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Vom Großstadtrevier an den Kalkberg

Schauspieler Till Demtrøder Vom Großstadtrevier an den Kalkberg

Old Shatterhand – alias Till Demtrøder alias Zivilfahnder Henning Schulz aus dem „Großstadtrevier“ – trägt kernig lederne Kutte, wenn er am Kalkberg galoppiert und dabei den „Schatz im Silbersee“, die weiße Frau und ein paar Rothäute rettet.

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Till Demtrøder ist Old Shatterhand: In dem Stück „Schatz im Silbersee“ am Segeberger Kalkberg zeigt der Schauspieler auch hoch zu Ross auf Hatatitla alias Easy sein Können.

Quelle: Claus Harlandt

Bad Segeberg. Oder bekämpft – je nachdem. Hatatitla, alias Easy, trägt indes Gamaschen: Kein Risiko beim „schwarzen Blitz“, so die Übersetzung des indianischen Namens von Old Shatterhands Rappen, man weiß ja nie.

 65. Saison, erste abgesoffene Premiere in der Geschichte der Karl-May-Spiele in Bad Segeberg, Showzeit vom 25. Juni bis zum 4. September, immer vier Tage die Woche – von Donnerstag bis Sonntag, je zwei Aufführungen pro Tag, außer sonntags, da gibt’s nur eine: Rund 80 Mitwirkende, plus 20 Vierbeiner, letztere fast alle schicke, schnelle Spanier, zumindest der Abstammung nach, keiner größer als 1,65 Meter im Stock, wie die Maßeinheit heißt. Soweit zu den Fakten.

 Till ist zum ersten Mal dabei, nach dem Serien-Aus von „Verbotene Liebe“, wo Demtrøder als Förster Thomas Wolf einige Jahre lang allabendlich küsste und kuschelte, kamen nur einzelne Filme und das neue Dauerengagement daher ganz gelegen. „Es passte. Sie haben einige Male angefragt, jetzt war ich zufällig frei“, sagt der Agenturchef von ExperiArts Hamburg Entertainment. Eine Reitjagd plant er mit seinem Team gerade wieder, das Usedom Cross Country, für den 11. September. Wie immer nicht nur mit Reitern und Mitreisenden, sondern auch mit deutschen Stars und Sternchen. Spaß haben sie alle, und das auch schon einige Jahre lang. Früher fand die Jagd auf Rügen statt. „Und dieses Mal bringe ich ,Winnetou’ mit“, sagt der Mann in der Fransenjacke, einer derjenigen, die schon vor ihrem zweiten Leben als coole Cowboys im Sattel gesessen haben. Anders als Jan Sosniok alias Winnetou, der in seiner vierten Spielzeit die Guten rettet und die Schlechten bekehrt, und am Kalkberg sattelfest geworden ist – zumindest ziemlich.

Idol seiner Kindheit

 „Da bin ich ganz froh drüber, leidlich reiten zu können, denn so kann ich mich aufs Spielen konzentrieren und muss nicht ständig aufs Pferd achten“, sagt Demtrøder, der sogar ein eigenes besitzt, gar nicht mal ein schlechtes, abstammend von De Diro. „Mit dem reite ich aber nur gelegentlich gemütlich durch den Wald“, bekennt der Mann, der nach anfänglicher Skepsis inzwischen mit Begeisterung in die Rolle des wohl berühmtesten aller Westmänner schlüpft. Shatterhand war ein Idol seiner Kindheit. „Tolle Kollegen, tolles Ensemble. Es macht einen Riesenspaß. Und es ist natürlich der Hammer, dass ich hier als Gastrolle an der Seite von ,Winnetou’ über die „Prärie“ galoppiere.“ Allerdings nicht immer an der Seite. Hatatitla geht es gern gemütlich an. „Manchmal muss ich mich da echt durchsetzen, das ist schon auch anstrengend. Darf ja keiner mitbekommen. Andererseits bin ich ganz froh, dass ich nicht so einen wilden Vierbeiner abbekommen habe – runterfallen wäre oberpeinlich.“

 Und heikel – es gibt nämlich keine Zweitbesetzung. „Man muss sich schon voll konzentrieren. Auch wenn wirklich jede erdenkliche Ecke hinter der Bühne dick gepolstert ist. Aber ganz ungefährlich ist das nicht, auf dem engen Raum mit der vielen Action, den vielen Menschen und Pferden, dem Geknalle und dem Feuer, den Tausenden plötzlich aufpoppenden Regenschirmen im Schleswig-Holstein-Sommerregen, wenn du grade durch die Arena galoppierst, um Bösewichte zu verfolgen – da passiert schon hin und wieder was.“ Demtrøder ist gleich zu Anfang der Show zu dicht an einem Pfeiler lang geschrammt, mimte wochenlang mit Schmerzen den Helden. „Da machst du dir dann schon Gedanken, wie du dich möglichst sportlich prügelst“, gibt der Hamburger zu, der während der Show vor allem ein Auge auf Kollegin Susan Sideropoulos wirft. Die 36-Jährige, bekannt aus „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, hat nämlich keine bis wenig Sattelerfahrung.

 Die, die sie hat, hat ihr die Pferdetrainerin des Kalkbergs, Sylvia Kassel (Groß Rönnau), vermittelt, ebenso wie das Pferd und auch das von Till. „Da habe ich Easy erstmal langsam kennengelernt“, erzählt der 49-Jährige, der zum Training übrigens mit Kappe geritten ist, ebenso wie bei seinen geliebten – unblutigen – Schleppjagden. Nur als Old Shatterhand, da geht das nicht: „Das sieht als Cowboy einfach echt scheiße aus mit Kappe.“ Harter Kerl, der Cowboy.

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