niederländerin lieferte mit ihren zwei Ponys die schnellsten Null-Fehler-Runden und holte sich mit Ponystute Ensilla den Sieg. Im Sattel von Quaprice D’astre war der 14-Jährigen auch der zweite Platz nicht mehr zu nehmen.

„Ponyprüfungen sind im Ausland und auch in anderen Bundeländern viel populärer als in Holstein – wir wollen, dass sie Leute sehen, was hier im Bereich der Ponyzucht und Reiterausbildung geleistet wird, und gleichzeitig auch gute Startmöglichkeiten für die skandinavischen Reiter bieten“, berichtet Harm Sievers, der sich im nächsten Jahr noch ein paar mehr Meldungen im Ponybereich wünscht.

Ansonsten waren die Veranstalter rundum zufrieden:
„Wir haben guten Sport gesehen, der Boden ist fantastisch und die Reiter sind mit den Bedingungen zufrieden - und das ist am Ende für uns das Wichtigste - gemäß unserem Grundsatz: Von Reitern für Reiter“, resümierte Harm Sievers nach vier Turniertagen.

Alle Ergebnisse und Informationen unter: www.shs-holstein-international.de.

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